¡Viva La Barca! – Barcelona nicht nur sehen sondern erleben

Wer nach Barcelona kommt, hat ein strammes Programm: Die Sagrada Familia, den Park Güell, die Gaudí-Häuser, das Picasso Museum, die Ramblas, das Olympia Gelände, Camp Nou – all das will besichtigt und abgeklappert werden. Natürlich sind diese Sehenswürdigkeiten absolut empfehlenswert und jeder, der dort war, muss einmal die Sagrada Familia gesehen oder den Ausblick vom Park Guell über die Dächer der Stadt genossen haben. Doch wer nach einer typischen Sightseeingtour noch etwas Zeit im Gepäck hat, sollte sich unbedingt näher auf Barcelona einlassen! Erst wenn man sich von den Tourimassen löst und sich einfach treiben lässt, gibt man der Stadt die Möglichkeit ihr ganzes Flair zu entfalten und wird schließlich von ihrem Zauber gefangen…Barcelona

Barcelona ist ziemlich gut zu Fuß zu bewältigen, für einen Kurztrip von ein paar wenigen Tagen reicht eine 10-er Karte für die U-Bahn vollkommen aus. Ausgangspunkt sämtlicher Touren ist die Plaça Catalunya, sie gilt als Zentrum Barcelonas und trennt die Altstadt, das Barri Gótic, von der Neustadt, dem Eixample. Von ihr zweigt die berühmte Promenade Les Rambles ab, die zum ehemaligen Hafen führt und auf der man zwischen mehreren Kioskständen vielen Künstlern, Blumen- und Kleintierhändlern begegnet. In nördliche Richtung führt die große Einkaufsmeile Passeig de Grácia an zahlreichen Filialen, auch hier zulande beliebter, spanischer Modeketten vorbei.

Tipp: Weil Zara und Mango spanische Modeunternehmen sind, gibts Klamotten hier immer ein paar Euro billiger als in Deutschland, auch bei den mittlerweile international bekannten Modeketten Bershka und Pull and Bear lässt es sich verhältnismäßig günstig shoppen!

In den abzweigenden Gässchen kann man in vielen kleinen Boutiquen für wenig Geld das ein oder andere Einzelstück finden. Beim Shoppen immer gut auf Tasche bzw. Portemonnaie aufpassen, besonders die Rambles gelten als Eldorado der Taschendiebe. Hier den guten alten Brustbeutel umzuhängen, kann einem so manch Ärgernis ersparen.
Les Rambles
Nach einer Shoppingtour lässt es sich am besten am Strand entspannen. Diesen erreicht man, wenn man das ehemalige Fischerviertel Barceloneta durchquert, was sich auf jeden Fall lohnt. Es versprüht durch und durch mediterranes Flair, lockt mit Fischrestaurants, einer alten Markthalle und einer wunderschönen Strandpromenade.

Nachmittags sollte man unbedingt rechtzeitig zurück gehen, um in die zwischen Barceloneta und Borne gelegene Xampañería einzukehren. Mit Sicherheit platzt die Bar aus allen Nähten, aber hier gibt’s sowieso keine Sitzplätze und das Warten lohnt sich: Die Kultbar lockt mit der besten Auswahl an Bocadillos (Sandwiches) der Stadt und das zu den unschlagbarsten Preisen! Zu ein oder zwei Flaschen leckerstem Cava empfiehlt sich besonders das Bocadillo mit Schinken, überbacken mit Camembert.
Frisch gestärkt werden die Stunden bis es dunkel wird damit verbracht, gemütlich durch die Altstadt und das gotische Viertel zu schlendern. Sich ziellos durch das Labyrinth von winzigen Gässchen treiben zu lassen und auf einem der vielen malerischen Plätze, wie beispielsweise dem Kathedralplatz oder dem Plaça San Felipe Neri, innezuhalten um auszuruhen oder sich dort einen Café con leche – einen Milchkaffee – zu genehmigen: so entfaltet die Stadt ihren Charme und spätestens jetzt ist es um jeden geschehen.cafe

Wird es schließlich dunkel und vorausgesetzt man ist noch nicht in einer der zahlreichen Tapasbars versumpft, kann man sich auf den Weg zum Plaça d´Espanya machen um sich das Spektakel des Font Mágica anzusehen. Der Font Màgica, der magische Brunnen, ist nachts ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Wasser, Bewegung und Farbe. Fontänen sprühen im Takt der Musik und werden zusätzlich beleuchtet – ein atemberaubendes Schauspiel. Anschließend erwacht die Stadt zu neuem Leben, denn so kurz die Tage hier erscheinen, desto länger sind die Nächte!

Insidertipp Bars:
Marsella: absoluter Geheimtipp, kleine verrückte Absinthbar am südlichen Ende der Rambla del Raval; vor dem Eingang nicht von den Damen des horizontalen Gewerbes abschrecken lassen.
Síncopa: Barcelonas beste Rock- und Reggeabar, deren Besitzer kein geringerer als der französische Sänger Manu Chao ist. In Borne am Plaça George Orwell.
Rosa del Raval: stets überfüllte, aber dennoch gemütliche Mojitobar, unterhalb des MACBA (Museum).

Viele Einheimische treffen sich jetzt in einer der unendlich vielen Bars um sich mit ein paar Mojitos auf das Nachtleben einzustimmen. Wenn man sich etwas abseits der Touristengegenden hält, findet man rasch eine Bar, die den minzigen Cocktail für gerade mal 3,50 Euro anbietet. Doch selten bleiben die Spanier in ein und derselben Bar, meistens werden nacheinander mehrere angesteuert bevor man schließlich den Club der Wahl aufsucht um dort bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Dem Beispiel der Einheimischen zu folgen lohnt sich und macht Spaß, denn in jeder Bar herrscht eine andere Atmosphäre, es wird andere Musik gespielt und wer schon wieder hungrig ist, kann sich einfach ein paar Tapas dazu bestellen.

Nach dem Barhopping geht es in einen Club und natürlich hält Barcelona auch hier für jeden Geschmack etwas parat: Ob es nun etwas schicker oder eher rockiger zugehen soll, jeder kommt garantiert auf seine Kosten. Egal wohin es einen verschlägt, man sollte beachten, dass die Eintrittpreise es in sich haben, jedoch liegen tagsüber in vielen Geschäften und Bars Flyer aus, die gegen Vorlage in bestimmten Clubs freien Eintritt oder zumindest ein Gratis Getränk bescheren.

Tipp: Die Katalanen feiern immer, auch Montags. Um dafür einen entsprechenden Anlass zu haben, wurde vor ein paar Jahren die Partyreihe „Nasty Mondays“ ins Leben gerufen. Jeden Montag legen im Apolo Club zwei Dj´s das Beste aus Rock, Pop, Indie, Garage, 80´s und Elektro Rock auf und in einem riesigen Saal tanzt die Menge bis zum Umfallen. Der Eintritt beträgt 13 Euro und beinhaltet einen gratis Longdrink.

Müde vom Feiern fährt man bis 4 Uhr nachts mit dem Nachtbus für gerade mal einen Euro zur Unterkunft oder wer immer noch nicht genug von der Stadt erlebt hat, auf den Montjuic, den Hausberg Barcelonas, um von dort den atemberaubenden Sonnenaufgang über dem Meer zu bestaunen.
Sonnenaufgang

Zur Einstimmung
Filmtipp: Woody Allen´s Vicky, Cristina, Barcelona – eine amüsante Dreiecksgeschichte, erzählt vor der Kulisse Barcelonas.
Buchtipp: Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón – bestimmt erkennt man das ein oder andere hier beschriebene Fleckchen Barcelonas wieder!

Hinkommen: Barcelona erreicht man mit dem Auto oder der Bahn in 12 bis 20 Stunden, außerdem gibt es Mitfahrgelegenheiten. Am angenehmsten und billigsten ist Fliegen: günstige Flüge gibt es von Baden-Baden nach Girona mit Ryanair ab 80€ hin und zurück. Ab Girona einstündiger Bustransfer ins Zentrum Barcelonas für ca. 10€.
Lisa Mielke

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