Reise mit Hindernissen

Schneechaos, Personen in den Gleisen, geflutete Unterführungen, polizeiliche Ermittlungen, vorausfahrende Züge, Gefahr durch möglicherweise umfallende Bäume, Signalstörungen, sogar fehlende Oberleitungen … Das ist nur eine kleine Auswahl der Widrigkeiten mit denen sich die Bahn von Zeit zu Zeit auseinanderzusetzen hat. Der Kampf der Deutschen Bahn wird dabei gegen Naturgewalten und widerspenstige Technik ausgefochten. Die Fahrgäste erweisen sich indes als unfreiwillige Leidtragende, die sich passiv ihrem Schicksal fügen müssen …


RE nach Karlsruhe
Wählt man die öffentlichen Verkehrsmittel der Deutschen Bahn, ist man sich im Klaren darüber, dass es auch dazu kommen kann, dass man entweder von einer Bahn zur nächsten hetzen muss oder sich viel Zeit lassen kann, weil man durch entstandene Verspätungen seitens der Bahn seinen Zug nicht erreicht hat. Fünf Minuten können in diesem Fall über viel entscheiden. Beispielsweise ob man eine wichtige Klausur schreiben wird oder nicht. Ob man zum wiederholten Male zu spät oder auch gar nicht mehr zum Seminar erscheint. Aber auch, ob man die nächsten Stunden mit wachsender Frustration und steigender Müdigkeit am Bahnhof steht und darauf wartet, bald nach Hause kommen zu können.

Die Wintermonate sind eine besondere Belastungsprobe für die Bahnfahrer. Dabei trifft es die Pendler am schlimmsten. So kann sich die Fahrt der Strecke Stuttgart – Karlsruhe auf bis zu vier Stunden hinziehen. Die Dauer variiert je nach aufgetretenem Hindernis. Zuweilen tritt auch eine Kombination dieser auf. Oft heißt es dann stundenlang in der Kälte zu warten und die blaue Anzeigetafel im Blick zu haben. So steht man dann mit anderen Wartenden am Gleis und hofft darauf, dass dieser Kaffee nun endlich der letzte ist.

Die Deutsche Bahn hat folglich mit so einigen Gegnern zu kämpfen, die sie daran hindern ihre Fahrgäste pünktlich zum gewünschten Zielort zu bringen. Während sie also damit beschäftigt ist, all diese Widrigkeiten aus dem Weg zu räumen, übt man sich als Reisender im Ausharren. Hat man es dann tatsächlich in den Zug geschafft, schleppt man sich müde zu einem freien Platz und lässt sich erschöpft in den Sitz fallen.
Gehört man nicht zu den Glücklichen, die über eine unterhaltsame Reiselektüre oder über die Möglichkeit zum Hören von Musik verfügen, bleibt einem lediglich der Blick aus dem Fenster.
Bevor die aufgeladene Stimmung zum Greifen fassbar wird, hört man das Scheppern und Klirren des Verpflege-Wagens. Eine freundliche Stimme tönt durch den stickigen Waggon und erkundigt sich, ob man die Wünsche der Fahrgäste mit Speisen oder Getränken zufriedenstellen könne.
Das Kleingeld klimpert und das Scheppern des Wägelchens entfernt sich langsam wieder, während man vor sich hindöst, vom eigenen Bett träumt und es tunlichst vermeidet an die nächste Fahrt zu denken …

Jelena Majic

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3 Reaktionen zu “Reise mit Hindernissen”

  1. Rasender Roland

    Ich wünschte mir, dass hier nun in loser Folge solch glühende Verfechtungen auch für andere Verkehrsmittel erscheinen. Statt keines Namens könnte man auch das Kürzel eines Autobauers darunter schreiben. Dem Autor / der Autorin empfehle ich daher, sich bei der Jobsuche dereinst in der Lobbybranche der Automobilindustrie oder in deren PR-Abteilungen umzuschauen.

  2. Timo

    Ich finde, die im Artikel angesprochene Thematik müsste sich in 2 verschiedene Teile gliedern.

    Dem 1. Abschnitt kann dem Verfasser/der Verfasserin im Grunde genommen zugestimmt werden. Es gibt sicherlich für einen Bahnpendler im Winter nichts schlimmeres, als stundenlang auf den Zug zu warten. Dass die Bahn dabei diverse Mängel bei der Krisenbewältung an den Tag legt, ist ja nun nicht wirklich was Neues (allerdings bin ich sehr überrascht, dass es jetzt schon in der Karlsruher Umgebung zu solchem Konfliktpotential kommt, da wünscht man sich eigentlich die Leute mal hier her nach Berlin….) und durchaus kritikwürdig.

    Den 2. Teil sehe ich jedoch mit gemsichten Gefühlen. Wenn man es von der Bahn abhängig macht, eine Klausur zu schreiben oder nicht, dann kann man den Leuten eigentlich nicht mehr helfen…

    Und in diesem Zusammenhang der Bahn mehr oder weniger auch den “fehlenden Fahrtenclown” zur Zeitüberbrückung andichten zu wollen, naja…

    In Zeiten, in denen der Meeresspiegel auch durch den Ausstoss von CO2 ständig ansteigt, in denen der Liter Super über 1,60 EUR kostet und die Studenten so billig wie sonst niemand mit dem Zug fahren können, sollten wir lieber alle froh sein, dass wir in (Süd-)Deutschland ein solch tolles Schienennetz haben. Andernfalls würde der Autor/die Autorin ja nicht auf die Idee kommen, von Stuttgart nach Karlsruhe zu fahren.

  3. Sonnenschein

    Warum ist denn da der “Glosse” Rabe? Diesem Artikel fehlt leider der Witz, und bei diesem Thema ist es auch schwer, weil die guten Witze quasi alles schon alte Hüte sind… was mich aber abgesehen davon sehr stört: SCHNEECHAOS? KÄLTE? WINTER? Wir haben Mai und wahrlich hochsommerliche Temperaturen, da passt das Thema einfach nicht… sorry

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