Wohin nur mit den Lernwilligen?

Wer um 7:30 Uhr kommt, kann sich keine Hoffnungen auf freie Platzwahl machen. Wer um 8:00 Uhr kommt, hat den Weg höchstwahrscheinlich umsonst zurückgelegt. Die Bibliothek ist voll – und das Maß so langsam auch. Zumindest für alle, die das Bett zu solchen Nachtzeiten nicht mit Freudensprüngen verlassen. Wo aber soll man hin – in diesen schweren Stunden?

Auf dem Campus

Neben der Unibibliothek gibt es die Möglichkeit, im Rechenzentrum zu lernen. Im Untergeschoss befinden sich Tische, die als Arbeitsplätze genutzt werden können. Allerdings ist dieser Raum nicht abgeschlossen. Er bildet lediglich eine Verbreiterung des Flurs. Während der Semesterferien ist es trotz allem ruhig, die Plätze sind selten komplett besetzt. Steckdosen und kleine Lampen direkt an den Tischen gibt es leider nicht.

Badische Landesbibliothek

Wem die Tischreihen der Unibibliothek nicht zusagen, der sollte die Badische Landesbibliothek in Erwägung ziehen. Im Hauptlesesaal gibt es zahlreiche einzelne Tische mit Steckdosen, eigenen Lampen und Internetzugang, sofern man registrierter Nutzer der Bibliothek ist. Ein Vorteil für Langschläfer: Die Bibliothek öffnet erst um 9:00 Uhr. Wer eine halbe Stunde später kommt, hat auch dann noch gute Chancen – sogar auf einen Fensterplatz. Ein zusätzliches Plus der BLB sind die Gruppen- und Einzelarbeitsräume. Diese können im Voraus reserviert werden. Wer sich für diese Bibliothek entscheidet, sollte sich ein Extrakleidungsstück mitnehmen. Nach ungefähr einer Stunde scheint es dort immer etwas kalt zu werden.

Cafés

Bibliotheksatmosphäre trägt nicht bei jedem zu konzentriertem Arbeiten bei, doch die meisten anderen öffentlichen Orte sind entweder zu laut oder zu eng. Ein Tipp zum Lernen ist das Café Palaver. Es liegt versteckt in einem Gewerbehof in der Steinstraße. Es gibt natürlich

Café Palaver

weder Steckdosen noch Internetzugang, dafür aber ungewöhnlich viel Platz: Wer sich durch einen Stapel an Forschungs- literatur lesen muss, ist dort gut aufgehoben. Die Musik ist leise, das Café durch eine große Fensterfront sehr hell, die Sitzplätze sind bequem und ein Kaffee kostet zwar mehr als am Automaten in der Bibliothek, ist aber garantiert lieferbar.

Café Extrablatt

Neben diesem Café sind auch die Tische im Café Extrablatt für Unmengen an Büchern geeignet. Ein Tipp für alle, die einen abgegrenzten Raum bevorzugen: Aus dem Blickwinkel der Eingangstüren gesehen, befinden sich an der linken Wand des Cafés zwei Nischen, die sich zum Lernen eignen würden. Leider ist die Musik relativ laut und auch die Übermenge an künstlichem Licht wirkt zunächst störend. Allerdings fällt das Licht zumindest in diesen Nischen direkt auf die Mitte des Tisches, was den Effekt einer Nachttischlampe hat. Insgesamt aber eignet sich dieses Café eher für Gruppenarbeiten.

Café Palaver
Steinstraße 23
76133 Karlsruhe

Café Extrablatt
Waldstraße 32
76133 Karlsruhe

Home, sweet home

Überzeugender Ersatz für einen Bibliotheksplatz ist eben doch schwer zu finden. Der Luxus eines eigenen Tischs, einer eigenen Lampe, einer eigenen Steckdose und eigenem Internetzugang scheint selten zu sein. Wobei… wie war das noch am eigenen Schreibtisch im trauten Heim? Das wäre doch die Idee. Zumindest wenn alle sonstigen Pläne scheitern.

Claudia Weidenmüller

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Eine Reaktion zu “Wohin nur mit den Lernwilligen?”

  1. Anna

    “Zumindest für alle, die das Bett zu solchen Nachtzeiten nicht mit Freudensprüngen verlassen.” –
    Niemand steht gern zu solchen Zeiten auf, aber in der Lernphase muss man manche Dinge auf sich nehmen, die einem nicht schmecken. Das geht aber auch wieder vorbei. Ich bin während der Vorbereitungszeit auf die BA-Prüfung jeden Morgen um halb fünf aufgestanden, um rechtzeitig vor halb acht in der Unibib zu sein. Spaß hat das natürlich keinen gemacht, aber es war ein notwendiges Übel. Deshalb habe ich auch kein Verständnis für Leute, die erst um neun, halb zehn oder noch später aus dem Bett in die Bib fallen und dann erwarten, einen Platz zu bekommen. Wer für sich den Luxus des späten Aufstehens in Anspruch nimmt, muss eben auch mit den Konsequenzen leben. Und wenn es dann keine Plätze mehr gibt: Pech gehabt! Nächstens früher aufstehen.

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