Basketball in der Fächerstadt – die BG Karlsruhe

Eine tosende Arena, lautstarke Fans, ein spannendes Spiel, und eine ambitionierte Mannschaft auf dem Feld. Dies sind Merkmale eines gelungenen Ballsport-Samstages in Karlsruhe. Doch die Rede ist nicht vom KSC: die Arena ist die Europahalle, das Spielfeld ist aus Parkett, der Ball ist orange – die Mannschaft ist die BG Karlsruhe!

Geschichte der Basketball-Gemeinschaft Karlsruhe

Die Geschichte der heutigen BG Karlsruhe beginnt im Jahr 1993. Ähnlich der Gründungsgeschichte des KSC entstand die BG als ein Fusions-projekt zweier Vereine, nämlich der Basketballabteilungen des FC Südstern 06 Karlsruhe und der Post Südstadt Karlsruhe. In den Gründungsjahren des zunächst „BG Post/Südstern Karlsruhe“ getauften Vereins gelang in der Saison 1995/96 erstmals der Aufstieg in die 2. Basketball Bundesliga, wo sich die BG ab 1998 dauerhaft etablieren konnte.

Namensgeschichte der BG Karlsruhe:

  • 1993-2003 BG Post/Südstern Karlsruhe
  • 2003-2004 BG Iceline Karlsruhe
  • 2004 Iceline Karlsruhe
  • seit 2004 BG Karlsruhe

2002/2003 erfolgte mit der Meisterschaft in der zweiten Liga der Aufstieg in die Basketball Bundesliga BBL und der Umzug in die Karlsruher Europahalle als neuer Austragungsort der Heimspiele. Die folgenden Jahre zwischen 2003 und 2005 waren die bislang erfolgreichsten in der Geschichte des Vereins. Zwei Mal wurde die Endrunde (Playoffs) nur äußerst knapp verpasst, 2004 nur aufgrund einer Niederlage am letzten Spieltag. In dieser Zeit verfolgten im Schnitt über dreieinhalb Tausend Fans die Heimspiele in der Europa-halle, bis heute Zuschauerrekord für die BG.
Doch der Erfolg war nicht von Dauer.

Different sport, same story?

Auf diese erfolgreiche Phase folgten in den letzten Jahren Entwicklungen, die dem Karlsruher Sportfan wohl nur allzu bekannt vorkommen: häufige Spieler-, Personal- und Trainerwechsel sowie Probleme mit den Sponsoren läuteten eine Phase sportlicher Misserfolge ein. Diese führten nach der Saison 2006/2007 zum Abstieg in die zu diesem Zeitpunkt als „Pro A“ neu strukturierte 2. Bundesliga, wo die BG seitdem ihre Position im oberen Tabellendrittel festigte. Die Parallelen zu den Entwicklungen beim KSC scheinen unverkennbar, man möchte fast von einem „Karlsruher Sport-Syndrom“ sprechen. Ist diese jüngste Entwicklung des Basketballsports in Karlsruhe also lediglich ein Abbild des fußballerischen Abwärtstrends, nur im kleineren Maßstab? Und warum ist dieser Maßstab bezogen auf die Präsenz in der Öffentlichkeit und in den Medien überhaupt so vergleichsweise gering?

Basketball-Region Karlsruhe?

Die Sportart Basketball scheint es in der Region Karlsruhe nach wie vor schwer zu haben, sich als wirklich „große“ Sportart zu etablieren und entsprechend breite Resonanz in der Öffentlichkeit und den Medien zu erzielen. Dies scheint weiterhin dem Traditionsverein KSC vorbehalten, dessen Querelen allgegenwärtig scheinen. Oder im Zuge des deutschlandweiten Handballbooms auch den benachbarten Rhein-Neckar-Löwen aus Mannheim, wenn diese einige Champions League Spiele in Karlsruhe austragen und dabei europäischen Spitzenhandball in die Europahalle bringen. Ein großer Bekanntheits- und Beliebtheitsgewinn als Basketballstandort, wie zum Teil andernorts in Deutschland in den vergangenen Jahren zu verzeichnen ist, fand in Karlsruhe so nicht statt. Trotz der relativ kleinen, aber treuen Schar an Stammfans spiegeln dies auch die seit dem Abstieg auf knapp unter beziehungsweise über 1.500 Zuschauer pro Spiel zurückgegangenen Besucherzahlen wider. Allerdings zeigt die BG Karlsruhe starkes Engagement, um in dieser Richtung wieder einen dauerhaften Aufwärtstrend zu erreichen, so zum Beispiel mit dem Konzept der „Regio-Tour“. Dabei wird jeweils in der Woche eines Heimspiels ein Ort in der Region von der Mannschaft besucht. Begleitet von Medienvertretern soll dabei mit einem umfangreichen Programm aus Schulbesuchen, Stadtwetten, und Freundschaftspielen gegen lokale Vereine nachhaltig die Bekanntheit der BG gesteigert werden. Ein Erfolg dieser Ambitionen wäre für die BG als Team, Karlsruhe als Standort und allgemein für Basketball als schnelle, attraktive Sportart sicher sehr wünschenswert.

Ein Besuch lohnt sich!

Wie erwähnt stellt die Situation der BG Karlsruhe der letzten Jahre keine märchenhafte Erfolgsgeschichte dar. Dies trifft auch auf die aktuelle Saison zu, in der die Mannschaft nach einer starken Hinrunde im Moment mit Platz 9 in der Tabelle (Stand: 13. März) leicht hinter den selbstgesteckten Zielen zurückbleibt. Gleichwohl sollte diese Tatsache nicht vom Besuch eines BG-Spiels abschrecken, im Gegenteil: ein Besuch in der Europahalle lohnt sich! Das gilt nicht nur für Basketballinteressierte. Vielmehr sollte sich jeder eingeladen fühlen sich von der Atmosphäre eines BG-Heimspiels begeistern zu lassen. Egal ob Sportfan, Familien, Schulklassen, oder auch jeder, der sich noch nie mit der Sportart Basketball beschäftigt hat.

Verbleibende Heimspiele der Saison 2010/2011:
Sa, 26.03.2011 gegen Osnabrück
Sa, 09.04.2011 gegen Paderborn
Sa, 23.04.2011 gegen Heidelberg
Den kompletten Spielplan finden Sie hier

Selbst wenn, wie am vergangen 24. Spieltag (12. März) gegen die Saar-Pfalz Braves das Ergebnis mit 71 zu 72 Punkten für die BG denkbar unglücklich ausfällt, kommt der Zuschauer doch zumeist in den Genuss eines hochspannenden Spiels und erstklassiger Atmosphäre. Allein in der laufenden Saison endeten bereits fünf Heimspiele der BG äußerst knapp mit 5 oder weniger Punkten Unterschied. Die erstklassige Stimmung entsteht dabei nicht allein durch die Unterstützung der Fans, wenn sie die Europahalle mit einem beachtlichen Lärmpegel füllen. Ergänzt wird die Atmosphäre durch das gelungene Rahmenprogramm, unter anderem die spektakulären Pausenauftritte der Karlsruher Cheerleaderschar. Bei diesen Auftritten der „Golden Paws“ bietet selbst die Junior-Abteilung der Sechs- bis Elfjährigen („Peebles“) bereits beeindruckende Showeinlagen. Um sich von all dem selbst einen Eindruck zu verschaffen, verbleiben in der laufenden Rückrunde noch drei Heimspiele der BG. Vielleicht lässt sich dadurch ja so Mancher vom Basketballfieber anstecken, und verfolgt in Zukunft interessiert die weitere Entwicklung der BG und ihren Weg zu einer neuen Erfolgsgeschichte. Als Fazit bleibt also nur die Aufforderung: Auf in die Europahalle, auf zur BG Karlsruhe!

Weitere Informationen auf der offiziellen Homepage der BG Karlsruhe
www.bg-karlsruhe.de
Johannes Hielscher

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