Die Tafel- eine gemeinnützige Hilfe für Bedürftige

Tagtäglich werden Lebensmittel in Supermärkten, Hotels oder Restaurants ausrangiert, auch wenn sie sich noch zum Verzehr eignen, da sie keine qualitativen Mängel aufweisen. Dazu gehören beispielsweise Backwaren vom Vortag, Gemüse oder Obst mit kleinen Makeln, Überproduktionen oder Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bald abläuft.
Diese Lebensmittel werden von den sogenannten Tafeln gesammelt und an bedürftige Menschen verteilt, daher sehen sich die Tafeln selbst als „Brücke zwischen Überfluss und Mangel“.

Zwar kann in Deutschland weniger von existenzieller, lebensbedrohender Armut gesprochen werden wie sie in Dritte Welt Ländern vorkommt, jedoch leben hier Millionen von Menschen am Existenzminimum. Nach Abzug der Fixkosten bleibt oftmals nicht viel Geld für eine gesunde und ausgewogene Ernährung übrig, sodass frisches Fleisch oder Gemüse und Obst schon als Luxus gelten.

Kunden der Tafel, die entweder BezieherInnen von Arbeitlosengeld II, Sozialgeld oder Grundsicherung oder Menschen mit geringem Einkommen sind, können an einer Ausgabestelle zu bestimmten Zeiten Lebensmittel erhalten- kostenlos oder für einen symbolischen Betrag. Somit versorgen die Tafeln rund eine Million Menschen regelmäßig mit Lebensmitteln, wovon ein Viertel Kinder und Jugendliche sind.

Um zu gewährleisten, dass die Hilfe nur von denjenigen in Anspruch genommen wird, welche ihr bedürfen, müssen die Kunden mittels offizieller Dokumente dieses nachweisen können. Nur so kommt man in den Besitz eines Tafel- Ausweises, der zu einem „Einkauf“ in der Tafel berechtigt.

Der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. wurde 1995 gegründet und organisiert bereits rund 860 lokale Tafeln. Finanziert werden die Tafeln von Spenden. Ganz nach dem Motto „Jeder gibt, was er kann“ muss sich die Spende nicht nur auf Geld oder Lebensmittel beschränken, sondern auch kostenlose Tafel-Fahrzeug Reparaturen oder Werbeanzeigen sind eine von vielen Möglichkeiten die Tafel zu Unterstützen. Die Mitarbeiter der Tafeln sind grundsätzlich ehrenamtlich, aber auch finanzierte oder geförderte Mitarbeiter können bei Bedarf mitwirken. Wichtig ist, dass die Tafeln unabhängig von politischen Parteien oder Konfessionen arbeiten und dadurch alle bedürftigen Menschen unterstützt.

Foto: NullProzent.
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Ob man als ehrenamtlicher Helfer oder Helferin persönliche Zeit und Engagement investiert, als große Firma der Tafel regelmäßig Lebensmittel bereitstellt oder mal eine Packung Nudeln oder anderes von seinem Einkauf abgibt- Möglichkeiten die Tafel zu unterstützen gibt es viele. Die Größe der Spende oder der ehrenamtlichen Tätigkeit ist hierbei nicht entscheidend- jeder kann helfen, soweit er dazu in der Lage ist und möchte.

Weronika Al Assidi

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