Guter Vorsatz für das Neue Jahr: Einem Menschen das Leben retten!

Viele Menschen wollen im neuen Jahr Dinge anders machen. Ernährung, Gesundheit, Beziehung oder eine gute Tat sind beliebte Themen. Ein Vorsatz für das neue Jahr ist nur dann ein guter Vorsatz, wenn auch eine reelle Chance besteht, die Kriterien zu erfüllen. Warum also nicht einem Menschen das Leben retten? Dies mag sich unerreichbar anhören. Wer sich jedoch bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert, hat gute Chancen als Lebensretter. Die Registrierung ist weder zeitaufwendig noch teuer und die Spende – zu der es nur im Ernstfall kommt – nur halb so wild wie kusrierende Gerüchte vermuten lassen.

Werbekampagne mit Lukas Podolski

Foto: www.DKMS.de

Für viele Menschen zählt Wohltätigkeit – auch als guter Vorsatz für das neue Jahr. Gründe, sich registrieren zu lassen

Gerade am Jahresende werden Menschen oft durch die Medien mit schwierigen Schicksalen konfrontiert. In zahlreichen Fernsehsendungen wird für gute Zwecke Geld gesammelt, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens machen sich für Hilfsprojekte stark. Durch diese Konfrontation mit dem allgegenwärtigen Leid in unserer Welt wird bei vielen Menschen der Wunsch geweckt, selbst etwas für andere Menschen zu tun, die in Not sind. Deshalb nehmen sich viele Menschen zum Jahreswechsel eine gute Tat vor und unterstützen beispielsweise caritative Projekte. Ein sinnvolles Projekt ist die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Hier kann man sich ganz einfach registrieren und falls man ein kompatibler Spender ist, beispielsweise einem an Leukämie (auch als Blutkrebs oder Leukose bezeichnet) erkranktem Menschen die Chance auf vollständige Heilung ermöglichen. Die wilden Gerüchte über die Knochenmarkspende darf man hierbei nicht beachten, denn sie stimmen meist nicht mit der Realität überein; so heißt es z.B., dass eine solche Spende lebensgefährlich sei, weil das Mark mit einer Kanüle direkt aus der Wirbelsäule entnommen werden würde und man querschnittsgelähmt, ohne jegliches Knochenmark, das Krankenhaus verlässt. Das ist vollkommener Humbug.

Es gibt wirklich zahlreiche Gründe, sich bei der DKMS registrieren zu lassen. Nicht zuletzt, weil diese GmbH ein absolut vertrauenswürdiges, ehrliches und seriöses Projekt ist. Viele kennen die DKMS und sind der Meinung, die Registrierung auch morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr tätigen zu können. Andere werden durch Aktionen von der GmbH aufmerksam gemacht oder lassen sich typisieren, weil eine Person aus ihrem Umfeld an Leukämie erkrankt ist. Wieder andere wollen einfach erkrankten Menschen eine zweite Chance geben und ihnen Leben mit einer (Knochenmark-)Spende retten.

Was ist DKMS?
Die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH ist mit über 2.309.770 registrierten Spendern die weltweit größte Stammzellspenderdatei. In den letzten 19 Jahren hat sie über 23.581 Stammzellentransplantationen ermöglicht. Ihr Hauptanliegen ist der kontinuierliche Ausbau der Datei, um möglichst vielen Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, eine neue Chance auf Leben zu geben. Inzwischen kann für rund 80 Prozent der Betroffenen ein passender Spender gefunden werden.

Ich soll mein Knochenmark spenden?

Jeder einzelne Spender zählt, denn die Suche nach einem passenden Spender ist äußerst schwierig. Eine erfolgreiche Knochenmarkspende ist nur möglich, wenn bestimmte Gewebemerkmale (die sogenannten HLA-Merkmale) bei Spender und Empfänger übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale zweier Menschen übereinstimmen, reicht derzeit von 1:20.000 bis zu weit über 1 zu mehreren Millionen. Die Suche nach einem passenden Spender ist deswegen auch immer ein Wettlauf auf Leben und Tod.
Fast jeder kann Spender werden: Man sollte zwischen 18 und 55 Jahren sowie in guter körperlicher Verfassung, mindestens 50 kg schwer und vor allem gesund sein. Das heißt, bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein.

DKMS Werbevideo

Es ist so einfach!

Wenn der Entschluss gefallen ist, sich typisieren zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Spender zu werden und die erste Hürde zu überwinden:

    1. Die einfachste (und unblutigste ist), sich im Internet unter www.dkms.de zu registrieren. Alternativ kann man auch seinen Hausarzt aufsuchen, sich dort informieren und vor Ort das erforderliche Infopaket erhalten. Bei der Online-Registrierung erhält der Spender innerhalb weniger Tage das gleiche Infomaterial per Post. In diesem befindet sich ein Abstrich-Set, mit dem man bequem von zuhause aus mit zwei Wattestäbchen einen Abstrich in seinen inneren Wangen im Mundraum macht und diesen dann per Post zurück an die DKMS schickt.

    2. Eine andere Möglichkeit ist, auf eine der öffentlichen Typisierungsaktionen der DKMS zu gehen oder

    3. Zu einer der festen Einrichtung der DKMS, um sich dort 5ml Blut abnehmen zu lassen.

Nach der Registrierung des neuen potentiellen Spenders untersucht das Labor das Blut beziehungsweise die Wangenabstriche. Der Spender erhält daraufhin regelmäßig Post von der DKMS (unter anderem auch eine Spenderkarte und einen DKMS-Anstecker). Da die Laborarbeit zur Bestimmung der Gewebemerkmale aufwendig und teuer ist, wird der Spender gleichzeitig zu einer finanziellen Spende aufgefordert. Die Kosten im Labor, die man freiwillig bezahlen beziehungsweise spenden kann, betragen 50€. Nicht nur der Wille zur Knochenmarkspende ist also wichtig, sondern auch der, Geld zu spenden. Wer nicht die Möglichkeit hat selber Knochenmarkspender zu werden, kann zumindest eine Geldspende entrichten.

Der Ernstfall: Ich muss/darf spenden

Nun ist es soweit. Man erhält einen Anruf oder einen Brief der DKMS und wenn man noch bereit ist zu spenden, wird man aufgefordert sich nochmals Blut, für eine Bluttypisierung beim Hausarzt, abnehmen zu lassen. Wenn bei einem gesunden Spender alle Gewebemerkmale übereinstimmen, folgt ein sehr ausführliches telefonisches Beratungsgespräch über die Methode der Knochenmarkentnahme, Nebenwirkungen, Ort der Entnahme und vieles mehr. Vor der Entnahme gibt es dann eine spezielle Vorsorgeuntersuchung in der Entnahmeklinik (inklusive EKG, Ultraschall) und vor allem viele Infos über die Vorbereitung und den Ablauf der Entnahme.

Für die Knochenmarkspende gibt es zwei Möglichkeiten:

    1. Bei der ersten wird das Knochenmark direkt aus den Beckenknochen entnommen. Da dies schmerzhaft ist, wird die Knochenmarkgewinnung von ca. 1000ml unter Vollnarkose durchgeführt. Dies entspricht 1/10 des Knochenmarks, was aber innerhalb von 2-3 Wochen vom Körper wieder ausgeglichen wird. Da diese Methode mit hohem Blutverlust einhergeht – schließlich werden 1l Knochenmark-Blut-Gemisch abgenommen – findet 1-2 Wochen vor der Transplantation eine Eigenblutspende statt. Der Klinikaufenthalt dauert insgesamt ungefähr 3 Tage und die entstandenen Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

    2. Die zweite Möglichkeit, die periphere Stammzellenentnahme, wird heute wesentlich häufiger angewendet. Dem Spender wird der Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen (G-CSF) gespritzt, wodurch die Stammzellen aus dem Knochenmark vermehrt in die Blutbahn gelangen (Nebenwirkungen sind eventuell grippeähnliche Symptome). Zur Stammzellengewinnung wird das Blut “gewaschen”. Das heißt, es wird ein Katheter in die Armvene eingeführt, der das Blut zu einer Maschine bringt, dort werden die Zellen entnommen, und das Blut wird durch einen zweiten Katheter wieder in den Körper zurückgeführt. Ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik ist nicht nötig, denn dieser Vorgang dauert nur ca. 4 Stunden.

Für dich gibt es nur eine Möglichkeit!

Wenn du zwischen 18 und 55 Jahren alt bist und körperlich gesund, registriere dich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei und werde vielleicht schon nächstes Jahr Lebensretter! Wenn du kein Spender werden kannst oder willst, kannst du auch Geld spenden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: es ist so einfach. Und überwiegt nicht die Neugier deinen genetischen Zwilling kennen zu lernen und ihm das Leben zu retten? Registriere dich nicht morgen, sondern heute noch!

Antonia Gemeinhardt

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