Vettels Titel übertrumpft Schumis Comeback

Sebastian Vettel gewinnt den Weltmeistertitel in der Königsklasse des Motorsports. Sechs Jahre nach Michael Schumacher holt der Heppenheimer den nächsten Titel nach Deutschland. Es war eine spannende Formel 1-Saison mit vielen neuen Teams und Fahrern und natürlich mit der lang ersehnten Rückkehr des Formel 1-Helden Michael Schumacher.

Sebastian Vettel wurde beim Herzschlagfinale in Abu Dhabi am 14. November mit 23 Jahren, 4 Monaten und 11 Tagen jüngster Weltmeister aller Zeiten und schreibt damit Formel 1-Geschichte. Er löste hierbei den Briten Lewis Hamilton ab, der bei seinem Titelgewinn im Jahr 2008 rund fünf Monate älter war. Sebastian Vettel und Teamkollege Mark Webber (Australien) holten sich mit ihrem Team Red Bull Racing schon eine Woche zuvor den Konstrukteurstitel in Brasilien.

So knapp wie in dieser Saison war das Rennen um den Weltmeistertitel noch nie. Bis zum Finale in Abu Dhabi hatten noch vier Fahrer die Chance auf den begehrten Titel. Dabei lag der Spanier Fernando Alonso in seinem Ferrari mit 246 Zählern vorne. Sein direkter Verfolger Webber lag mit dem Red Bull 8 Punkte dahinter. Sebastian Vettel fehlten vor dem letzten Rennen 15 Punkte auf Alonso. Lewis Hamilton hatte in dem McLaren Mercedes mit 222 Zählern nur noch rechnerische Chancen zum zweiten Mal Weltmeister zu werden.

Im finalen Rennen war Vettel mit seinem Red Bull nun aber auf die Hilfe seiner Konkurrenten angewiesen um die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Er musste das Rennen als Erster beenden und der Spanier im Ferrari auf Platz fünf oder schlechter platziert werden. Nach einem spannenden Finale passierte der junge Deutsche die Zielflagge als Erster und holte den fünften Sieg in dieser Saison. Sein größter Rivale Fernando Alonso hatte sich mit seinem Team in der Strategie verzockt und wurde nur Siebter. Ferrari hatte den Spanier zu früh zum Reifenwechsel reingeholt. Alonso blieb im Verkehr stecken und hing einige Runden lang hinter einem Renault Fahrer fest.

Damit ist Vettels Weltmeistertitel der Erste für einen Deutschen in der Formel 1 seit Michael Schumacher im Jahr 2004. Der Kerpener kehrte in dieser Saison im Alter von 41 Jahren und einer dreijährigen Pause in den Formel 1-Zirkus zurück. Schon im letzten Jahr hatte der siebenfache Weltmeister eine Rückkehr geplant. Schumacher sollte den verunfallten Felipe Massa im Ferrari ersetzen. Damals machten ihm jedoch Schmerzen im Nacken einen Strich durch die Rechnung, die Folge eines Motorradunfalls waren. In der Winterpause legte er dann den Grundstein für seine Rückkehr bei dem neuen Team Mercedes GP Petronas an der Seite von Nico Rosberg. Die Stuttgarter trennten sich nach langjähriger Zusammenarbeit vom englischen Team McLaren und gründeten ein eigenes Werksteam. Doch die Rückkehr des Michael Schumacher gelang nicht so erfolgreich wie von vielen erwartet. Das Auto kam meist nach den besten Teams Red Bull, McLaren und Ferrari ins Ziel. Zudem lag seinem Teamkollegen der Mercedes besser und so wurde der Kerpener im teaminternen Duell immer wieder von Roßberg geschlagen. Im vorderen Mittelfeld mitzufahren ist jedoch nicht Ziel des ehrgeizigen Deutschen. Der siebenfache Weltmeister sieht diese Saison eher als Eingewöhnungsphase und möchte in der kommenden Saison mit verbessertem Auto den achten Titel ins Auge fassen.

Außer Mercedes GP sind noch drei weitere Teams neu in die Formel 1 eingestiegen. Mit Lotus, Hispana Racing Team (HRT) und Virgin sind es nun 12 Teams im Feld. Durch die immensen Kosten in der Formel 1 haben es die Teams jedoch sehr schwer und fuhren dem Feld meist mehrere Sekunden hinterher.

Eine lange und spannende Saison geht zu Ende und hat aus deutscher Sicht einen glücklichen Abschluss genommen. Die Teams sind nach dem letzten Rennen direkt in Abu Dhabi geblieben, um die in der kommenden Saison verwendeten Pirelli Reifen zu testen. Erst jetzt geht es für alle in die wohlverdiente Winterpause bis im Februar die ersten Motoren wieder aufheulen.

Patricia Rank

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2 Reaktionen zu “Vettels Titel übertrumpft Schumis Comeback”

  1. Rene

    Super Artikel und echt gut geschrieben! Ich finde es gut, dass ihr mal einen Sportartikel hier bringt.

  2. Willi

    Es sind 24 Rennwagen, nicht 12, denn aus jedem Team starten zwei Piloten. Naja, das musste jetzt sein. Ist ne gute Idee, aber mager umgesetzt. Das hätte man weniger bericht-artig machen können. Mehr deutsche Emotionen, wenn man schon über (Schummel)-Schumi und Vettel schreibt.

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