U-Bahnstationen – Eine Kunst für sich

Ja oder Nein zur Straßenbahn unter der Erde – diese Frage ist in Karlsruhe längst kein Thema mehr. Denn Fakt ist: Es wird gebaut! Mit etwas über 55 Prozent stimmte die Karlsruher Bevölkerung bereits 2002 für eine neue Straßenbahnführung. Nun, nach circa 8 Jahren, ging es in diesem Sommer mit den Baumaßnahmen los. Umgeben von Baustellen kommt bei uns nun die Frage auf, was uns denn in Zukunft erwartet: Wie sieht Karlsruhe in ein paar Jahren aus?

Es soll ein Projekt sein, das hauptsächlich der Fußgängerzone in der Innenstadt ein neues, gemütliches Flair verleiht. Im Moment ist jedoch leider noch das genaue Gegenteil der Fall. Lärm, Umleitungen, große Baustellen machen es schwer, sich in der Stadt wohl zu fühlen. Lohnt es sich, ein Auge zuzudrücken und sich gespannt auf das Ergebnis in einigen Jahren zu freuen?

U-Bahn all over the world

Auch wenn die zukünftige Schienenführung eine Kombilösung ist, also sowohl Fahrten über als auch unter der Erde beinhaltet, kann es doch interessant sein, sich nach Vergleichsbeispielen für U-Bahnstationen umzuschauen. Die Gestaltung der Haltestellen in einigen Großstädten der Welt sind durchaus sehenswert.

Das wohl bekannteste Design in Sachen U-Bahnstationsgestaltung ist hierbei London zuzuschreiben. Die weltweit bekannten rot-weiß-blauen Schilder mit der Aufschrift “Underground” sind charakteristisch für die englische Großstadt. Die Architektur an sich ist jedoch eher schlicht gestaltet.

Ein komplettes Gegenbeispiel hierfür liefert die Hauptstadt der russischen Föderation: Moskau. Schon von außen lässt sich hinter bzw. unter dieser prachtvoll geschmückten Fassade wirklich nur schwer eine U-Bahnstation vermuten.

Und selbst der Innenraum erinnert mehr an eine Jahrhunderte alte Empfangshalle in einem Schloss als dass man sich vorstellen könnte, dass hier tatsächlich Bahnen hindurchfahren.

Made in Germany

Auch in Deutschland gibt es unterschiedlichste Gestaltungsbeispiele, die, durch ihre Extravaganz besonders auffällig, teilweise auch leider – nun ja, sagen wir: Geschmackssache sind. So beispielsweise am Fehrbelliner Platz in Berlin:

Die Haltestelle am St. Quirin-Platz in München hingegen zeichnet sich durch künstlerische Innovation aus und ist durch ihr einzigartiges Design, sowohl außen als auch im Innenraum, besonders beeindruckend. Die Lichtkuppel, ein muschelförmiges Dach aus Glas, ist in ihrer Architektur sicherlich einzigartig für eine U-Bahnstation.

Und in Karlsruhe?

2016 soll es fertig sein – das Projekt, bei dem sich bestimmt viele Bewohner der Stadt noch nicht so recht vorstellen können, wie es schlussendlich aussehen wird. Einen Vorgeschmack für interessierte Bürger bietet die extra hierfür eingerichtete Homepage der Kombilösung, die erste Eindrücke vermittelt. Die wichtigsten Fragen rund um das Projekt werden hier beantwortet und zudem zeigt ein Visionsfilm, wie man sich die Zukunft der Karlsruher Straßenbahnführung vorstellen kann. Für weitere spielerische Eigenaktivität sorgt der interaktive Streckenplan, bei dem man bestimmte Streckenabschnitte genauer unter die Lupe nehmen kann.

Auf die Frage, wie denn die Haltestellen in Zukunft aussehen werden, wird gesagt die Innenräume seien hell und großzügig gestaltet und ein spezielles Lichtkonzept sorge für eine angenehme Atmosphäre. Was für einen Anblick sie von außen bieten ist jedoch noch weitgehend unbekannt.

Werden die neuen Stationen so schlicht und doch einzigartig wie in London, so protzig-prächtig wie in Moskau, so grauenhaft geschmacklos wie in Berlin, so beeindruckend modern wie in München oder vielleicht eine Mischung aus verschiedenen Konzepten? Da dieses Projekt im deutschen Südwesten entsteht, scheint es wahrschienlich, dass die Optik funktional und einfach, aber typisch für die Technologieregion Karlsruhe ebenso modern werden wird. Ob es letztendlich lohnenswert ist, sich auf Vermutungen zu freuen, bleibt abzuwarten.

Nun denn – lassen wir uns überraschen!

Stephanie Buck

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