Naherholung: Kletterparks – Für alle, die hoch hinaus wollen

Deutschlandweit entstehen immer mehr Kletterparks und Hochseilgärten, denn Klettern liegt im Trend. Einige sind auch im Umkreis von Karlsruhe zu finden und ermöglichen eine Form der Erholung und Freizeitgestaltung, bei der man sich richtig auspowern kann. Der Reiz des Besuchs eines solchen Ausflugsziels besteht für viele darin, ihre Ausdauer und ihre Grenzen zu erfahren. Mehr und mehr Menschen finden Gefallen an den für jedermann zugänglichen Kletterparks und dem Adrenalin-Kick einen Parcours in luftigen Höhen zu überwinden. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Klettergarten, Hochseil- und Waldseilpark? Und für wen ist was das Richtige?

Ein kleiner Überblick

Kletterparks besuchen kann grundsätzlich jeder, denn dies ist ganz ohne eine erforderliche Erfahrung oder Vorbildung möglich, im Gegensatz zum Klettern in einer Kletterhalle, wie The Rock in Karlsruhe. In Hallen sind für Anfänger meist Einsteigerkurse von Nöten, um das vorausgesetzte Grundwissen an Sicherungstechniken, wie etwa Knoten oder Partnersicherung zu erlernen. In Kletterparks ist selbst für Besucher mit Höhenangst gesorgt, sei es mit persönlicher Betreuung oder niedrigem Anfängerparcours. Alles was man mitbringen sollte ist Spaß am Klettern und festes Schuhwerk. Unterscheiden kann man die Parks prinzipiell in zwei Grundtypen: Hochseilparks (auch Hochseilgarten genannt) und Waldseilparks (auch Waldseilgarten oder Kletterwald genannt). Die jeweiligen Bautypen differenzieren sich jeweils noch in ihrer Größe und auch in ihrer Intention, so können sie zum Beispiel über Sportler- oder Adventurepark bis hin zu Kinder- und Familienpark variieren. Oftmals sind die Grenzen nicht klar abzustecken, denn ein Sportler kann auch durchaus in einem Familienpark seinen Nervenkitzel erleben.

Der Waldseilpark – Für Individualisten

Ein Waldseilpark zeichnet sich dadurch aus, dass er aus Parcours besteht, die an den Bäumen der jeweiligen Waldfläche befestigt sind. Die Hindernisstrecken sind durch unterschiedliche Elemente miteinander verbunden. Diese Module können Balken, Seile oder Hängebrücken sein und müssen von dem Besucher kletternd, balancierend, hangelnd oder rutschend überwunden werden. Der Waldseilpark bietet meist eine große Vielfalt an Übungen und Parcours, die der Kletterer zumeist allein bestreitet. Ein bekanntes Beispiel aus der Umgebung Karlsruhes ist der FunForest AbenteuerPark in Kandel, den man von Karlsruhe aus mit dem Auto oder der Bahn in rund 20 Minuten erreichen kann.

Der FunForest bietet eine große Bandbreite an Parcours, von Kids- oder Übungsstrecken über Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bis hin zu dem Iron-Man Parcours, der nur für Kletterer ab 18 Jahren zugänglich ist. Die Hindernisetappen werden mit zunehmender Schwierigkeit auch immer höher in die Baumkronen gelegt. Während sich die vier kurzen Übungsdistanzen auf einer idealen Einsteigerhöhe von drei bis vier Metern befinden, stellt eine andere Etappe mit dem höchsten Podest auf sieben Metern schon eine deutlichere Herausforderung dar. Ein Parcours besteht jeweils aus bis zu 22 unterschiedlichen Stationen. So begegnen dem Kletterer z. B. Hängebrücken, Tunnel oder Seilrutschen. Aber es geht auch noch individueller: Haben Sie zum Beispiel schon mal in luftiger Höhe auf einem Surfbrett eine Straße überquert oder haben Sie schon einmal die Möglichkeit gehabt eine 250m lange Seilrutsche zu benutzen?
Selbstverständlich geht das alles nur mit der angemessen Sicherheit. Jeder Besucher des FunForests erhält eine detaillierte Einweisung, sowie ein Klettersteigset, welches Gurt und Helm beinhaltet, außerdem ein Sicherheitsseil, an welchem der Gurt mit Sicherungsleinen eingeklinkt ist. Das Sicherheitsseil begleitet den Teilnehmer die gesamte Wegstrecke.

Der Hochseilpark – Für Teambegeisterte

Der Hochseilpark befindet sich meist auf freiem Gelände, wie etwa einer Wiese und die Parcours mit ihren unterschiedlichen Plattformen sind an speziell hierfür gesetzten Pfählen befestigt. Im Gegensatz zu den Waldseilparks, wie dem FunForest, sind Hochseilparks meist nicht so weitläufig und groß. Häufig besitzen sie auch keine festen Öffnungszeiten, sondern sind nur in Gruppen und mit vorzeitiger Anmeldung besuchbar.

Ein Beispiel für einen Hochseilpark (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Highropesskyranchlutheran.JPG)


Gerade die Teilnahme als Gemeinschaft spielt in Hochseilparks eine zentrale Rolle, denn hier geht es verstärkt darum als Team zu agieren, um die Hindernisstrecken zu bewältigen. Häufig werden Hochseilgärten daher auch von Firmen oder Schulklassen gebucht. Zu finden ist ein Hochseilpark zum Beispiel in Ettlingen, keine 15 Autominuten von Karlsruhe entfernt. Der Große Abenteuerturm Ettlingen, kurz gate genannt, ist eine Konstruktion aus mehreren Masten, welche durch Stahlseile miteinander verbunden sind. Der gate bietet ebenfalls Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Höhen. Den Hochseilpark in Ettlingen zu besuchen, bedeutet als Gemeinschaft Grenzerfahrungen auszutesten und Herausforderungen standzuhalten. Jedoch ist jeder Kletterer aufgrund der Freiwilligkeitsregel jederzeit dazu in der Lage, eine Aktion abzubrechen. Gruppen, die den gate besuchen, erhalten eine individuelle Gruppenbetreuung durch ausgebildete Trainer. Ziele des Ettlinger Hochseilparks sind neben den intensiven Selbst- und Gruppenerfahrungen ebenfalls die Förderung von Kommunikation und Kooperation.

Zum Nachlesen

Waldseilpark

FunForest AbenteuerPark Kandel
Nur für Gruppen ab 15 Personen ist eine telefonische Anmeldung, mind. einen Tag vorher erforderlich.

Hochseilpark
Großer Abenteuerturm Ettlingen
Sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen ist eine Voranmeldung nötig.

Hier findet sich jeweils eine Übersicht von Waldseilparks und Hochseilparks in der Region.

Sabine Wegmann

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