Zu Besuch bei den Kobolden!

Die meisten kennen vermutlich das Gefühl: Irgendwie scheinen es alle während den Semesterferien geschafft zu haben, in den Urlaub zu fahren, außer einem selbst. Man musste arbeiten/lernen/die Eltern besuchen und jetzt ist die vorlesungsfreie Zeit natürlich fast vorbei, man hat Hummeln im Allerwertesten und das Reisefieber treibt einen zu Hause schier die Wände hinauf. Zwei Wochen Strandurlaub sind natürlich nicht drin, aber das wäre einem sowieso zu langweilig. Was macht man also nun mit den paar verbliebenen Tagen, bevor der Vorlesungsalltag wieder losgeht?

Für alle, die noch nicht die Hauptstadt des Landes der Kobolde, der ‘Grünen Insel’ Irland gesehen haben, hier als Vorschlag: Dublin! Die Heimatstadt Bram Stokers und James Joyces zeigt, dass dieses Land eindeutig mehr zu bieten hat als die unendlichen Weiten grüner Wiesen, Schafe und salzige Butter. Für seine eher geringe Größe ist Dublin sogar sehr gut ausgestattet mit Sehenswürdigkeiten, wodurch diese auch relativ nahe beieinander liegen. Perfekt also für einen Wochenendurlaub.

Angebracht in diesen Breiten ist auf jeden Fall ein Regenschirm oder ein Regencape. Wobei das Cape fast besser ist, weil der Wind oft so stark ist, dass es unmöglich ist, einen Schirm zu benutzen. Hat man wind- und wasserfeste Sachen mit dabei, ist man hier auf jeden Fall im Vorteil – zu jeder Jahreszeit!

Stadttour

Da Dublins Attraktionen tatsächlich sehr vielfältig sind, lohnt es sich, diese auf 2-3 Tage aufzuteilen. Aber selbst dies gibt natürlich nur einen kleinen Einblick in den sehr eigenen Charme dieser Stadt.
Am Besten, man fängt direkt im Zentrum an, der O’Connell Street. Von hier fahren auch Busse in alle möglichen Richtungen. Was in dieser Straße am allermeisten ins Auge fällt, ist der Spire, das Wahrzeichen Dublins. Dieses nadelartige Monument wurde anlässlich des Milleniums gebaut, verspätete sich allerdings um Jahre. Für die shoppingwütigen unter uns bietet diese Straße außerdem auch einige günstige Möglichkeiten, sich neu einzukleiden.

Geht man nun Richtung Süden, auf die Liffey, den berühmten Fluss der Stadt, zu und passiert die eindrucksvoll breite O’Connell Brücke, kommt man zum südlichen Teil der Stadt. Gleich auf der rechten Seite beginnt hier das berühmte Viertel Temple Bar. Tagsüber ist dies das multikulturelle, künstlerische Viertel. Man trifft auf viele Straßenmusiker und –pantomime, Läden mit Schmuck aus aller Welt und Irland und vielen Restaurants und Cafés. Über Nacht, wenn alle Geschäfte zu sind, verwandelt es sich in ein nicht weniger schillerndes Kneipenviertel. Hier fällt es auf keinen Fall schwer, sich nach einem informationsreichen Tag in das Dubliner Nachleben zu stürzen und viele neue Bekanntschaften zu schließen.

Wie in allen großen Städten sollte man sich hier aber vor Taschendieben in Acht nehmen. Die Straßen in Temple Bar sind meist sehr voll, sodass es schnell gehen kann, dass das Portemonnaie plötzlich verschwunden ist.

Ein weiterer sehenswerter Ort ist das Trinity College gegenüber der Bank of Ireland. Die Universität, welche größtenteils von Mitte bis Ende des 18. Jahrhundert gebaut wurde, beinhaltet neben wunderschönen Gebäuden und Grünanlagen auch die alte Bibliothek mit dem Book of Kells. Wer die sehr hohen Eintrittspreise nicht scheut, kann dieses sogar aus der Nähe bewundern.

Raus aus dem College geht’s vorbei an der Statue von Molly Malone, eines der vielen Wahrzeichen der Stadt, weiter zur Grafton Street, der exklusiveren Einkaufsstraße Dublins. Traut man sich von hier aus ein bis zwei Seitenstraßen nach rechts, findet man einige sehr interessante kleinere alternative Läden.

Am Ende der Grafton Street stößt man auf einen eher kleinen aber sehr feinen Park, den St. Stephen’s Green. Dieser eignet sich hervorragend, um am Ende einer Besichtigungstour fernab von jeglichem Straßenlärm zu verschnaufen und die liebevoll und farbenfroh angelegten Beete und die romantischen Wege und Teiche zu bewundern.

Relativ nahe zum St. Stephen’s Green ist die sehr eindrucksvoll St. Patricks Cathedral, die größte Kathedrale in Dublin. Sie steht in der Nähe der Quelle, wo St. Patrick, der Nationalheilige Irlands, angeblich einst zum Christentum konvertierte Iren taufte.

Bewegt man sich von hier aus nun wieder in Richtung Fluss, geht man auch gleichzeitig in Richtung des Dubliner Schlosses. Dieses ist, wie irgendwie alles in Dublin, relativ klein (in ganz Dublin sind keine großen Hochhäuser zu sehen). Eine Besichtigung ist sehr interessant und man lernt viel über die Geschichte Dublins, allerdings ist eine Zeiteinplanung von 2-3 Stunden nötig.

Speis und Trank

Bekannt ist Irland ja aber nicht nur für britische Herrschaft und Bürgerkrieg, sondern viel mehr für seine kulinarischen Erzeugnisse (und auch hier nicht nur für Kerry Gold Butter). Und wenn man schon in Dublin ist, so wäre es ein großes Versäumnis, nicht bei den Gedenkstätten der bekanntesten irischen Getränke vorbeizuschauen: der Guinness Brewery und der Jameson Distillery. Die beiden liegen zwar etwas außerhalb des Zentrums, sind allerdings auch zu Fuß noch recht gut zu erreichen und der Marsch lohnt sich auf alle Fälle.

Zur Guinness Brauerei sollte man möglichst früh aufbrechen, da die Warteschlangen in der Regel sehr lang sind. Als Belohnung für das lange Stehen wird man aber mit einer ausführlichen Führung durch die Welt der Bierherstellung und die Geschichte der Brauerei belohnt.

Die Jameson Distillery ist ein Museum über die 1780 gegründete Jameson Brennerei, dem Erzeuger einer der bekanntesten Sorten von irischem Whiskey. Das Haus ist immer noch das Originalgebäude, welches nach der Verlagerung der Produktion nach Midleton in eine modernere Anlage umfunktioniert wurde. So können heute Touristen die Herstellung des beliebten Getränks bewundern. Am Ende findet sogar eine kleine Verkostung statt.

Umgebung

Mit der DART, einer kleinen Stadtbahn und dem irischen Bussystem kommt man sehr leicht auch an etwas abschüssig gelegene Ziele. Der öffentliche Verkehr innerhalb und außerhalb der Stadt läuft aber größtenteils über Busse.

Was auch noch wirklich wunderschön, von Dublin aus leicht zu erreichen aber sehr zeitintensiv ist, ist Howth, eine kleine Halbinsel nördlich der Stadt. Von hier aus kann die atemberaubende Schönheit der irischen Küste betrachtet werden. Ein Besuch wäre ideal, um den kulturellen und unterhaltenden Einblick in die irische Hauptstadt nun mit einem so umwerfenden Naturerlebnis abzurunden.

Bilder:
O’Connell Street:Lizenz
St. Stephens Green:Mike Peel, Lizenz
Jameson:Hans-Peter Eckhardt, Lizenz

Sophie Penseler

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