Die Bienenhüterin

South Carolina, 1964: Die afroamerikansiche Bevölkerung kämpft für ihre Bürgerrechte. Rassismus ist weit verbreitet und allgegenwärtig. Zu dieser Zeit spielt das Drama Die Bienenhüterin (engl. Original: The Secret Life of Bees). Regisseurin Gina Prince-Bythewood machte sich 2008 daran, den gleichnamigen Bestsellerroman von Sue Monk Kidd zu verfilmen.

Die Geschichte

Die 14-jährige Lily Owens (Dakota Fanning) lebt mit ihrem gewalttätigen Vater T. Ray (Paul Bettany) und der schwarzen Haushälterin Rosaleen (Jennifer Hudson) auf einer Pfirsichfarm. Lilys Mutter starb bei einem tragischen Unfall vor zehn Jahren. Seit diesem Tag spricht T. Ray nicht mehr über seine Frau Deborah. Der Teenager wünscht sich sehnlichst mehr über die eigene Mutter zu erfahren.

An ihrem Geburtstag geht Lily gemeinsam mit Rosaleen in die Stadt. Die junge Afroamerikaninerin will sich in das Wahlregister eintragen lassen. Das wiederum passt vielen der weißen Mitbürgern nicht. Es kommt zu einem brutalen Zwischenfall und Rosaleen muss in ein Krankenhaus. Noch am gleichen Abend beschließt Lily ihre Freundin aus dem Krankenhaus zu holen und macht sich mir ihr auf den Weg nach Tiburon. In der kleinen Stadt, so hofft das Mädchen, wird sie mehr über ihre Mutter erfahren. Den Hinweis auf diese Stadt erhält Lily durch ein paar wenige Sachen, die sie von Deborah besitzt: Ein Paar Handschuhe, ein Bild der jungen Debbie und ein Abbild einer schwarzen Madonna.

In Tiburon angekommen entdeckt Lily im Schaufenster eines Diners Honiggläser deren Banderole eine schwarze Madonna ziert. Auf Nachfrage erfährt sie, dass der Honig von August Boatwright (Queen Latifah) geliefert wird. Sie bewohnt, gemeinsam mit ihren Schwestern June (Alicia Keys) und May (Sophie Okonedo), ein pinkfarbenes Haus. Dort beginnt Lilys Suche.

Die Darsteller

Bei genauerer Betrachtung verblüfft die Liste der Darsteller: Nicht alle sind hauptberuflich Schauspieler. Da sticht zunächst Alicia Keys heraus. Die Musikerin fügt sich perfekt in die Rolle der June, eine sture, etwas arrogante Lehrerin. Keys selbst hatte sich vor Drehbeginn jedoch die Rolle der May gewünscht. Laut eigener Aussage sah sie darin eine Herausvorderung. Gina Prince-Bythewood hatte allerdings von Beginn an klare Vorstellungen und behielt diese bei. Alicia Keys sollte sich, trotz einiger Auftritte in Filmen, weiterhin lieber der Musik widmen.

Paul Bettany und Queen Latifah stellen die absoluten Gegenpole dar: Er als der gewaltbereite, brutale Vater T. Ray und sie als die führsorgliche, sensible Imkerin August. Bettany zeigt einmal mehr, wie vielseitig er sein kann. Den brutalen Egoisten spielt er erschreckend gut. Der Charakter der August Boatwright wird durch Latifahs Erscheinungsbild harmonisch abgerundet.

T. Ray Owens (Paul Bettany)

Jennifer Hudson scheint eher unterfordert zu sein. Trotzdem zeigt sie sich sehr überzeugend als starke, sich auflehnende Rosaleen.

Die jüngste Darstellerin ist Dakota Fanning. Mit eben mal vierzehn Jahren (Fanning ist am 23. Februar 1994 geboren) einen solch emotionalen Charakter zu spielen ist sicherlich ungewöhnlich. Entgegen allen Lobes ist sie nicht die Schauspielerin, die alle anderen in den Schatten stellt. Einige der Dialoge, die Lily führt, erscheinen zu altklug. Manche Aussagen entsprechen in keinster Weise dem Naturell eines Teenagers.

Auf den ersten Blick scheint May der unscheinbarste Charakter des gesamten Films zu sein. Bedenkt man die Schwierigkeit der Dartsellung einer solchen Person, so muss Sophie Okonedos Talent hervorgehoben werden. Mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es ihr May zum heimlichen Star des Films zu machen.

August unterrichtet Lily

Fazit

Sue Monk Kidd lobte die Arbeit von Gina Prince-Bythewood. Die Autorin machte der Regisseurin und deren Team das wohl größte Kompliment: Sie sagte, dass jedes Filmset exakt so ausgesehen habe, wie sie es sich während des Schreibens vorgestellt hatte. Dabei hebt sie besonders die Details im Inneren des rosafarbenen Hauses hervor.

Prince-Bythewoods Arbeit begeistert den Zuschauer nicht nur mit Requisiten, sondern vor allem durch eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen. Diese erzeugen wiederum, gemeinsam mit der Musik, eine besondere Atmosphäre.

Der Film schafft es ebenso die Probleme der nordamerikanischen Südstaaten glaubhaft und zuweilen brutal darzustellen. Dem entegen stellt er gleichzeitig die Sehnsucht nach einer gerechteren Welt, die im Hause Boatwright ihre Erfüllung findet. Dadurch droht der Film leider in manchen Momenten ins Kitschige abzurutschen.

Im Großen und Ganzen ist es ein Film voller Emotionen, Hoffnungen, einfachen Wahrheiten, aber auch voller Rassismus und Gewalt.

Der Film ist im Rahmen der DVD-Reihe Cine Project erhältlich und zählt damit eher zu den Alternativfilmen Hollywoods.
Anna-Meta Langenfeld

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