Der Katze und Die Hund

Der Katze? Die Hund? Da muss ein Irrtum vorliegen! Nein, nein, ganz im Gegenteil. Bei Der Katze und Die Hund handelt es sich um eine Band aus Karlsruhe. Wer sich allerdings vom Namen verleiten lässt, der kommt schnell zu der Annahme, dass es sich hier nur um zwei Leute handelt. Weit gefehlt: Es sind drei sympathische Jungs die ausschließlich akustische Musik mit deutschen Texten machen. Der Katze, Das Und und Die Hund spielen nur selten auf Bühnen, sondern vorwiegend auf der Straße.

Hinter den Pseudonymen Der Katze, Das Und und Die Hund verbergen sich die jungen Musiker Fabian Müller, Joshua Grundberger und Christof Czuck. Die drei verbindet nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch ihre Freundschaft.

Wir sind verabredet zum Interview in einer kleinen Karlsruher Bar. Bereits im Vorfeld hatte Fabian mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass “…das Und grad herum reist und demnächst auf dem Weg nach Indien ist”. So treffe ich zunächst auf “Der Katze” Fabian, nur wenig später gesellt sich “Die Hund” Christof dazu. Bei kalten Getränken und Flammkuchen entwickelt sich schnell ein entspanntes und fröhliches Gespräch.

KA.mpus: Eine Frage gleich vorweg: Wie seid Ihr eigentlich auf Euren Namen gekommen?

Christof: Da bräuchten wir noch eine spektakuläre Story, denn die Reale ist ziemlich lahm (lacht). Wir haben eben nach einem Namen gesucht. Wie jede Band. Jeder hat aufgeschrieben was ihm eingefallen ist. Für mich musste das ein Name sein, bei dem ich denke: “Das ist er”. Und so war´s dann auch.

Fabian: Wir haben auch aus dem Freundeskreis Vorschläge bekommen. Aber eigentlich kann man ja sagen, dass alles irgendwie Bestimmung war. Also, mit der Verteilung der Namen (lacht).

KA.mpus: Wie meinst Du das mit der Bestimmung?

Christof: Na ja, dass Fabi eben Der Katze ist und ich Die Hund. Da gibt es eine kleine Geschichte dazu. Ich hab mir vor vielen Jahren ein kleines Tattoo stechen lassen, am Fuß. Ich bin von Sternzeichen her Widder und dachte, das wäre das chinesische Zeichen für Widder. Irgendwann hat mich ein Tätowierer auf das Tattoo angesprochen und gesagt, dass das Zeichen nicht für Widder, sondern für das chinesische Tierkreiszeichen Hund steht. Zum Glück (bricht in schallendes Lachen aus) bin ich tatsächlich Hund im chinesischen Sternzeichen. Und so hat das Ganze ja gepasst – Schicksal eben.

Fabian: Zu Beginn waren wir ja auch nur zu zweit. Joshua kam erst später dazu. Aber er hat sich total gefreut, dass er “Das Und” ist.

KA.mpus: Und wie kam es dazu, dass Ihr die Artikel vertauscht habt? Denn das ist wohl das Auffälligste an Eurem Namen.

Fabian: Der Name ist ja eigentlich gar nicht auf unserem Mist gewachsen, sondern es war ein Vorschlag eines Freundes – wir fanden es gut und habe ihn so übernommen. Und es hört sich einfach irgendwie lustig an, oder zumindest anders.

KA.mpus: Korrigieren Euch die Leute da nicht oftmals? So nach dem Motto: Da ist Euch ein Fehler unterlaufen, müsste es nicht heißen…?

Christof: Doch schon. Am Anfang ist es uns selbst passiert, dass wir es vertauscht haben – also es eigentlich richtig gesagt haben. Die Katze und der Hund also. Aber irgendwann gewöhnst Du Dich daran und dann klingt es eher falsch, wenn jemand es richtig sagt. Das war dann anfangs ein wahrer Artikel-Salat, weil sich plötzlich alles seltsam anhörte. (Fabian bejaht das durch Nicken mit dem Kopf und beide lachen)

KA.mpus: Seit wann gibt es Euch denn jetzt schon? Und wie habt Ihr Euch gefunden?

Fabian (überlegt kurz): Seit Ende des vorletzten Jahres, also seit fast zwei Jahren, oder? Was meinst Du? (zu Christof)

Christof: Ja, seit etwa zwei Jahren. Kennen gelernt haben wir uns durch einen Studienkollegen von Fabi. Der hat uns bekannt gemacht…Erzähl Du mal!

Fabian: Ich habe längere Zeit keine Musik mehr gemacht und habe jemanden gesucht, der auch Lust hatte mal wieder was zu machen. Mein Kumpel hat dann gemeint, dass er da einen kennt, der auch schon eine Weile keine Musik mehr gemacht hätte, aber gerne würde. So ist das eben passiert. (beide lachen)

Christof: Joshua kam übrigens erst ein paar Tage vor unserem ersten Auftritt in die Band. Da hatten wir zwei schon sechs Wochen geprobt. Aber das hat einfach super gepasst und seit dem ist er dabei.

KA.mpus: Ihr habt also vorher schon in Bands gespielt?

Fabian: Ja, haben wir. Aber das war nie was vergleichbares, sondern immer härter (Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist der Musikstil). Dass wir mal akustische Musik machen würden – das war so nicht geplant.

Christof: Ich hatte das geplant (grinst).

Fabian: Ja, du hast mich dazu verleitet. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut klappt.

Christof: Fabi hat extra für uns angefangen Bass zu spielen.

KA.mpus: Wirklich? Welches Instrument hast Du denn vorher gespielt? Habt Ihr alle andere gespielt?

Fabian: Ich habe vorher Schlagzeug gespielt und nur so zum Spaß auf der akustischen Gitarre gespielt. So als Begleitung, wenn ich Lieder geschrieben habe.

Christof: Ich habe Bass gespielt und jetzt spiele ich eben die Gitarre. Es hat sich alles ein wenig verschoben (lacht).

Fabian: Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mal singe (lacht).

KA.mpus: Ihr spielt hauptsächlich auf der Straße. Wie kam es dazu? Und wo probt Ihr eigentlich? Habt Ihr einen festen Ort dafür?

Christof: Wir proben da, wo es grade geht. Einen festen Ort oder feste Termine gibt es kaum. Das ist jetzt so oder so schwieriger geworden, denn Joshua beispielsweise wohnt jetzt in Marburg. Da könnten wir uns nicht mehr regelmäßig treffen. Manchmal proben wir einfach auf der Straße. Oder aber bei mir im Wohnzimmer, im Park… Ich arbeite in einem Jugendzentrum, da können wir dann auch mal hin.

Fabian: Die Sache mit der Straßenmusik ist einfach was völlig anderes. Es gibt keine Bühne auf der man steht, die Leute sind viel freier, gehen viel leichter mit der Musik mit. Es ist toll, wenn man plötzlich von tanzenden Menschen umgeben ist. Aber am Anfang kostet es mich immer ein bisschen Überwindung. Die anderen beiden haben das früher schon gemacht, sind quasi Profis.

Christof: Joshua und ich würden am liebsten immer gleich loslegen, aber Fabi braucht immer etwas länger. Nur wenn wir dann mal spielen, dann sind wir irgendwann fertig und Fabi will nicht mehr aufhören (beide lachen). Außerdem ist man auf der Straße viel freier beim musizieren und verspürt keinen Leistungsdruck, wie beispielsweise bei ‘richtigen’ Konzerten. Man hat einfach ne Menge Spaß und das strahlt man dann auch irgendwie aus – und dann macht es den Leuten die gerade zuhören auch Spaß.

KA.mpus: Kommt Ihr dann viel rum? Und was macht Ihr mit Euren Einnahmen?

Christof: Letztes Jahr waren wir wirklich viel unterwegs. Da haben wir häufig Straßenmusik gemacht. Unsere ‘Tour’ ging vom Bodensee über den Breisgau, durch´s Schwabenländle, über Heidelberg bis nach Marburg. Der Plan war und ist mit der Straßenmusik die Studioaufnahmen zu finanzieren.

Fabian: Der Plan geht auf. Mal mehr und mal weniger. Aber mir ist eben mal aufgefallen, dass wir viel mehr außerhalb von Karlsruhe gespielt haben (lacht).

KA.mpus: Wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben? Gibt es einen vergleichbaren Stil bei anderen Bands?

Christof: Ich würde sagen, wir haben einen eigenen Stil gefunden. Aber wie ich den beschreiben würde, gute Frage. Ich höre selbst viele deutsche Sachen und wüsste bei den meisten selbst nicht, wie ich deren Stil beschreiben würde.

Fabian: Mh, schwierig. Vielleicht Gipsy Jazz ohne Jazz (lacht)?

Christof: Alles und nichts. Da sind Elemente von Pop, Polka, akustischer Musik eben und so vieles mehr. Aber letztendlich ist es doch eine Art Popmusik.

Fabian: Am Anfang haben wir es sehr weit gefasst und gesagt, dass es was zwischen Simon and Garfunkel und Motörhead ist. Leider haben die Leute das oftmals falsch verstanden. So ähnliche Musik wie wir sie machen kannte ich vorher kaum.

Christof: Vergleichen würde ich andere Sachen nicht direkt mit uns. Wobei ich schon sagen muss, dass es ein paar deutsche Bands gibt, die ähnliche Musik machen.

KA.mpus: Eine letzte Frage: Wann und wo kann man Euch demnächst sehen und hören?

Fabian: Außerhalb der Fußgängerzone (lacht)? Wir werden noch auf diversen Straßenfesten spielen. Aber die nächste größere Sache ist am 25. September in Karlsruhe im Rahmen der Kunst- und Kulturnacht “Schwein gehabt!”.

Christof: Vielleicht gehen wir noch als Vorband auf Tour, aber das ist nicht sicher. Sonst gibt es keine Pläne.

Fabian: Ich finde, dass es nicht schlimm ist keinen Plan zu haben. Der Plan macht sich einfach selbst (lacht).

Wer jetzt neugierig geworden ist kann sich auf der myspace-Seite von Der Katze und Die Hund umschauen.
Anna-Meta Langenfeld

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