Grillen! Aber wo?

Das Fleisch sieht so lecker aus, dass einige schon seinen würzigen Geruch in der Nase haben. Zum Ärger für manchen Nachbarn, kann der Duft des ursprünglichen Kochens doch zum Mittelpunkt eines gemeinschaftlichen Nachmittages werden. Welche Orte bieten sich dafür an, was ist eigentlich erlaubt oder könnte teuer werden?

Ist man auf dem heimischen Balkon der jeweiligen Hausordnung unterworfen, so kommt es unter freiem Himmel auf die kommunale Selbstverwaltung an, welche die Güter eines sinnvollen und menschlichen Daseins bereitstellen muss (Art.28,2 des GG). Dass das Grillen zur Grundversorgung gehört scheint sich nach repräsentativen Umfragen aus demokratisch zu rechtfertigen: Nur 18% der Deutschen grillt nicht gern, eine wachsende Mehrheit dagegen schon². Dabei kommt es bei 83% selten vor, dass Nachbarn beim Grillen keine Rücksicht nehmen. Das Grillen im Garten oder Balkon ist in Karlsruhe zwar nicht grundsätzlich verboten, doch muss nicht selten die Polizei wegen einer „Geruchs- oder Lärmbelästigung“ anrücken. Dabei kann man ja auch mal mit den Nachbarn reden, vielleicht auf einen Elektrogrill ausweichen. Wer möglichen Ärger gleich aus dem Weg gehen, und ein ordentliches Feuer in der Natur zustande bringen will, kann dies auf einen der sechs städtischen Grillplätze tun (s.u.).

Gegenüber den offiziellen Einrichtungen hat sich, zumindest unter Karlsruher Studenten, der Fasanengarten (östl. hinter dem Schloss) mit seinen grünen Auen und exotischen Bäumen als Lieblingsort etabliert. Hier sei gewarnt, dass auch hier offenes Feuer im Wald untersagt ist (wie auch das Rauchen von März bis November). Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Polizei hier durchaus öfters patrouilliert und die Ordnungswidrigkeit bisher gewährt hat – was auch an einer kritischen Masse der unzähligen Grillenden gelegen haben kann. Damit der botanische Garten auch weiterhin paradiesische Verhältnisse bieten kann, sollte, neben besserem Müll-Management, zumindest von den Einweg-Grills abgesehen werden, die zu oft Brandflecken hinterlassen.

Die Grillfreude kann auch noch gesteigert werden, wenn bei passendem Wetter mit dem Besuch eines Badesees verbunden wird, wie es der Weingartner Baggersee ermöglicht. Unter der Woche ist dieser selten überfüllt und bietet bis in die Abendstunden einen Ort des Rückzugs in die Ursprünglichkeit und der Besinnung bei archaischen Zubereitungstechniken und Lagerfeuermusik.

Offizielle Grillplätze in Karlsruhe

• Zwischen Palmbach und Stupferich an der Autobahnanschlussstelle Karlsbad, südlich des Park-and-ride-Platzes: Drei Grillstellen, Tische, Bänke und eine Hütte.

• An der Friedrichstaler Allee im Hardtwald (Kreuzung Friedrichstaler Allee/L 604 Waldstadt – Eggenstein-Leopoldshafen): Mehrere Grillstellen, Tische und Bänke. Dort ist es auch erlaubt, einen eigenen Grill mitzubringen.

• Am Oberwaldsee im Oberwald: Zwei Grillstellen, Tische, Bänke und eine nicht möblierte Hütte.

• Grillplatz Rennwiese im Rissnert in der Nähe von Rüppurr (Straßenbahn Ettlinger Allee): Zwei Grillstellen, Tische und Bänke.

• An der Tiefentalstraße in Wolfartsweier: Zwei Grillstellen, Tische, Bänke und eine Hütte.

• Grillplatz „Lager“, östlich von Eggenstein: Die Grillplätze können grundsätzlich nicht reserviert werden. Größere Gruppen können jedoch einige Tage vorher einen Aushang anbringen.

Das Wichtigste beim Grillen: gutes Wetter!

Footnote

²http://www.gesundheitsseiten24.de/gesunde-ernaehrung/news/news/studie-deutsche-grillen-mehr-als-frueher.html (20.06.2010)

Joel Szonn

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