Wenn Willi Wildpark ruft…

… Folgen zahlreiche Karlsruher Studenten – egal welchen Studiengangs – und machen sich auf ins Wildparkstadion. Dann heißt es raus mit dem schwarzen Kapuzenpulli, der die exotische Spezies der Studenten unter den übrigen Fußballverrückten nicht mehr als Dieselbigen erkennen lässt und ihnen eine Prise des benötigten Stadion-Charmes verleiht.


Auf diese Weise lässt sich selbst ein sonst so elegant und geschmackvoll gekleideter WiWi – aufgestellter Hemdkragen dürfte als Stichwort wohl genügen – kaum noch von der Masse unterscheiden.
Die Kapuze erfüllt daneben aber noch eine weitere, äußerst praktische Funktion: Man denke nur an die diversen Flüssigkeiten, die sich sonst aus den – sei es aus Jubel oder Frust – umher fliegenden Plastikbechern über einen ergießen würden.

Gut getarnt pilgern die Studenten dann mit der Masse der fußballbegeisterten Fans in aller Herrgottsfrühe den Adenauerring entlang ins Stadion. Die Gründe für solch studentenunfreundliche Anstoßzeiten – wie Samstag 13.00 Uhr oder Sonntag 13.30 Uhr – dürften hinreichend bekannt sein und es sollen an dieser Stelle keine weiteren Ausführungen zu den Spielzeiten der 2. Liga – oder schonender ausgedrückt: der momentanen `Übergangsphase´ des KSCs – folgen.

Aber nicht nur das typische äußere Erscheinungsbild, sondern auch die sonstige Eloquenz eines Studenten geht im Fußballfieber schnell verloren. So können auch aus dem Mund einer Kunstgeschichte­studentin plötzlich Wörter dringen, von denen sie wahrscheinlich selbst nicht glaubte, sie überhaupt zu kennen. Darunter auch solche allseits bekannten und beliebten Äußerungen über die Mütter einiger gegnerischer Spieler, die sich nicht wirklich ziemen, geschweige denn, im alltäglichen studentischen Umfeld gesellschaftstauglich sind. Sie sollen deshalb an dieser Stelle auch nicht weiter erörtert werden, aber so viel sei verraten: Der Phantasie zu neuen Wortschöpfungen sind keinerlei Grenzen gesetzt!

Fest steht, dass die Atmosphäre des Stadions bei Studenten zu kurzzeitigen, dennoch gravierenden Persönlichkeitsstörungen führt. Nach einem Tag im Stadion verschwindet der Kapuzenpulli mitsamt sämtlicher kreativer Wortschöpfungen nämlich in den Tiefen des Kleiderschranks und obenauf liegen wieder die von Mutti sorgsam gemangelten Polohemden, bis es das nächste Mal heißt: Willi Wildpark weckt die Wildsau in dir!!!

Wer diesen Behauptungen keinen Glauben schenken möchte, sollte nächste Saison einfach selbst dem Ruf ins Stadion folgen. Wenn man dann abends zuhause wie aus Trance erwacht und sich fragt, wieso man heiser ist oder allerlei seltsame Gegenstände wie Banner, Flaggen etc. bei sich trägt, hat man wohl die Wildsau Willi Wildpark erlebt…

Christine Back

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