Nachgefragt: Knigge – In oder Out?

Benimmratgeber sind so gefragt wie nie zuvor und die Knigge-Bücher stapeln sich in den Buchläden. Zappt man durch die verschiedenen, Fernsehprogramme scheint gutes Benehmen manchen Jugendlichen und auch Erwachsenen ein Fremdwort zu sein. Fragen wie „Wie putze ich mir die Nase richtig“ und „Wann bleibt das Handy lieber aus“ stellen manche vor scheinbar unlösbare Probleme. Gutes Benehmen im Beruf, bei einem Restaurantbesuch oder im Umgang mit älteren Menschen ist heutzutage jedoch fast unabdingbar.

Doch wie halten es die Karlsruher Studenten mit Verhaltens- und Benimmregeln in ihrer Freizeit? Gehören auch im studentischen Leben Benimmregeln zum guten Ton?
Ka.mpus ging dem Phänomen Knigge genauer auf die Spur und befragte vier Studenten wie sie es mit den Benimmregeln halten und wie wichtig sie diese nehmen.

Julia, 20 (Germanistik):

Jule
Höflichkeit und Anstand finde ich stehen bei den Benimmregeln ganz oben. Meine Eltern haben bei meiner Erziehung und der Erziehung meiner Geschwister immer großen Wert darauf gelegt, dass man gerade älteren Menschen gegenüber gebührenden Respekt zollt. Fahre ich mit der Bahn, dann ist es für mich selbstverständlich älteren oder beeinträchtigten Menschen Platz zu machen oder ihnen zum Beispiel aus der Bahn zu helfen. Respektvolles und zuvorkommendes Verhalten wird meiner Meinung nach auch honoriert und trägt zu einem positiven Miteinander bei.

Stefan, 20 (Maschinenbau):

Stefan_01
Damals in der Schule hat unsere ganze Klasse an einem Benimmkurs teilgenommen. Die Basics kannten wir sicherlich, doch war es für uns alle erstaunlich, auf was alles geachtet wird und wie stark zum Beispiel die Körpersprache zum ersten Eindruck beiträgt. Gerade bei Begrüßungen kann es so viele kleine Unterschiede geben, je nachdem ob man sich in einem Bewerbungsgespräch befindet, sich bei den Eltern von Freunden vorstellt oder ob man zu einem Professor in die Sprechstunde geht. Ich würde jedem raten einmal an einem Benimmkurs teilzunehmen. Man wird staunen wie viele Sachen für einen ganz selbstverständlich erscheinen, die aber im Hinblick auf die Etikette doch anders gehandhabt werden.

Tobias, 24 (Maschinenbau):

Tobi_Knigge-Projekt[1]
Momentan organisiere ich einen großen Ball zu einer Jubiläumsfeier mit circa 400 Gästen. Gerade bei solchen Anlässen ist es wichtig die Etikette zu wahren, dass der Ablauf auch reibungslos von Statten geht. Gerade wenn junge Studenten auf die ältere Generation trifft und der Ball einen festlichen Rahmen haben muss, ist Fingerspitzengefühl schon bei der Planung gefragt. Es muss auf Kleinigkeiten geachtet werden: zum Beispiel beim Verfassen der Einladungen, in denen um eine angemessene Bekleidung gebeten wird. Da heißt es dann für alle Beteiligten: raus aus der Jeans und rein in den Smoking.

Sarah, 24 (Germanistik):

FH Fete (2)-1
Bei einem Date achte ich besonders auf das Verhalten meines Gegenübers: Hebt er mir die Tür auf, hält er Augenkontakt, hat er ein gepflegtes und freundliches Auftreten und geht er auf meine Fragen ein. Das sind für mich unverzichtbare Punkte, die viel über den Charakter eines Menschen aussagen und die Anhaltspunkte darstellen, wie ich einen Menschen einzuschätzen habe. Das sind aber eigentlich Punkte, die für mich selbstverständlich sind, die aber oftmals nicht für wichtig erachtet werden.

Lina Lang

Bookmark Tools
  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Digg
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Add to favorites

Einen Kommentar schreiben