Kennt ihr ihn schon? Faszinierend, gefährlich, unergründlich…?

Er spielt Gitarre, hat eine fantastische Stimme und schreibt seine Songs auch noch selbst. Halt, liebe Leserinnen! Bevor ihr gleich alle nach seiner Telefonnummer fragen wollt, muss ich betonen, dass es sich hier um keine Kontaktanzeige handelt, sondern um die Vorstellung des Karlsruher Singer und Songwriters Jan Wittmer. Aber um eure erste Frage schon einmal vorweg zu klären:
Ja, er ist noch Single!

Spaß beiseite. Faszinierend, gefährlich, unergründlich ist er in der Tat, der Skorpion, Jans Sternzeichen, nach dem er auch eines seiner neuesten Lieder benannt hat. Auch wenn der Songtext beim ersten Hören erst zusammenhanglos erscheint, fällt einem spätestens beim zweiten Hören auf, dass es sich hier nicht nur um einen originellen und lustigen, sondern auch um einen sehr persönlichen Song handelt. Denn Jan singt hier nicht nur über den Skorpion, sondern über sich selbst, seine Interessen, Vorlieben und Abneigungen und das, indem er einfach alle seine StudiVZ-Gruppentitel in einem Song vereint. Songwriting mal anders. So erfährt man, dass er Backpacking und Couchsurfing mag und überzeugter Straßenmusiker und Nichtraucher ist – alles Dinge, die man in einem ersten Gespräch mit ihm möglicherweise nicht erfahren würde.

Diese lustigen, sorgenfreien Lieder sind jedoch nicht alles, was der charismatische Musiker zu bieten hat. Laut eigener Aussage kann man seine Songs in drei Bereiche aufteilen und so greift er neben den eben erwähnten heiteren auch ernste, gefühlvolle sowie sozialkritische Themen auf. Unabhängig davon haben sie alle aber eines gemeinsam: Sie sind persönlich, ehrlich und authentisch und erinnern musikalisch an Indie-Rock à la Damien Rice oder Joshua Radin.

Er macht seinem Sternzeichen alle Ehre: Falls ihr mehr über Jans Privatleben erfahren wollt, müsst ihr euer Glück schon selbst versuchen, denn abseits der Musik gibt er sehr ungern etwas über sich preis.

Songs gespielt und eigenständig komponiert hat Jan schon seit seiner Jugend, genauer gesagt seit seinem 14. Lebensjahr, als er seine erste E-Gitarre in den Händen hielt und gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder und Freunden in Schülerbands musizierte. “Damals habe ich meine Texte noch auf Englisch verfasst, seit zwei Jahren schreibe ich jedoch nur noch auf Deutsch”, erzählt er. Ausschlaggebend dafür waren nicht nur die Erkenntnis sich in dieser Sprache besser ausdrücken zu können, sondern auch Vorbilder wie der deutschsprachige Musiker Philipp Poisel oder die Band Jupiter Jones. Auch der erste Song Slam 2008 im KOHI, bei dem Jan als Gewinner hervorging, prägte seine musikalische Entwicklung. “Nach diesem Erlebnis habe ich mich intensiv mit dem Songwriting auseinander gesetzt. Auch der Anspruch gute Texte zu schreiben ist gestiegen”, sagt er heute rückblickend. Und gute Texte zeichnen sich für ihn dadurch aus, dass sie einen berühren und zum Nachdenken anregen. “Ich mag auch Texte, die nicht ganz offensichtlich sind, so wie ein guter Film, den man mehrmals sehen muss, um alles zu verstehen”, fügt er hinzu.

Wollt ihr Jan auch einmal live erleben ohne aus dem Haus zu gehen? Kein Problem. Das Wohnzimmerkonzert macht’s möglich. Ihr müsst nichts tun außer ein Zimmer bereitzustellen und ein paar Freunde und Bekannte einzuladen. Jan kommt vorbei und singt für euch.

Kontaktmöglichkeiten über: www.janwittmer.de

Vor zwei Jahren entdeckte Jan auch eine weitere Leidenschaft: die Straßenmusik. Während er in den Wintermonaten in seinem Heimstudio an neuen Songs bastelt, trifft man ihn in den wärmeren Jahreszeiten des Öfteren in den Fußgängerzonen der Karlsruher Innenstadt. Auch in den frühen Morgenstunden, wenn die ersten Partygänger ihren Heimweg antreten, kann man ihm, zum Beispiel an seinem bevorzugten Standort, der Kaiserpassage, über den Weg laufen. “Es ist toll mit Musik gute Laune zu verbreiten und die Songs zu spielen, auf die man spontan Lust hat”, verkündet er mit einem Lächeln und gibt zu, dass er mittlerweile sogar fast lieber auf der Straße als auf Konzerten spielt.

Im Moment gilt Jans Aufmerksamkeit in erster Linie der Arbeit an seinem Debütalbum Das Leben ruft Dich, das noch Ende dieses Jahres erscheinen und auf seinem Konzert in der FEST-Vorwoche am 18. Juli 2010 vorgestellt werden soll.

Der Titelsong zum Album entstand im Sommer letzten Jahres und ist seiner Meinung nach der beste Song, den er bisher geschrieben hat. „In diesem Song geht es darum, dass man für einen anderen Menschen nie gut genug sein kann, egal was man tut.” Warum? “Weil die große Welt viel interessanter und aufregender ist, als man es selbst jemals sein könnte”, beantwortet er die Frage und stimmt sogleich in die ersten Akkorde des Songs ein.

Margarita Lang

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Eine Reaktion zu “Kennt ihr ihn schon? Faszinierend, gefährlich, unergründlich…?”

  1. Jan Wittmer

    Drei kleine Anmerkungen…
    1. Mein Album erscheint nicht “Ende dieses Jahres”, sondern voraussichtlich am 18.07.2010
    2. In dem ersten Video werde ich von dem Gitarristen Christoph Fürniß begleitet, der mich genauso wie David Büchner (Schlagzeug, Cajon) mittlerweile bei allen wichtigen Konzerten auf der Bühne unterstützt
    3. Kommt alle zu meinem Konzert bei DAS FEST am 18.07., es wird großartig!
    Viele Grüße, Jan

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