Filmrezension: Adams Äpfel

adam

Der preisgekrönte Independent-Streifen „Adams Äpfel“ ist aus der Riege der besten skandinavischen Komödien nicht mehr wegzudenken und feiert in diesem Jahr sein 5-jähriges Jubiläum. Doch was ist das Besondere an diesem Film?


Ivan Fjeldsted (Mads Mikkelsen) ist der wohl gütigste und gläubigste Pfarrer, den die Filmgeschichte je gesehen hat. Zu seinen Schäfchen zählen der übergewichtige Gunnar (Nicolas Bro), der nach seiner gescheiterten Tennisprofikarriere zu einem Trinker und kleptomanischen Triebtäter verkommen ist und der arabischstämmige Khalid (Ali Kazim), der vor Schießereien und Tankstellenraub nicht zurückschreckt. Beide leben in einem ländlichen Pfarrhaus, wo Ivan es sich zur Aufgabe gemacht hat ehemalige Sträflinge wie sie auf den rechten Weg zu leiten. Seine missionarischen Fähigkeiten tragen jedoch keine Früchte. Wie sollen sie auch? Ivan begegnet allem und jedem mit scheinbar grenzenlosem Verständnis und verschließt die Augen vor der realen und sündhaften Welt. Es ist also eine illustre Runde, zu der sich der gewalttätige und überzeugte Neonazi Adam (Ulrich Thomsen) hinzugesellt, um nach einem Gefängnisaufenthalt seine dreimonatige Resozialisierungszeit zu absolvieren. Er beobachtet das skurrile Treiben, das sich vor seinen Augen abspielt, mit Ungläubigkeit und Verwirrung und beschließt, das Weltbild des Gutmenschen Ivan zu erschüttern. Untermalt wird dieses Szenario von Adams Aufgabe, einen Kuchen mit Äpfeln aus dem Garten zu backen. Nichts leichter als das? – Fehlanzeige.

Adams Äpfel ist eine herrlich absurde Geschichte, die es meisterlich schafft, verschiedenste Emotionen, Charaktere, Erzählstränge und Genres zu vereinen und sich sowohl überzogen, provokant, politisch unkorrekt, tiefgründig als auch gleichzeitig urkomisch und tieftraurig zu präsentieren. Neben der fabelhaften schauspielerischen Leistung der Akteure, der hervorragend gewählten Musik und dem Coverhit How deep is your love von Take That, der auch noch nach dem Film eine Zeit lang im Ohr bleibt, lässt dieser Film absolut nichts vermissen. Adams Äpfel ist unbestritten ein Meisterwerk des dänischen Films und besonders für alle Fans von originellen Geschichten abseits des Mainstreams zu empfehlen. Unbedingt anschauen!

Margarita Lang

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