Hämatome, Knochenbrüche und K.o.-Schläge…

Hört sich stark nach einer brutalen Sportart wie Boxen an. Aber nein, falsch gedacht, es geht hier nicht um Boxsport, sondern um Cheerleading. Aber alle, die – ihrer Meinung nach – nur auf ″richtig harten″ Sport stehen, sind hier dennoch genau richtig und aufgefordert weiterzulesen!

BacktucDenn auch Cheerleader leben ziemlich gefährlich. Über die Hälfte aller schweren Sportverletzungen passieren nicht beim Footballspiel, sondern beim Cheerleading. Denn längst gehören spektakuläre Wurffiguren, Salti und bodenturnerische Elemente wie Flickflacks zum Standardrepertoire. Somit sind schwere Stürze aus mehreren Metern Höhe die Hauptursache für komplizierte Knochenbrüche.

Aber wenn man sich umhört, ist die weit verbreitete Meinung über Cheerleader immer noch niederschmetternd, geradezu beleidigend:

„Cheerleading?! Ja, kenne ich… das sind doch die sexy Mädels in den kurzen Röcken mit den Puscheln, die ein bisschen tanzen und mit dem Hintern wackeln?!“
„Cheerleader?! Ach, die Betthäschen der Footballspieler?!“
„Cheerleader?! Die dauergrinsenden Hupfdohlen?! Das ist doch kein Sport!“

Genau solche unqualifizierten, vorwitzigen Aussagen einiger selbsternannter Sportexperten wird wohl jeder Cheerleader bereits zu hören bekommen haben. Und gewiss, irgendwann vergeht einem die Lust daran, immer wieder erklären zu müssen, dass Cheerleading ein harter Leistungssport und nicht nur ein dummes Rumgehüpfe am Spielfeldrand oder durch irgendwelche Betten ist.
Der vorliegende Artikel soll deshalb ein für alle Mal mit sämtlichen Vorurteilen brechen und alle Unwissenden, die Cheerleader sonst nur belächeln, weil sie Cheerleading nicht als ernsthaften und eigenständigen Sport ansehen, belehren.

Rhythmisches Winken mit bunten Puscheln oder Cowboyhüten – das war einmal… Eine kleine Geschichte des Cheerleading:

399px-Dallas-001216-N-1110A-513 Die Grundidee des Cheerleading, nämlich das Publikum bei sportlichen Veranstaltungen und Wettkämpfen zu animieren und die eigene Mannschaft anzufeuern, wurde bereits 1898 aus der Not heraus geboren: Die drohende Niederlage des Footballteams der University of Minnesota brachte den Student Johnny Campbell dazu, sein Team lautstark zu unterstützen. Da er aber allein wenig ausrichten konnte, stand er auf und forderte auch die übrigen Fans auf, koordiniert in seine Schlachtrufe miteinzustimmen. Kurze Zeit später schlug er vor, eine Truppe von 6 Männern zu bilden, die fortan als Yell Captains(Einheizer) fungierten.

Der Begriff Cheerleader setzt sich aus den beiden Verben to cheer = laut jubeln und to lead = (an-)führen zusammen.

800px-George_Bush_CheerleadersCheerleading war demnach zunächst eine reine Männer­angelegenheit. Selbst Männer von Welt wie George W. Bush waren einst begeisterte Cheerleader – unvorstellbar, vor allem wenn man die Vorurteile, mit denen männliche Cheerleader heute zu kämpfen haben, mit ins Auge fasst. Während weibliche Cheerleader nämlich Mühe haben, nicht ständig mit GoGo-Tänzerinnen verwechselt zu werden, plagt männliche die lästige Aufgabe, andauernd ihre Sexualität klarstellen zu müssen. Dank dieser Denkweise der breiten Öffentlichkeit finden Männer heute verhältnismäßig eher selten den Weg an den Spielfeldrand.

Erst in den zwanziger Jahren fanden auch tänzerische Elemente und damit nach und nach immer mehr Frauen Zugang zu dem Sport.
In den vierziger und fünfziger Jahren begann in den USA die Blütezeit des Cheerleading. Mit der Gründung der American Cheerleader Association wurde Cheerleading zur absoluten Massenbewegung und sogar an Schulen unterrichtet.

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