Alternative Praktikum?! – Die Studentische Hochschulgruppe

Projekte planen, Geschäftsstrategien entwickeln oder sogar mit Großkonzernen wie BMW und Airbus in Kontakt treten – und das schon während des Studiums? Praxiserfahrung wird auf dem Arbeitsmarkt immer stärker gefordert und der reine Universitätsabschluss scheint ohne sie kaum mehr etwas zu bedeuten. Da kommt die studentische Hochschulgruppe ins Spiel: Jeder kennt sie oder hat von ihr gehört.
KA.mpus wollte einer solchen Hochschulgruppe genauer auf die Spur kommen. Wer kann bei ihr teilnehmen, was macht man da wirklich und kann man dem oft öden Theoriealltag der Uni entkommen?

KA.mpus hat dafür Mitglieder der studentischen Unternehmensberatung delta e.V. aus Karlsruhe interviewt: Tamilla Kiperwasser, Recruiting-Teamleiterin und Maximilian Eils, Personal-Vorstand.

KA.mpus: In Karlsruhe gibt es weit mehr als 70 studentische Hochschulgruppen: Was macht denn gerade eure Hochschulgruppe so interessant?

Maximilian:

„Unsere studentische Unternehmensberatung delta e.V. hat sich zum Ziel gemacht, es Studenten zu ermöglichen dem Theoriealltag der Universität zu entkommen, um schon neben dem Studium Praxiserfahrung zu sammeln. Praxiserfahrung im Hinblick darauf, dass wir uns als Unternehmensberatung organisieren und Events veranstalten. Aber auch, und das ist das Wichtigste, beim realen Kunden vor Ort beratend tätig sind. Wir haben dadurch die Möglichkeit, für uns selbst und das spätere Berufsleben, wichtige Basics zu erlernen und somit die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Gerade das ist an der Uni in diesem Maße oftmals gar nicht möglich.“

KA.mpus: Wir kennen ja alle den Slogan ,Generation Praktikum‘: Ist eine Mitgliedschaft bei delta einem Praktikum gleichzusetzen oder sogar effektiver?

Tamilla:

Foto(5)„Wir bei delta haben einen strukturellen Ablauf, was beim Praktikum nicht unbedingt immer der Fall ist. Manchmal erhofft man sich von einem Praktikum etwas ganz anderes und hat in der doch oft kurzen Zeit gar nicht die Chance sich richtig Einzuarbeiten und das Unternehmen in seiner strukturellen Konzeption zu durchdringen. Bei delta hat man die Möglichkeit in jedes der fünf Ressorts (Qualitätsmanagement, Akquise und Kundenbetreuung, Informationsmanagment, Human Resources, Finanzen und Recht) hineinzuschnuppern und seinen ganz eigenen Platz im Team zu finden.“

Maximilian:

„Der Unterschied im Vergleich zu einem Praktikum liegt bei delta sicher bei den anderen Anforderungen, die an einen gestellt werden. Man tritt mit Kunden in Kontakt, muss sich selbst organisieren und lernt in einem Team effektiv zusammenzuarbeiten. Das ist bei einem Praktikum oftmals nicht der Fall,  da der Fokus dort eher auf der Einzelarbeit liegt:  Bei manchen Praktika ist man einer von vielen Praktikanten, der nur für einen beschränkten Zeitraum da ist. Dann könnte es natürlich schwieriger werden, sein Können unter Beweis zu stellen. Bei delta ist dahingehend der Vorteil gegeben, dass wir berufsnah und intensiv arbeiten können. Vor allem kooperieren wir mit Firmen aus der realen Geschäftswelt und das ohne zeitliche Begrenzung.“

KA.mpus: Können auch fachfremde Studierende bei euch mitwirken oder müssen bestimmte Grundvoraussetzungen gegeben sein?

Maximilian:

„Wir versuchen breit aufgestellt zu sein: Vor allem, weil wir den Anforderungen der Kunden gewachsen sein wollen. Es gibt verschiedene Bereiche, die wir abdecken müssen und daher brauchen wir verschiedene Qualifikationen und Spezifikationen unserer Mitglieder. Und da ist es klar, dass ,Exoten‘, wie zum Beispiel Studenten aus dem Designbereich, immer herzlich willkommen sind. Diese könnten sich beispielsweise darum kümmern den Außenauftritt eines Kunden zu verbessern. Es ist also von Vorteil Studenten der verschiedensten Fachbereiche zu gewinnen, um aus einem großen Fundus an Qualifikationen schöpfen zu können. Deswegen freuen wir uns über jeden Interessenten, der die unterschiedlichsten Qualifikationen und Interessen mitbringt, um unseren Verein voranzubringen und ihn damit bereichert.“

Ka.mpus: Seht ihr durch eure Arbeit bei delta für euch Vorteile im Vergleich zu anderen Studierenden?

Maximilian:

„Das kann ich auf jeden Fall von meinen Erfahrungen her so sagen. Wir haben, dadurch, dass wir so viele Mitglieder haben, ständig neue dazu kommen oder manche auch in den Alumni-Status (ehemalige Mitglieder bei delta) wechseln, natürlich in der ganzen Wirtschaft breit verteilt und somit in jedem Gebiet Kontakte, auf die wir zurückgreifen können. Aber um diese Kontakte überhaupt herstellen zu können, muss man sich erstmal im Verein engagieren, Erfahrung sammeln und sich bewähren.“

KA.mpus: Welche Firmen und Projekte habt ihr schon an Land gezogen?

Maximilian:

„Wir haben bisher 160 Projekte erfolgreich abgeschlossen von ganz unterschiedlichem zeitlichem Umfang. Einerseits waren Großprojekte dabei, die ungefähr 80 Arbeitstage in Anspruch nahmen oder kleinere Projekte, für die nur 10 Arbeitstage anzuberaumen waren. Kunden, die wir bisher bedient haben, sind zum Beispiel große Unternehmen wie Airbus oder BMW. Unser Hauptsegment bezieht sich aber im Besonderen auf mittelständische Unternehmen aus der Region.“

KA.mpus: Jeder redet ja von der ,Verbacherlorisierung‘, die Zeit wird knapper, der Stundenplan straffer: Wie schafft man das dann, Uni, Privatleben und dann noch delta zu vereinen?

Tamilla:

„Das ist eine Sache, die man lernen muss: Es geht nicht von jetzt auf gleich, dass man alles  strukturiert hinbekommt. Das ist ganz klar ein Prozess. Schritt für Schritt lernt man den Verein kennen, wobei die Anforderungen ganz individuell an jeden angepasst werden. Wenn man schnell vorankommen möchte ist es durchaus auch möglich schon nach einem halben Jahr vor einem Kunden zu stehen. Aber man kann sich natürlich auch ein bisschen mehr Zeit lassen und erstmal schauen wie alles funktioniert.
Ein weiterer wichtiger Punkt neben der Arbeit bei delta, ist, dass man mit Studenten aus anderen Semestern in Kontakt kommt. Man profitiert also nicht nur durch die Praxisorientierung, sondern kann sich auch über studiumsinterne Angelegenheiten austauschen.

KA.mpus: Was erhofft ihr euch durch eure Mitgliedschaft bei delta?

Maximilian:

„Bei uns sammelt man Erfahrungen, was natürlich auch durch die unterschiedliche Team-Zusammenstellung bedingt ist. Man erfährt sehr viel Zwischenmenschliches. Lernt sehr viel über sich selbst und seine Stärken und Schwächen. Man trifft auf die verschiedensten Charaktere, um mit ihnen an einem Strang zu ziehen und somit den Verein weiterzubringen.
Durch den Kontakt zu größeren Unternehmen, die mit uns Schulungen und Events durchführen, haben wir die Chance die Mitarbeiter und Berater einer Firma persönlich kennenzulernen und von deren Schulungsangebote  zu profitieren.“

KA.mpus: Maximilain, was macht für dich den Charme von delta aus?

Maximilian:

„Die Theorie lernt man an der Uni:  Manchmal ist sie trocken und gerade deswegen ist es wichtig über den Tellerrand zu blicken und reale Situationen zu erleben.  Mit der Theorie zu arbeiten, die man gerade gelernt hat, das ist das Spannende bei uns. Das macht für mich den Reiz aus, dass man neue Sachen, die man an der Uni gehört hat, z.B. in einer Vorlesung für Marketing, direkt in der Praxis anwenden und umsetzen kann. Oftmals stößt man auch auf Probleme, die man in den Vorlesungen nicht vermittelt bekommt und sieht sich danach ganz neuen Herausforderungen gewachsen. Das macht für mich den Charme von delta aus.“

Lina Lang

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