Achtung: Zwischenmiete!

Um die Miete geprellt, hohe Telefonrechnung hinterlassen und Fahrrad geklaut.

Zwischenmiete auf WG-gesucht.de suchen
Über einen wahren Vorfall in einer Karlsruher WG mit Tipps zur Vermeidung von unliebsamen Überraschungen mit Zwischenmietern.


Nach Auskunft der Karlsruher Polizei ist Martin E.* als Betrüger einzustufen. Für den Wirtschaftsingenieurstudenten Thorsten und seine WG kommt diese Erkenntnis jedoch zu spät: Der Zwischenmieter ist geflüchtet. Zurück bleibt ein verrauchtes Zimmer, ein geklautes Fahrrad, eine ausstehende Monatsmiete und eine unbezahlte Telefonrechnung.

Der Vorfall aus Sicht der WG

„Die erste Miete war sofort auf meinem Konto und beim Besichtigungstermin war Martin sehr nett. Außerdem habe ich mein WG-Zimmer während der Semesterferien doch nur für 2 Monate zwischenvermietet. Da dachte ich nicht daran, eine Kaution zu verlangen“, berichtet Thorsten vom Zustandekommen des Mietverhältnisses. Martin E. beging auch Hausfriedensbruch: Hauptmieter Eric stellte nach der Flucht des Zwischenmieters fest, dass dieser die Ordner in seinem Zimmer durchwühlt hatte, um seinen Mietvertrag zu entwenden. Die Anzeige bei der Polizei wäre von Martin E. somit fast vereitelt worden, jedoch konnten sich die Geschädigten trotz fehlender Unterlagen noch an einige seiner im Vertrag angegebenen Kontaktdaten erinnern.

Der Tathergang

Am Tag der Flucht von Martin E. ist nur Eric in der WG und geht bereits um 8 Uhr morgens aus dem Haus um eine Klausur zu schreiben. Zu diesem Zeitpunkt vermutet er Martin E. noch schlafend. Als Eric gegen 12:30 Uhr wieder zurück kommt findet er im Briefkasten den Wohnungsschlüssel von Martin E. vor. Das Zimmer ist verlassen. Zurück bleiben nur Rauch, Aschespuren und eine Packung Zigaretten. Martin E.’s Fächer in Küche und Kühlschrank sind noch gut gefüllt, das geliehene Fahrrad steht nicht mehr im Hof. Sofort kontaktiert Eric die restliche WG, sie beschließen gemeinsam noch 24h zu warten. Martin E. soll so noch eine Chance bekommen, es sich vielleicht doch noch anders zu überlegen. Thorsten reist an, um sich vor Ort ein Bild zu machen und geht schließlich mit Eric zur Polizei. Dort macht dieser weitere Angaben: „Martin erzählte mir von längeren Auslandsgesprächen, die er führte und erkundigte sich, wann die Telefonrechnung käme. Er versicherte mir, seinen Anteil zu begleichen. Er verschwand einen Tag nachdem die Rechnung eintraf, und ich sie ihm mitsamt Kontodaten übergeben hatte“.

Telefonrechnung

Trotz der Kontaktierung eines verwandten Anwalts, der schließlich ein Schreiben zur Schadensersatzforderung aufsetzt, bleiben die Bemühungen der WG um Entschädigung erfolglos: Martin E. bleibt spurlos verschwunden. Anna und Karin, zwei weitere Mitbewohnerinnen sind sich sicher, dass das nicht passiert wäre, wenn die WG-Mitbewohner während dieser zwei Sommermonate öfter anwesend gewesen wären. Der WG bleibt schlussendlich nichts anderes übrig, als die entstanden Kosten aufzuteilen und selbst zu begleichen.

Weitere Einschätzungen des Vorfalls

Betrugsfälle bei Zwischenmietverhältnissen in diesem Ausmaß passieren nach Auskunft der Karlsruher Polizei selten. Jedoch kommt es fast täglich zu Anzeigen von Fahrraddiebstahl und auch Telefonbetrug ist ein häufiges Delikt. Vorbeugend dagegen hilft im Wesentlichen alles, was dem zukünftigen Mieter erschwert, seinen Vertrag zu brechen: Darunter fallen die Erhebung einer Kaution für das Zimmer sowie eventuell auch für verliehene Räder und voraussichtliche Telefonkosten. Sorgfältig sollte auch in der Auswahl des Zwischenmieters vorgegangen werden: Im Falle von Martin E. wurde rückblickend festgestellt, dass dieser in seinem vermieteten Zimmer rauchte, obwohl er bei seiner Vorstellung angab, Nichtraucher zu sein. Zur Vorsicht in Sachen „ZwischenmieterIn“ gehört daher im Idealfall eine gewisse Einbindung in das WG-Leben, so dass frühzeitig Probleme angesprochen werden können und es nicht zu einer Eskalation wie im vorliegenden Fall kommt.

Zwischenmietvertag

Zwischenmiete: Vor- und Nachteile

Generell ist die Zwischenmiete besonders bei Studierenden sehr beliebt. Während eines Praktikums, einer längeren Abwesenheit in den Semesterferien oder für ein Auslandsstudium werden immer häufiger freie Zimmer in Wohngemeinschaften vermietet, um die hohen Mietkosten nicht selbst tragen zu müssen. Diese Praxis bietet kostengünstigen Wohnraum in möblierten Unterkünften, was gerade Studierenden sehr entgegenkommt. Risiko dabei ist allerdings der Faktor des unbekannten Mieters, wenn es darum geht, einem Fremden seinen Wohnraum inklusive Möbel zu überlassen. Was das Mietverhältnis betrifft, sollte demnach mit Bedacht vorgegangen werden, um jeglichem Missbrauch vorzubeugen.

Beliebte Internetseiten rund um die Zimmersuche:
http://www.wg-gesucht.de/
http://www.studenten-wg.de/
Sonja Knittig

* Namen wurden von der Redaktion geändert

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