Let it spring

Ka.mpus

Sich freuen über Sommer, Sonne, Sonnenschein oder doch einziehen in die Bib und pauken bis zum Morgengrauen? Vielen Studenten bleibt leider keine Wahl, denn Klausuren und Abgabetermine nehmen nun mal leider keine Rücksicht darauf, dass der Frühling Einzug genommen hat. Viele müssen sich wochenlang gedulden bis sie das warme Wetter richtig genießen können. Aber nicht verzweifeln! Schließlich hat auch der Klausurenstress in diesem Semester irgendwann ein Ende…

Kaum zu glauben, aber endlich sind sie da, die ersten Frühlingstage. So fühlt sie sich also an, die warme Frühlingsluft! Das hat vermutlich jeder gedacht, als Ende Februar endlich die Sonne kam und die ersten Blumen zu blühen anfingen. Nach so einem Winter, wie wir ihn in diesem Jahr erlebt haben, hätten wir die Hoffnung beinahe aufgegeben, dass wir den Frühling noch genießen dürfen… Sogar im März hieß es Zittern bei Schnee und Minusgraden. Nun kann man förmlich spüren, wie sich der vom langen Winter strapazierte Studentenkörper mit neuer Energie füllt. Die Mützen, Schals und Handschuhe verschwinden so schnell es geht in der hintersten Ecke des Kleiderschranks. Gerade für den weiblichen Teil der Studenten ist das anstehende Frühjahr ein guter Vorwand für das erste ausgedehnte Frühjahrs-Shopping. Für viele ein ganz anderes Lebensgefühl, wenn man seine Kraftreserven auftanken kann und weiß, dass der Winter eine lange Pause macht.

Der Frühlingsbeginn aus geografischer Sicht

Der kalendarische Frühlingsanfang findet in diesem Jahr am 20. März um 18:32 (MEZ) statt. Aus meteorologischer Sicht beginnt das Frühjahr schon am 1. März. Am 20. März geht normalerweise die Sonne genau im Osten auf und im Westen unter. Im Volksmund spricht man von der Tagundnachtgleichen. Zu diesem Zeitpunkt überquert die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator Richtung Norden. Das kann sich jedoch unter Umständen um wenige Tage verschieben, denn es hängt davon ab, wie lange das letzte Schaltjahr her ist. Unter idealen Bedingungen könnte man auf der Nordhalbkugel die Sonne an diesem Tag zwölf Stunden sehen. Die Uhren werden aber erst am 28. März 2010 um 2 Uhr um eine Stunde vorgestellt.

Wären da nur nicht die Klausuren und Hausarbeiten…

Leider bleiben vielen Karlsruher Studenten – trotz Sonnenstrahlen – kleine Wermutstropfen, denn die Abgabefristen für die Hausarbeiten, anstehende Klausuren und Praktika sitzen einem im Nacken und können die Aussicht auf den Sommer zeitweise ganz schön trüben. Kann man die warmen Tage eigentlich so richtig genießen, wenn man weiß, dass man noch einiges für die Uni tun muss? Für den Germanistikstudenten Christian ist der Frühling ein Ansporn, mit den Hausarbeiten zu beginnen. „Man fühlt sich einfach viel freier. Im Frühjahr fällt einem alles viel leichter, auch das Schreiben von Hausarbeiten.“, erzählt er. Auf die Frage, was er in seiner Freizeit vorhabe, antwortet er: „Ich freue mich vor allem aufs Eis essen und dass man sich wieder in Cafés gemütlich in die Sonne setzen kann. Im Frühling fällt einem auch das Joggen viel einfacher, weil es draußen einfach schöner ist, wenn die Sonne scheint und es warm ist“, so Christian. Michael, der Chemie-Ingenieurwesen studiert, freut sich auf das Fahrradfahren. „Vor allem morgens ist das Fahrradfahren viel praktischer und schneller als das Fahren mit der Bahn.“ Sarah, die Germanistik studiert, weiß dagegen schon jetzt, dass sie sich erst entspannt in die Sonne setzen kann, wenn alle Hausarbeiten und Protokolle abgegeben sind und sich auf dem Schreibtisch keine Bücher mehr stapeln.

Doch sind alle Studenten so pflichtbewusst?

Simon studiert Physik und versucht trotz des schweren und umfangreichen Lernstoffs tagsüber so oft es geht Sport zu treiben und rauszugehen. „Natürlich weiß ich, dass fast meine gesamten Semesterferien lang Klausuren anstehen. Lernen kann ich aber auch abends oder nachts. Und schlafen kann ich, wenn ich tot bin – auch wenn das abgedroschen klingt“, erzählt er. Fakt ist, dass die meisten Studierenden am KIT bis mindestens Ende März Klausuren schreiben. Die Bib ist überfüllt, die Köpfe rauchen und die meisten Studenten haben die erste warme Zeit des Jahres mit Lernen verbracht. Der Großteil wird auch fast den gesamten Frühlingsanfang damit verbringen, den Kopf mit neuem Wissen zu füllen.

Frühlingsanfang in anderen Kulturkreisen

In vielen Kulturen hat der Frühling so einen hohen Stellenwert, dass sogar der Jahresanfang nach ihm gerichtet wird. So ist das unter anderem in China. Das Frühjahr wird häufig mit Festen Willkommen geheißen. Beispiele dafür sind das chinesische Neujahrsfest, das kurdische Newroz-Fest und das Nouruz-Fest im Iran. Das Nouruz-Fest ist eines der ältesten traditionellen Feste Zentralasiens und des indischen Subkontinents. In China ist dieses Fest mit drei offiziellen Feiertagen verbunden. Häufig nehmen sich die Chinesen sogar eine Woche frei und feiern ausgiebig dieses Familienfest.

Schade eigentlich, dass man das nicht auch als Karlsruher Student tun kann! Doch Kopf hoch! Bald sind auch die letzten Klausuren geschafft und es bleibt Zeit zum Durchatmen und auf den Sommer freuen. Und dieser hat so viel zu bieten! Im Schlosspark sitzen, faulenzen am Baggersee, die Abende draußen in Cafés ausklingen lassen, abfeiern auf den Sommerparties an der Uni und einiges mehr…

Alina Meister

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