Karohemd und Samenstau – Klischees und ihre Studiengänge

Ob es sich nur um völlig übertriebene Vorurteile handelt, die nach genauerem Hinschauen gar keine Daseinsberechtigung haben oder überspitzt formulierte, aber doch der puren Wahrheit entsprechende, selbst die elitäre Umgebung einer Uni ist nicht davor gefeit – sie schwirren überall herum: Klischees. Und hat man erst eins aufgedruckt, wird man es nicht mehr los. So ist das eben auch mit so ziemlich jedem Studiengang.

Die Infos:

Der gemeine Informatikstudent ist in sich gekehrt und lebt in Kellerräumen, in denen ausschließlich künstliches Licht herrscht, was seiner Alpina-weißen Hautfarbe sehr zuträglich ist. Aus diesem Grund ist sich der Info auch nicht über Tages-und Nachtzeit im Klaren. Sollte er sich nun aber doch einmal an die frische Uni-Luft begeben, tut er dies nach folgendem Muster: bekleidet mit einer mehr oder minder durchlöcherten schwarzen Hose, einem schwarzen T-Shirt mit Metalband-Aufdruck, auf dem noch die Reste der letzten gesunden Nahrung italienischen Ursprungs aus der Tiefkühltruhe kleben. Seine vorwiegend langen Haare sind strähnig und sehen aus als hätten sie schon lange keinen Kontakt mehr zu Shampoo gehabt. Unabhängig der Jahreszeit verlässt der Informatikstudent seine Wohnung barfuß. Wie sich von selbst versteht, sind Frauen in diesem Fachbereich eher selten gesehen. Wenn man doch einem extrovertierten Exemplar dieser Spezies begegnet, erkennt man dies daran, dass er auf die Füße des Gegenübers schaut, nicht auf seine eigenen.

Die Maschinenbauer:

„Karohemd und Samenstau – wir studieren Maschinenbau“ sagt eigentlich schon alles über die Schraubenschlüssel-Ingenieure aus. Man erkennt sie an ihrer Holzfäller-ähnlichen Kleidung und daran, dass sie sich in Ermangelung anderer Gesprächsthemen über Mathematik unterhalten. Maschinenbauer wirken teilweise etwas unbeholfen, wie gewollt, aber nicht gekonnt, was auch dazu führt, dass es mit den Frauen nicht so richtig klappen will – dabei sind Karohemden doch wieder in der Mode!

Die Physiker:

Mit einem unglaublichen Anteil an Forschungsgeldern beschäftigen sich die Sheldons dieser Welt mit Dingen, die keiner kapiert, keinen interessieren, keinem was bringen oder die es am Ende gar nicht gibt! Und dann natürlich noch mit der Nummer 1-Ausrede, wenn‘s mit den Frauen nicht klappt: keine Zeit für eine Freundin! Aber auch mit kleinsten Teilchen lässt sich ein schönes Leben führen.

Die Geistes- und Sozialwissenschaftler:

Weg von den technischen Fächern löst sich auch das Problem mit dem Frauenmangel. Die ultimativen Laberfächer rund um Geiz-Soz sind bevölkert mit den 80% Frauen, die überall sonst fehlen. Optisch spalten sich die Geister: alle erdenkliche sogenannten Stilrichtungen, von sehr schick-overdressed bis hin zu gammelig-alternativ, sind dabei vorzufinden. Die 20% Männer sind äußerlich mit den Infos zu vergleichen, mit dem Unterschied, dass Geistes- und Sozialwissenschaftler ihren Gegenüber in Grund und Boden quatschen. Das Gespräch mit einem Studenten dieser Sparte beginnt man am sinnvollsten mit der Frage: „Und, was willst du später damit machen?“ Die häufigste Antwort dürfte Taxifahren sein.

Die Wiwis:

Natürlich weiß auch der Wiwi im Grunde nicht, was er mit seinem Studium anfangen will, Hauptsache Chef. Und diese Chefattribute – von nix ne Ahnung, aber alles besser wissen – spielt er auch in jeder Unterhaltung aus. Rein äußerlich ist der Wiwi sehr gepflegt und schaut auf Party genauso aus wie in der Vorlesung und –wenn sonst nichts steht, der Hemdkragen steht immer!

Klischees gibt es immer und überall – doch nicht immer alles ist so wie es scheint, auch im schnieken Nadelstreifenhemd kann sich ein Maschinenbauer verbergen.

Melanie Bengel

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2 Reaktionen zu “Karohemd und Samenstau – Klischees und ihre Studiengänge”

  1. Info in weiem hemd

    ah die meeeeli ;-) und dann noch ein top thema :-P Wenigstens haben die Infos das Hauptaugenmerk bekommen, da können sie ja nicht so uninteressant sein!

  2. Julius Becker

    Karierte Hemden für Maschinenbauer gibt es auch online zu kaufen ;-)

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