Let the games begin

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“Olmpiasieger – ich dachte, das gibt es nur im Fernsehen. Jetzt bin ich selber einer.” Unvergessen bleibt dieser Ausruf des überrascht und ungläubig in die Fernsehkameras blickenden nordischen Kombinierers Georg Hettich, der in Turin 2006 völlig sensationell zu Gold lief. Olympia ist Emotion und Faszination zugleich. Am Freitag werden die 21. Olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver eröffnet.


Mehr als 2600 Sportler aus knapp 100 Ländern werden, getreu dem diesjährigen Motto “With glowing hearts”, um Edelmetall und Ruhm kämpfen. Doch nicht nur der Wettstreit nach Gold, Silber und Bronze zeichnet die Spiele aus. Vielmehr sind es die Emotionen und Gefühle der Sportler, Trainer und Zuschauer, die Olympia zu einer magischen Veranstaltung werden lassen. “Dabei sein ist alles” lautet schließlich das inoffizielle Motto Olympias. Jeder Sportler schwärmt von dem olympischen Dorf, dem Austausch mit Sportlern verschiedenster Herkunft sowie der legendären Eröffnungsfeier mit der Entzündung des olympischen Feuers.

Zwei Wochen lang liegt der Fokus der Welt auf der Goldgräberstadt Vancouver. Insgesamt werden rund drei Milliarden Menschen auf dem Globus die Spiele verfolgen. Auch für die deutschen Athleten soll die Suche nach Edelmetall nicht vergeblich sein. Schließlich war Deutschland bei den Spielen in Turin 2006 die erfolgreichste Nation mit insgesamt 29 Medaillen, darunter elf Goldmedaillen. Dieses Jahr schickt der Deutsche Olympische Sportbund 153 Athleten auf die Mission Olympiasieg nach Vancouver. Doch kann die Bilanz von 2006 erreicht oder gar gesteigert werden? Können die Biathleten zur besten Sendezeit wieder für Spannung und Erfolgsmomente sorgen? Bleiben die Spiele in Vancouver von Dopingaffären verschont?

Machtkampf um die Nationenwertung

Die Bilanz von Turin zu überbieten wird mehr als schwierig. Die anderen traditionell starken Winternationen wie Österreich, Russland, Norwegen und die USA werden versuchen, Deutschland von der Spitzenposition zu verdrängen. Auch das Gastgeberland Kanada will bei der Vergabe des Spitzenplatzes in der Nationenwertung ein Wörtchen mitsprechen, zumal gerade die USA und Kanada über größere finanzielle Fördermittel für die Sportler verfügen als die Bundesrepublik. Man darf also gespannt sein, wer am Ende die Nase vorne hat.

Deutsche Medaillenhoffnungen

Die größten Goldchancen werden den Rodlern und Bobfahrern eingeräumt. Eine Medaillenflut wird von der Bevölkerung auch wieder bei den Biathleten erwartet. Ob die Ausbeute von Turin noch einmal erreicht werden kann, bleibt abzuwarten; schließlich lief es für die Deutschen vor vier Jahren mit insgesamt elf Medaillen wie am Schnürchen. In Vancouver wird der Druck auf die Spitzenbiathletinnen Magdalena Neuner sowie die erfahrenen Kati Wilhelm groß sein. In der Damenstaffel (23.2.2010 ab 20.30 Uhr) wäre alles außer Gold eine Enttäuschung. Ein absolutes Highlight der Spiele werden die Massenstarts der Frauen (21.2.2010 ab 22 Uhr) und der Männer (21.2.2010 ab 19.45 Uhr) sein. Bei den Herren wird es schwierig, dem Norweger Ole Einar Björndalen das Wasser zu reichen. Größte Chancen auf das Podest hat aus deutscher Sicht der dreifache Olympiasieger von 2006, Michael Greis, der allerdings im Biathlon-Weltcup in dieser Saison bislang nicht gänzlich zu überzeugen wusste.

In den Skisprungwettbewerben sieht es für Martin Schmitt und Co. mit Medaillenchancen wohl nicht sehr rosig aus. Über die Außenseiterrolle im Teamwettbewerb (22.2.2010 ab 19 Uhr) kommen die deutschen Flieger nicht hinaus. Das Maß der Dinge sollte hier die Mannschaft aus Österreich sein. Ebenfalls nur Außenseiter sind die Skilangläufer. Dafür scheint die Konkurrenz aus Skandinavien und Russland zu stark.

Maria Riesch will ihre Durststrecke beenden

Bei den alpinen Skiwettbewerben wird Maria Riesch alles daran setzen, nach längerer Durststrecke (seit 1998 in Nagano) wieder Gold nach Deutschland zu holen. Die besten Aussichten sollte sie im Slalom besitzen (26.2.2010 ab 19 Uhr). Kathrin Hölzl wird im Riesenslalom versuchen ihren WM-Triumph mit Olympiagold zu versüßen (24.2.2010 ab 19 Uhr). Im Eishockey wird der Gastgeber, der seine gesamten NHL-Stars aufbietet, kaum besiegbar sein und beim Shorttrack werden, wie in Turin, die Asiaten nach Belieben dominieren. Anni Friesinger und Jenny Wolf sollen nach Möglichkeit im Eisschnelllauf die deutschen Farben hoch halten.

Werden es saubere Spiele?

Dies bleibt Claudia Pechstein erstmals seit den Spielen 1992 verwehrt, da sie auf Grund zu hoher Blutwerte keine Starterlaubnis für die Spiele in Vancouver erhält. Alles deutet bei der erfolgreichsten deutschen Winterolympionikin aller Zeiten auf Doping hin. Das zieht die Frage nach sich, ob auch während den Spielen alle Sportler sauber sein werden. Eine absolute Gewissheit gibt es nicht, aber die zahlreichen Dopingkontrollen werden hoffentlich dafür sorgen, dass die schwarzen Schafe aus dem Verkehr gezogen werden. Denn der Großteil der Athleten steht für saubere und faire Wettkämpfe und verinnerlicht den olympischen Gedanken, an dessen Ende sich 86 neue Olympiasieger in die sportlichen Geschichtsbücher eintragen werden.

In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen……

Christian Rapp

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Eine Reaktion zu “Let the games begin”

  1. Sabrina

    Guter Artikel, interessant geschrieben und sehr informativ! Da freut man sich schon auf die Eröffnung…

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