Lernen wie eine Maschine – Die Vernunftdroge

stockbookAuch wenn viele es noch nicht ahnen: wir werden in naher Zukunft die Möglichkeit haben, uns durch Neuro-Enhancer zu verbessern, aus dieser Fiction ist Science geworden. Neben der Wirtschaft liegt das offensichtlich auch im Interesse vieler Menschen, und zahlreiche Vereinigungen wie die Transhumanist Society in den USA versprechen sich davon die Erlösung in einer besseren Welt.

Mit welchem Recht sollte eine Zukunft verboten werden, in der jeder die Möglichkeit Elite zu werden unabhängig von Geld, Natur und sozialem Hintergrund?

Das Problem liegt in seiner eigenen Verlagerung, denn mit dem Überschreiten von Grenzen werden die Maßstäbe schlicht höher angesetzt – Verbesserung kennt keine Grenzen. Kein Grund zur Panik! Bei all der Tiefgründigkeit dieses Themas kann uns nur eines gefährlich werden: ein unklares Freiheitsverständnis. So laufen wir Gefahr beim ewigen Versuch uns vom Zufall der Natur zu befreien, der eigenen (gesellschaftlichen) Willkür zu unterwerfen.
Wie kann man sich selbst nun helfen?Entgegen allem Pessimismus gewöhnt sich der Mensch an alles – so schrieb es zumindest Tolstoi. Wenn man die fremde Lebensart, um nicht zu sagen des Lebens fremde Art, jedoch nicht mit der eigenen in Einklang bringen kann, sollte der Bürger, bevor er zur Apotheke rennt, vielleicht erstmal zu herkömmlichen Mitteln greifen. Der Mensch weiß sich doch schon lange zu helfen, ob mit geistigen oder körperlichen Übungen, Tee, Kaffee oder Schokolade. Doch ob man sich nun mit Ohropax und Scheuklappen in der Bib an einen Stuhl fesselt oder sich dieselbe Wirkung durch Chemie verspricht, die Gefahr der psychischen Abhängigkeit ist wahrscheinlich und man würde nach wie vor bei Absetzung des Mittels aufgeschmissen sein. Die Wurzel des Problems liegt daher in jedem selbst – und sie zu ziehen kann man lernen! Was heutzutage fehlt ist schlichtweg die längere Beschäftigung mit einer (!) Sache. Ob ein Buch zu lesen, einem Handwerk nachzugehen oder zu meditieren, man muss sich wieder für längere Zeit ganz einer Sache widmen können. Das ist es was auch ich verlernt habe wenn die meiste Zeit über Multitasking gefordert wird. Statt sich mit Ritalin von äußeren Einflüssen abhängig zu machen sollte man lernen, sich selbst zu organisieren.
Was die übrige Welt betrifft, so stelle sich doch jeder erstmal selbst die Frage: sollte der Mensch sich der steigenden Hektik des Systems anpassen, oder sollte jenes nicht vielmehr an den Menschen angepasst werden – ist der Mensch ein Wesen das sich an alles gewöhnt und seine Welt eine die alles erträgt? We can be better than we are! In dem Punkt kann man den Transhumanisten zweifelsohne zustimmen – doch auf welchem Weg?

Joel Szonn

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2 Reaktionen zu “Lernen wie eine Maschine – Die Vernunftdroge”

  1. Emilio

    muy bien!

  2. mister tister

    Hallo, falls jemand Ritalin (Novartis,10mg) braucht,

    ich kann welches senden

    mistertister@gmx.at

    lg

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