London – a weekend tourism?!

Reise-Tipps für Kurzentschlossene

Big Ben

London als Wochenenderholung (engl. weekend tourism) zu bezeichnen, scheint neben dem ganzen Großstadttrubel nahezu paradox. Nirgendwo sonst findet sich eine derart hohe Dichte an Museen, Kinos und Theatern. Fünf Londoner Fußballclubs spielen derzeit allein in der Premier League. Busse und U-Bahnen fahren im Minutentakt jede Sehenswürdigkeit an. Für alle, die sich dennoch dem Rausch dieser Weltmetropole hingeben wollen, folgen hier interessante Insider-Tipps für einen Kurztrip.

Übrigens: Bei dem derzeitigen Wechselkurs (1 € = 0,89 GBP) lohnt sich eine Shopping-Tour allemal!

City of contrasts

Die 7,5 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Großbritanniens blickt auf eine 2000 Jahre alte Geschichte zurück. Das im 1. Jahrhundert nach Christus als römische Siedlung erbaute Londinium wurde im Laufe der Jahrhunderte von den Angelsachsen und später von den Normannen eingenommen. Aus dieser Zeit stammt die älteste Brücke Londons, die London Bridge, die bis 1750 auch die einzige im heutigen Stadtzentrum war.

Themse

Übrigens: Gelegentlich wird die London Bridge mit der Tower Bridge (oben) verwechselt, diese jedoch ist die nächste Brücke stromabwärts.

Heutzutage sind es mehr als 30 Brücken, die in London die Themse überspannen. Und auch an der Einwohnerentwicklung hat sich einiges getan. Traditionellerweise ist London – zwischen 1825 und 1925 bevölkerungsreichste Stadt der Welt – ein Anziehungspunkt für verschiedene Kulturen und Religionen. Seit ca. 1950 sind es vor allem Menschen aus ehemaligen Britischen Kolonien wie Indien, Pakistan, Sri Lanka und Bangladesch, die diesen „mix of cultures“ ausmachen.

Dies spiegelt sich im ganz alltäglichen Leben wider: Top-Museen neben trendigen Asia-Imbissen, royale Repräsentationsarchitektur neben dem weltweit größten Hindutempel außerhalb Indiens und 2000 Jahre Stadtgeschichte neben einem der größten alljährlichen Feste Londons: das chinesische Neujahrsfest!

Übrigens: Das nächste chinesische Neujahrsfest findet am 14. Februar 2010 mit dem traditionellen Drachenpuppenumzug statt.
Weitere Infos unter: www.chinatownchinese.co.uk

Need-to-know

Eine Frage, die jeden potentiellen London Besucher vor seiner Reise quält, ist wohl die nach der Unterkunft. Erst mal sei erwähnt, dass die Londoner Hotels mittlerweile einen besseren Ruf haben, als noch vor 10 Jahren. Auch wird man bei dem Riesenangebot, das London zu bieten hat, wahrscheinlich eher weniger Zeit auf dem Hotelzimmer verbringen. Zum Übernachten sind die meisten aller 2- bis 3-Sterne Hotels übrigens gut genug.

Speziell für einen Kurztrip übers Wochenende empfiehlt sich das Royal National Hotel. Als Londons größtes Hotel wird es seinem Ruf als „busiest“ Hotel nur allzu gerecht. Unbestechlich ist seine Lage: Nur wenige Meter von der Tube Station Russell Square gelegen und einen kurzen Spaziergang vom British Museum entfernt. Speziell für Studenten und junge Erwachsene eine optimale Bleibe: Eine Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück bekommt man in dem 3-Sterne-Hotel schon für ca. 30 € p.P.!

Unverzichtbares Gut eines jeden Reisegepäcks ist der Regenschirm.Regenschirme Das Wetter kann hier nämlich – auch im Sommer! – sehr schnell umschlagen. Eben befindet man sich noch in den labyrinthartig verzweigten und nebenbei bemerkt sehr schwülen und windigen Gängen der U-Bahnstation, im nächsten Moment kann es einen schon wieder nasskalt erwischen. Neben dem Regenschirm sind eine Flasche Wasser, 3-Wetter-Taft und eine gewisse Standfestigkeit sehr hilfreich, wenn man mit der Tube on tour ist. Auf den U-Bahn Rolltreppen gilt das Rechts-Steh-Gebot. Wer sich nicht penibel an diese Regel hält und in die Ein-Mann-Reihe einreiht, der wird mit bestimmtem, aber höflichem British-English auf seinen „mistake“ hingewiesen.

Übrigens: Regenreichster Monat in London ist der November. Die durchschnittliche Höchsttemperatur beträgt 16,3 °C im Juli. Die höchste je gemessene Temperatur betrug 37,9 °C im Rekordsommer 2003.

English cuisine

Wer Kultur auf eine etwas andere Art erleben möchte, sollte sich die Vorzüge der Londoner Küche nicht entgehen lassen! Nein, dabei handelt es sich nicht um Fish & Chips, sondern um die Riesenauswahl an kulinarischen Genüssen, die der kulturelle Mix dieser Großstadt so mit sich bringt. Die Palette reicht von Afghanischer Küche bis zum Schottischen Traditionsgebäck. Erste Anlaufadresse ist Soho und der Piccadilly Circus, die beide bequem mit der Tube zu erreichen sind. Wer eher auf Pie, Porridge oder das typisch englische Sandwich steht, der ist hier ebenfalls richtig. Das berühmte Ale (englisches Bier; Tipp: London Pride) sollte man unbedingt probiert haben!
Leckeres (aber auch sehr teueres) Angus Rind oder Lamm mit Minzsoße findet man direkt am Leicester Square in nahezu jedem Restaurant. Für alle Asienliebhaber lohnt sich ein kulinarischer Abstecher nach Chinatown (Tube station Charing Cross).

Piccadilly CircusPiccadilly Circus

Übrigens: Eine London Travel Card fürs Wochenende gibt es für die Zonen 1-2 (Central London) schon ab 14 GBP und lohnt sich für Jedermann, der in kürzester Zeit alle Sehenswürdigkeiten abklappern oder einfach nur mobil und schnell am Zielort sein will.
Weitere Infos unter: www.londontravelpass.com
und www.tfl.gov.uk

Museums and more

Ein Muss für alle London-Reisenden ist die Vielzahl an Sehenswertem: Spannende Architektur, royale Residenzen, historische Gebäude – und weltberühmte Kunsthäuser!

Mit seinen über 50 Museen avancierte London zum Mekka für Kunst- und Kitschliebhaber. Es gibt praktisch jede nur erdenkliche Art von Museum zu jedem Thema. Zudem sind seit 2001 alle staatlichen Sammlungen kostenfrei. Besonders beliebt darunter ist das British Museum, größtes und eines der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museen der Welt. Es beherbergt unter anderem den Stein von Rosetta, durch den Jean Francois Champollion im Jahre 1822 die Entschlüsselung der Hieroglyphen gelang. Die National Gallery stellt eine umfassende Sammlung europäischer Malerei des 13. bis 19. Jahrhunderts dar. Hierzu zählen Van Goghs Sonnenblumen und Van Eycks Arnolfini Hochzeit.Arnolfini2 Trotz langer Warteschlangen und unschlagbaren Höchstpreisen ist Madame Tussauds, das wohl berühmteste Wachsfigurenkabinett der Welt, ein ständiger Besuchermagnet und empfehlenswert für alle, die London das erste Mal besuchen. Was den kleinen (oder großen) Hunger zwischendurch oder danach anbelangt, so sollte man die teuren (!) Museumsrestaurants unbedingt meiden und sich lieber in ein gemütliches Café an der nächsten Straßenecke setzen. Die gibt es zum einen wie Sand am Meer und zum anderen schonen sie Geldbeutel und Nerven.

Geheimtipps sind die kleineren, privaten Museen, wie zum Beispiel das Sherlock-Holmes-Museum in der Baker Street. Das nahe gelegene Sherlock-Holmes-Hotel bietet gelegentlich Murder-Mystery-Abende zum mitmachen inklusive Dinner.

Übrigens: Sherlock Holmes’ Haus in der Baker Street 221 B – vielleicht die berühmteste Adresse in der Literatur – existiert nicht. Die Bausparkasse in Nummer 221 bekommt aber immer noch Briefe, die den berühmten Detektiv um Hilfe bitten!

Auch das Cartoon Museum ist eines der kleineren Museen, die gerne übersehen werden. Das 2006 neu eröffnete und erste Cartoonmuseum des Landes liegt nur einen Steinwurf vom British Museum entfernt. Es bietet nicht nur Lesestoff für Liebhaber, sondern auch für diejenigen, die es vielleicht noch werden wollen.
Wer von dem ganzen Museumsstress Abstand nehmen möchte, kann sich auch eine Auszeit in den ausladenden Parks in und um London nehmen. Hierzu laden Hyde Park und Green Park gerne ein. Manchmal reicht auch einfach nur ein kleiner Spaziergang, um dem Großstadttrubel kurz zu entfliehen.

Shopping-Time

Für alle, die genug der Ruhe haben, folgen hier nun einige der Top-Adressen für ausgiebiges Shopping. In einer Weltmetropole wie London kann man natürlich so ziemlich alles haben, was man für Geld kaufen kann – wenn man weiß, wo man suchen muss.

Besonders das West End hat einige der berühmtesten Shoppingmeilen und Shoppingtempel zu bieten. An erster Stelle wäre die Oxford Street zu nennen. Hier finden sich alle britischen Bekleidungsketten. Gerade eine Querstraße entfernt liegt die Bond Street, die mit besonders exquisiter (sprich teurer!) Mode aufwartet. Das Mekka für die eher alternative Lebensart und die Schwulenszene bildet das Stadtviertel Soho. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Das wahrscheinlich berühmteste Kaufhaus der Stadt und möglicherweise auch der Welt findet man in Knightsbridge: das Harrod’s. Wer großen Menschenmassen allerdings lieber aus dem Weg gehen möchte, sollte hier – vor allem an Samstagabenden – lieber nicht hingehen. Außerdem ist es nicht gerade etwas für den kleinen Geldbeutel. Etwas gemütlicher geht es da im Westfield Shopping Center zu.

Westfield

Ungefähr genau so groß, aber erschwinglicher, weniger crowded und vor allem weniger Pomp. Alle gängigen internationalen Labels (aller Preisklassen) finden sich hier wieder. Im direkten Ländervergleich sind hier Marken wie ESPRIT, H&M und Vero Moda bis zu 30 % billiger! Wer ein wahres Schnäppchen in London machen möchte, der sollte sich in einem Musik- oder Schuhgeschäft umsehen oder Aspirin kaufen, der Rest – vor allem in der Gastronomie – wartet nämlich mit ziemlich unglaublichen Preisen auf. Wie fast überall auf der Welt gilt: Wo Touristen sind, ist es auch am teuersten.

Daher ein Tipp: Einfach mal in eine Querstraße einbiegen, weg von den Touristenmagneten und London auf eigene Faust erkunden!

Sabrina Keller

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2 Reaktionen zu “London – a weekend tourism?!”

  1. patricia f.

    London ist definitiv eine Reise wert. Da gibt es so viel zum ansehen, dass man sich wirklich länger Zeit nehmen sollte.

  2. Silvia

    Hallo! Man braucht bestimmt mehr Zeit für eine solche Reise. Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt besuchen muss. Zwei Tage sind bestimmt nicht genug, meine ich.

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