Karlsruhe im Spektralinferno

Ganz schön „bunt“ könnte man die erste gemeinsame EP „Spektralinferno“ von Schote und ENAKA bezeichnen, die im Oktober 2009 erschien. Aber wer sind diese zwei Karlsruher Jungs, die uns den Hip-Hop ein Stückchen näher bringen und was hat es überhaupt mit dem Inferno auf sich?

spektralinferno

Man könnte Schote und ENAKA als eine Art Universalkleber für die gespaltene Rap-Szene bezeichnen, die nun endgültig in der breiten Masse angekommen ist und über die die Meinungen und Auffassungen innerhalb der Fangemeinde nicht unterschiedlicher sein könnten.

Und so rappt Schote zu selbstgebastelten Beats von ENAKA: „Hallo, ich bin ein MC, 22 Jahre und blond“. Schote ist eigentlich Student an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, freestylt und ist auch schon mal auf Poetry Slams anzutreffen. Vor allem der Freestyle ist für ihn etwas was Spaß machen soll, was spontan entsteht und was er vor allem mit anderen teilen kann. Schote sucht und findet überall neue Inspiration und Input, auch außerhalb der Rap-Szene. Seine größten Stärken sind die universelle Einsetzbarkeit und der Spaß am Rap. Für ihn stehen der Spaß im Leben und die pure Freshness an erster Stelle, was vielleicht auch der Grund dafür ist, weshalb seine Texte sofort gute Laune versprühen. Zu den Machern des Spektralinfernos gehört aber auch ENAKA, Beat-Künstler aus Karlsruhe. Sein Talent erstreckt sich weit über das Beatsentwickeln hinaus. Er begann schon im Kindersalter Klavier und Gitarre zu spielen und beherrscht weitere von ihm eingesetzte Instrumente. Auf einigen Tracks der EP rappt er selbst vom „Urknall“ und „Der Kamera im Kopf“.

Schote&ENAKA

Zusammen spazieren sie lässig durch die letzten Jahrzehnte Hip Hop-Kultur. Synthesizer-Sound trifft Boom Bap, Rock oder Pop, bei dem es nicht darum geht die eigenen Gefühle zur Schau zu stellen, wie es andere Deutschrapper tun. Ziel der EP war es, so das Duo selbst, aus Deutschrap wieder Musik zu machen und damit möglichst viele Ohren zu erreichen. Dies ist der Grund dafür, weshalb die EP unter www.spektralinferno.de zum kostenlosen Download bereit steht.

Zur Zusammenarbeit kam es unter anderem durch den privaten Kontakt der beiden Künstler und durch das Hören-Sagen in der Karlsruher Untergrund-Szene, wodurch es nahe lag, ein gemeinsames Projekt zu starten. Auch wenn sie beide ihren eigenen Sound haben, fahren sie bei der Verwirklichung dieses Projektes die gleiche Schiene. Bei der Arbeit an Spektralinferno, für das sie sich das letzte halbe Jahr zusammen gesetzt haben, nahmen sich die beiden jede künstlerische Freiheit. Dabei kommt trotz des leichten Charakters der Tracks die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. Die Mischung macht es eben. Den Hörer erwartet mehr als nur 16er auf Beat. Und so hat jeder Track seinen eigenen Charme, seine eigene Richtung. Behandelt werden Themen eines breiten Spektrums, weshalb auch der Name Spektralinferno entstand. Von ironischer Selbstdarstellung über den Überwachungsstaat bis hin zu Tracks die einfach nur zum Tanzen auffordern, alles ist dabei. Ein Image haben die beiden trotzdem nicht und das wollen sie auch nicht. Sie sind keine Image-Rapper und wollen in keine Schublade gesteckt werden. „Der rote Faden“, so die Künstler, „ist die Qualität und soll es auch bleiben.“
Gefördert wurde das Duo von der Hip Hop-Crew GunsAnders, die ebenfalls aus Karlsruhe stammt. Dazu gehören der DJ Paka, die MCs Baba und Reiner F. sowie der Produzent Dime.

Leider bietet Karlsruhe kaum eine Plattform für die HipHop-Szene, wodurch vieles im Untergrund stattfindet und sowohl Schote als auch ENAKA nur vereinzelt bei Live-Auftritten zu sehen sind. Die Bestätigung des Publikums haben sie aber trotzdem auf ihrer Seite.
Für das Jahr 2010 ist ein weiteres gemeinsames Projekt zwischen Schote, ENAKA und GunsAnders in Planung. Vor allem Live-Auftritte wünschen sich die Jungs, gerne auch in anderen Städten. Ansonsten wird es einige Solo-Projekte geben. Verfolgen kann man das Ganze immer aktuell auf www.kavantgar.de oder auf den jeweiligen MySpace-Seiten. Man darf also gespannt sein, was in Zukunft von Schote und ENAKA noch zu hören ist.

Wer nun neugierig geworden ist, kann die EP unter: www.spektralinferno.de kostenlos downloaden.
Weitere Infos gibt es unter:
www.myspace.com/schote
www.myspace.com/nakfunk
www.myspace.com/gunsanders
Wer direkt mehr von Schote und ENAKA sehen will, kann dies im Interview von backyardTV auf der Seite kavantgar.de tun.
Katharina Langpeter

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Eine Reaktion zu “Karlsruhe im Spektralinferno”

  1. Karlsruhe - Blog - 04 Jan 2010

    [...] KA.mpus Karlsruhe im Spektralinferno [...]

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