Was wird aus The Patricks? Die Band im Gespräch

Timecut/Butterfly/Cecil b/ Copkillah/Sit HenryTimecut/Butterfly/Cecil b/ Copkillah/Sir Henry
In den vergangenen vier Jahren haben es die fünf Jungs weit gebracht. Die Fangemeinde ist stetig am Wachsen, die Songs strotzen vor Kreativität und so auch das immer wechselnde Bühnenbild. Ihre Musik lässt sich nicht kategorisieren und das nicht mal vom Quintett selbst. Zu den Höhepunkten der Bandkarriere gehören Auftritte wie beispielsweise 2007 auf Das Fest oder auf dem Karlsruher und Freiburger Unifest 2008. Als Karlsruher Band sind sie mittlerweile sehr ernst zu nehmen.
Doch ihr letztes Konzert hatten sie am 11.09.09 in der Fleischmarkthalle Karlsruhe. Was heißt das genau? Ist es tatsächlich aus mit The Particks? Im Dezember endet eben bekanntlich nicht nur das Jahr. KA.mpus traf sich mit den fünf Jungs in deren Proberaum. Ein Rückblick mit Ausblick…

Karlsruhe, ein Hinterhofkellerraum, rosabeplüschte Wände, schummriges Licht, jede Menge Equipment, eine selbstgebastelte Hausbar, fünf gutgelaunte Musiker und KA.mpus.

KA.mpus: Wenn man im Internet eure Geschichte liest und euch nicht kennt, könnte man diese wirklich glauben. Was bezweckt ihr damit? Hat diese verfälschte Info nicht zur Konsequenz, dass man euch nicht ernst nimmt?
Cecil b (vocals & lyrics): Das mag schon sein, aber ich fand das vor allem lustig. In einem Bericht, den die BNN über uns geschrieben hatte, wurde genau diese Entstehung genannt. Und der Autor ahnte schon richtig: es geht hierbei um den Verwirrungsmoment.
Sir Henry (keybord): Wir werden sehr oft auf diesen Artikel angesprochen und das ist auch eine saugute Publicity für uns, besonders um ins Gespräch zu kommen.
Butterfly (bass & synthies): Es macht uns interessant, weil die Leute wissen wollen was dahinter steckt. Hätten wir stattdessen die wahre Geschichte erzählt – das wäre langweilig gewesen und hätte niemanden interessiert.
Cecil b: Wir wollten nicht dieses typische BlaBlabBla-Bandgehabe à la: Wir haben uns kennen gelernt etc. Und der hört gerne Fusion und jener hat sich in die Band geschlafen. Ihr kennt den Rest. Mein Bruder, der übrigens bei uns den Bass spielt, hat sich aber auf jeden Fall in die Band geschlafen. (lacht)

Auf diversen Homepages findet man immer wieder dieselbe Entstehungsgeschichte zu The Patricks: Nach ersten Auftritten als Vorgruppe von Jefferson Airplane und Velvet Underground gelang The Patricks mit Songs wie Nordic Walking (1969) oder Living Beat (1970) schnell der internationale Durchbruch. Die Band spielte in den Folgejahren über 1500 Konzerte vor Millionen von Fans, bevor sie sich im Jahre ’76 eine Schaffenspause gönnte.

Sir Henry: Es ging vor allem darum, kontrovers zu sein.
Cecil b: Es sollte bei der Namensgebung, genau wie beim Hören unserer Musik auch, um den Spaßfaktor gehen. Genau in dieser Zeit schrieben wir auch Songs wie Nordic Walking.
Sir Henry: Bereits bei den Pop Open in Stuttgart, einer dieser Bandpusherwettbewerbe, fand die Jury unsere Namensgebung und unsere Geschichte nicht gut. Bis auf einen, der meinte: “Ich finde es gut, dass ich es nicht verstehe.” Der Kommentar der restlichen Jury lautete ungefähr so: “Wenn man anhand eures Namens nicht erkennen kann, ob es sich um eine Kasperlesband oder eine Popband handelt, werdet ihr nie Erfolg haben.”
Alle: Wir haben aber keinen Bock uns für einen anderen Namen zu entscheiden.
Cecil b: Das ist wohl ein Merkmal unserer Generation.

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Cecil b

KA.mpus: Wenn ihr euch entscheiden müsstet, ernstgenommen zu werden oder nicht, was wäre die Antwort? Nehmt Ihr euch denn selbst ernst?
Sir Henry: Ja und nein. Auch wenn es Spaßsongs sind die wir spielen, steckt immer auch Anspruch dahinter. Unsere Musik soll gut erarbeitet sein und die Hörer können auch erkennen, dass es nicht nur um Gaudi geht.
Cecil b: Wir haben es einfach nie geschafft, Musik nach Schema F zu machen. Auch wenn wir uns mal vorgenommen haben einen ganz einfachen Song zu machen, haben wir es einfach nie hinbekommen.

KA.mpus: Wollt ihr mir erzählen wie und wann sich The Patricks wirklich gegründet haben? Oder ist das ein Geheimnis?
Sir Henry: Das kann man eigentlich schon sagen oder? (blickt fragend in die Runde)
Cecil b: 2005 lernte ich unseren Drummer im Jugendclub des Staatstheaters kennen. Ich wusste, dass er Schlagzeug spielt und seine schauspielerischen Fähigkeiten waren sehr gut, sodass ich annehmen musste, sein musikalisches Talent sei von ähnlich gutem Format. Zu der Zeit spielte ich in einer Band, was mir allerdings keinen Spaß mehr machte.

KA.mpus: Wie hieß die andere Band?
Cecil b: Eat N’ Puke. Ich hatte noch ein paar Songs, die ich spielen wollte und hatte Sir Henry gefragt, ob er nicht einfach mal mit mir im Keller jammen wolle. Noch am selben Abend bekamen wir riesigen Ärger mit unserem Nachbarn – ein übler Spießer der schlimmsten Sorte – was uns gleich einen schönen Start verschaffte. Kurz bevor ich meine alte Band verließ unternahm ich also den Versuch, das Niveau von Eat N’ Puke durch unseren heutigen Keyboarder nochmals aufzupeppen. Damit wenigstens ein guter Musiker mit in der Band spielte. Das hat aber alles nicht geklappt und so verließ ich Eat N’ Puke und schrieb etwa ein Jahr lang Songs – einfach für mich. Diese wollte ich aber auch spielen und so traf ich mich zuerst mit Copkillah, dann auch mit Sir Henry. Jetzt waren wir schon zu dritt, doch dann ist uns aufgefallen, wir brauchten ja jemanden der Synthesizer und so einen Kram für uns spielen kann. So kamen wir dann auf meinen Bruder, der zu diesem Zeitpunkt schon synthetische Musik auf dem Computer programmiert hatte. Wir bemerkten allerdings schnell, dass es gar nicht einfach war live den Synthesizer mit einzusetzen. Mein kleiner Bruder musste daraufhin Bass spielen lernen.

KA.mpus (zu Butterfly): Das heißt Du hast Dir das autodidaktisch beigebracht?
Butterfly: Bis zu unserem ersten Gig – den wir nach vier Wochen hatten – habe ich mir in der Tat das Bassspielen selbst beigebracht. Danach habe ich mir dann einen Lehrer genommen. Ich fing extra für die Band an Bass zu spielen.

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Butterfly

KA.mpus: Nun die schon oft gestellt Frage – aber sie muss sein: Wie ist der Name der Band entstanden?
Butterfly: Ich wollte ja den Namen Silent Goa.
Copkillah (drums): Wir haben gemerkt, dass es ganz viele tolle Patricks gibt, die uns gefallen (Patrick Wolf, Patrick Star, …) und wir fanden den Namen in diesem Moment einfach lustig.

KA.mpus: Für die Texte ist in erster Linie ja Cecil b (vocals, synthies) verantwortlich. Hat auch schon jemand von euch anderen die Lyrics geschrieben? Wenn ja, bei welchem Song?
Butterfly: Itchy Bitchy ist von Timecut und mir. Die Lyrics von Naked Gardeners sind von einem Freund, Georg Kammerer, geschrieben worden, die Musik ist von uns.

KA.mpus: Woher nehmt ihr die Ideen für eure Songs?
Butterfly: Aus Drogen. (lacht)
Cecil b: Die Themen kommen oft daher, dass ich irgendwelche Dinge sehe, die mich beschäftigen. So zum Beispiel bei Naked Gardeners. Ich war mit Georg Kammerer in London, da gibt es in einem Vorort eine Gärtnerei, betrieben von einem alten Ehepaar, das ausschließlich nackt arbeitet. Ich habe ihnen sogar unseren Song zugeschickt, bekam aber nie Antwort.
Sir Henry: Ansonsten aber natürlich aus gemeinsamer Improvisation. Einer bringt eine Idee mit und dann wird darüber gejammed.
Cecil b: Manch ein Song wird auch schon mal vom ein oder anderen mitgebracht, da wir ja auch alleine kreativ sein können.

KA.mpus: Wenn ihr dann was habt, das euch gefällt, wer hat dann das Superhirn das Ganze in Noten umzusetzen?
Sir Henry: Aufgeschrieben haben wir noch nie etwas.
Butterfly: Jeder merkt sich was er spielt, außer Timecut. (alle lachen)
Cecil b: Das meiste musikalische Können hat auf jeden Fall Sir Henry, das aber schon von Berufswegen. Er studiert Klavier an der Musikhochschule Karlsruhe.

KA.mpus: Nordic Walking zählt wohl zu euren erfolgreichsten Songs unter den Fans. Seht ihr das auch so oder gibt es andere Songs, die ihr aus musikalischer Sicht viel interessanter findet?
Cecil b: Nordic Walking ist auf jeden Fall die Nummer, auf die wir am häufigsten angesprochen werden.

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Sir Henry: Die Eingängigkeit dieses Songs, der aus der Schwachsinnsidee heraus entstanden ist, einen Song über diese blödsinnige Sportart zu machen, ist ein gutes Kriterium für einen Ohrwurm.
Cecil b: Ich wollte schon immer mal einen Song machen, der so ist wie Crazy little partygirl von Aron Carter. So nen richtig beschissenen Popsong.
Sir Henry: Ich saß mit Copkillah im Proberaum und habe einfach mal so gaga, wie die Sportart auch, am Klavier komponiert. Und das wars dann auch schon fast. Das lustige ist: der Song hat so viel Spielraum, weil das einfach altbewährte Harmonien sind – die gabs auch schon bei Bach.
Timecut (guitar): Oh das wertet das Image unserer Band jetzt aber auf. (alle schmunzeln Sir Henry an)
Sir Henry: (rechtfertigend) Nein das ist tatsächlich so! Man kann viel daraus machen. Wir haben viele Versionen, Hardrock, Acapella, Techno usw. Nur kleine Details müssen gleich bleiben. Man erkennt den Song immer wieder. Durch das Hinzufügen neuer Töne kann man den Song immer fetter machen und die Harmonik ist trotzdem einfach.
Timecut: Man kann sich und den Song immer wieder neu erfinden. (lacht)
Sir Henry: Allerdings ist der Song doch nicht so einfach zu spielen, gerade auch weil wir ihn immer wieder anders spielen.
Timecut : Aber wir sind wohl auch alle sehr stolz auf Our Love. So eine Spannungskurve haben wir bis jetzt nur in diesem Song hinbekommen. Es geht hoch und runter.
Cecil b: Brainwashing Machine ist auch eines unserer Lieblingssongs. Obwohl diese Songs doch ein wenig ernsthafter sind. Die Lieder bei denen ich die Texte schreibe und damit meinen eigenen Erfahrungsschatz einbringe sind die, die ich emotional am meisten schätze.
Sir Henry (zu Cecil b): Genau – über die Entdeckung der eigenen Sexualität.
Cecil b: Ansonsten, wenns auf dem Konzert gut ankommt, macht eigentlich alles Spaß.

KA.mpus: Wie kommt es, dass jeder von euch sein Instrument so gut beherrscht? Hat da jeder die klassische Musiklehre hinter sich oder würdet ihr euch eher als Autodidakten beschreiben?
Butterfly: Zwar hab ich mir den Bass autodidaktisch beigebracht, allerdings hatte ich als Kind eine neunjährige Klavierausbildung.
Cecil b (zu seinem kleinen Bruder): Genau! Von null bis neun Jahren. (alle lachen)

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KA.mpus: Seit ihr schon so eingespielt, dass ihr mit Fehlern, die auf der Bühne passieren, gut umgehen könnt oder kommt ihr da schon noch ab und zu ins Straucheln?
Sir Henry: Mittlerweile macht uns das keine Probleme mehr. Wir sind ja auch schwer Betablockerabhängig, da bringt uns nichts so leicht aus der Rolle.

KA.mpus: Wer gibt bei euch den Ton an?
Cecil b: Ich mache die Öffentlichkeitsarbeit und organisiere die meisten Auftritte. Wir hatten zwar mal ne Managerin, die ihren Job echt gut machte, aber jetzt ist das ja auch hinfällig.

KA.mpus: Im Sommer dieses Jahres habt ihr auch schon unplugged gespielt. Erzählt doch mal, wie das für euch war und vor allem – kam es gut bei den Hörern an?
Cecil b: Das war im Zuge der Pop-Open in Stuttgart. Da spielten wir auf der Straße. Logistisch war das nicht schlau gemacht. Die stellten uns auf die Fußgängerzone an eine möglichst windige Stelle und sagten “Spielt!”. Nur wenige Passanten fanden es gut.

KA.mpus: Mit Milk Me habt ihr euer erstes Studioalbum veröffentlich. Sind weitere in Planung?
Sir Henry: Leider nicht. Obwohl wir noch ziemlich viel unveröffentlichtes Material in petto haben. Wir haben einige schöne Balladen und weniger rockige Songs, die noch keiner kennt.
Cecil b: Schöne handgemachte Musik, die den Jurys bestimmt gut gefallen würde.
Sir Henry: Wir wollten auch schon mal ein Konzert geben, auf dem wir in der ersten Hälfte unsere bekannten Songs spielen würden – verkleidet versteht sich – und in der zweiten Hälfte mit ernsterer Musik aufwarten wollten. Alle seriös und Cecil b würde aussehen wie Roger Cicero. (alle lachen)

copkillah

Copkillah

KA.mpus: Steigt es euch zu Kopf, wenn ihr die wildgewordenen Mädels vor der Bühne tanzen seht oder lässt euch das eher kalt?
Sir Henry: Roxy hat nen geilen Arsch!
Timecut: Das ist fast so wie Internetpornografie. Aber die machen mich ja auch nicht an.
Cecil b: Wir binden uns vor jedem Konzert die Klöten ab, damit wir uns nicht irritieren lassen und uns einzig auf die Musik konzentrieren können.

KA.mpus: Wenn man so eure Myspacesite anschaut, gibt es viele schöne aber vor allem bizarre Bilder von euch zu sehen. Wäre es falsch zu sagen, dass ihr im Laufe der Zeit alle einen kleinen Verkleidungstick entwickelt habt?
Sir Henry: Definitiv haben wir das!
Timecut: Nichts passt besser zu der Musik als verranzte Kleidung. Wir haben aber auch schon unverkleidet gespielt.
Butterfly: Auch das ist schon mal geschehen.
Cecil b: Als wir mal in Freiburg spielten, da wollten wir die ganzen Geisteswissenschaftsstudenten ärgern. Die wollten Hard Core hören und wir hatten uns alle als Wolfgang Pertys verkleidet und dann auch noch ne 8-minütige Freejazzvorstellung geliefert.

KA.mpus: Bei der einen oder anderen Vorstellung von euch habt ihr auch schon mal eure blanken Hintern gezeigt. Gehört das einfach dazu oder sind das bereits die ersten Anzeichen von sich anbahnenden Starallüren?
Cecil b: Auf jeden Fall, das sind Starallüren, ganz klar.
Sir Henry: Das ist gesunder Exhibitionismus.

KA.mpus: Ihr habt es ja 2007 schon auf Das Fest geschafft. Hat dieser Auftritt euch noch mehr Fans eingebracht?
Sir Henry: Mit Sicherheit. Das war ein sehr gut besuchtes Konzert und die Leute hatten Spaß. Das Zelt tobte, was keiner von uns erwartet hatte.

KA.mpus: Was tut ihr um mehr Präsenz zu erwirken, so dass man eure Songs vielleicht auch mal im Radio hört?
Timecut: Im kleineren Rahmen sind die Leute meist auf uns zugekommen. Wir hatten eigentlich gar keine Intention. Meist war es Glück. Die Leute kommen auf uns zu und nicht andersherum. Ansonsten gibts den ein oder anderen DJ in Karlsruhe, der unsere Lieder auch schon mal in der Kneipe oder im Club spielt.

KA.mpus: Euer Frontmann und Sänger Cecil b zieht ja jetzt nach Berlin. Was bedeutet das für die Zukunft der Patricks?
Sir Henry: Viel entscheidender ist momentan, dass unser Gitarrist Timecut und unser Bassist Butterfly aussteigen. Aus studiumstechnischen Gründen finden beide gerade keine Zeit mehr.
KA.mpus: Für immer?
Butterfly: Nein, wir haben vor, uns trotzdem noch so oft wie möglich zu treffen.
Sir Henry: Uns gibt es nur in dieser Konstellation, wie sie jetzt ist. Die zwei Abgänger haben in Zukunft viel mehr den Status von Gastspielern. Und The Patricks sind wohl vorerst einmal gestorben.
Cecil b: Auf jeden Fall muss gesagt sein, dass es The Patricks nur in dieser Besetzung geben kann. Wir waren zwar auch schon mal zu sechst, aber Professor Onz hat uns früh verlassen.
Sir Henry: Das lustige ist: immer wenn man einer unseren Jamsessions beiwohnt – da nicht alle anwesend sind – kommt immer etwas ganz anderes dabei heraus. Uns kann es nur so geben, selbst wenn wir wollten können wir keinen anderen zu The Patricks mit an Bord nehmen. Das Patricksgefühl gibt es nur zu fünft.

KA.mpus: Wie wird die Kommunikation aussehen, wenn die Bandmitglieder so weit voneinander getrennt sein werden?
Cecil b: Sir Henry, Copkillah und ich machen erst einmal weiter. Das wird so aussehen, dass die zwei in erster Linie Schlagwerk machen und für die Synthesizer zuständig sind. Es wird sehr digital werden. Jede Probe wird aufgenommen werden. So können wir uns das gegenseitig hin und her schicken.
Sir Henry: Es wird halt schwierig mit Livegeschichten.
Cecil b: Da ich immer noch im Theater mitspiele, werde ich nach wie vor des Öfteren in Karlsruhe sein. Einmal im Monat für ein paar Tage.
Sir Henry: Es wird auf jeden Fall eine Arbeitsteilung geben. Cecil b schreibt Texte, wir anderen komponieren und in der wenigen Zeit, die wir haben, versuchen wir sowohl zu proben, als auch live aufzutreten.
Cecil b: Die Texte werden hauptsächlich deutsch sein.
Sir Henry: Das heißt die drei Gründungsväter machen weiter unter neuem Namen. Wir sind auch nicht mehr Sir Henry, Cecil b oder Copkillah. Die neue Musik darf man sich nicht mehr als exponierte Rockmusik vorstellen, sondern als klangliches Phänomen. Bis jetzt ist das Ganze sehr psychedelisch. Es kann aber gut sein, dass wir sehr geradlinig werden. Die Besetzung ist nicht festgelegt und wir wollen es vermeiden, dass immer ein und derselbe das gleiche Instrument spielen wird. Soviel sei schon mal gesagt, der Looper wird ein wichtiges Instrument darstellen.

KA.mpus: Euer eigentlich letztes Konzert war am 11.09.09 in der Fleischmarkthalle. Hatte das Konzert an diesem bedeutungsvollen Datum die erwartete Einschlagskraft?
Butterfly: Tendenziell ja, allerdings sind keine zwei Türme gefallen.

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Sir Henry

Sir Henry: Es machte auf jeden Fall Riesenspaß. Bei unserem Song Naked Gardeners hatten wir einen Gastauftritt, da ein Freund von uns, der selbst Gärtner ist, nackt und vor begeistertem Publikum zuerst einen kleinen Baum eintopfte, um ihn kurz danach mit einer Kettensäge wieder niederzumetzeln.

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KA.mpus: Wer ist für die Fanarbeit zuständig? Sind Euch die Fans wichtig?
Timecut: Nein wir sind so kalt, dass wir alles an uns abprallen lassen. (ironisches Lachen)
Cecil b: Wir haben Blockeinträge. Und vor allem ist die Myspacesite sehr wichtig; das meiste läuft darüber. Ich geh zweimal die Woche auf die Site und beantworte Fragen oder schreib Blockeinträge. Jeder kann einen Newsletter beantragen. Wir halten unsere Freunde und Fans auf dem Laufenden.

KA.mpus: Was werdet ihr den Fans sagen?
Cecil b: Es gibt bestimmt ein paar Fans, die das treffen wird. Das beschäftigt uns natürlich schon, aber ich sags mal so: das ist der Lauf der Zeit.
Sir Henry: Die können das Album kaufen, dann sind wir ihnen immer nahe.
Cecil b: Ich bin mir sicher, dass wir ab und zu wieder spielen werden.
Timecut: Wir haben unseren Fans gegenüber auf jeden Fall ein Verantwortungsbewusstsein. Zudem möchten wir unser unveröffentlichtes Material unbedingt noch aufnehmen und rausbringen.
Cecil b: Wenn wir das nicht machen, wäre das eine wahre Schande.
Sir Henry: Vielleicht ist das bei uns ja wie bei den Ärzten – Zeit für Soloprojekte und dann kommen wir wieder zusammen.

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KA.mpus: Habt ihr eigentlich nur The Patricks als Projekt am Laufen oder spielt der ein oder andere von euch noch in einer anderen Band.
Sir Henry: Ja aber für diese neue Band gibt es noch keinen Namen. Ein Trio, Schlagzeug, Bass und Gitarre, wobei wir jetzt noch einen Neuzugang haben – ein junger Brasilianer, er wird singen. Er hat bereits in seiner Heimat bei Brasilien sucht den Superstar mitgemacht und dabei viele Runden durchgehalten. So werden unsere Lyrics deutsch, italienisch, portugiesisch und englisch sein. So richtige Radio- und Festivalmusik. Wir haben allerdings bis jetzt nur drei Lieder einstudiert. Das ganze sollte aber schnell von statten gehen.
Butterfly: Hab gerade wieder angefangen alte Songs von mir auszugraben. Ich will das auch veröffentlichen. Handfester Techno und Trance. Anfang 2010 soll mein Soloprojekt “Decadon” rauskommen.
Sir Henry: Ein Soloprojekt habe ich auch. Am Computer experimenteller Hip Hop Beat, irgendwie zerstört, allerdings mache ich das eher für mich. Bis jetzt habe ich nicht vor das Ganze zu veröffentlichen, sollte ich aber doch mal die Zeit dafür finden, so unter dem Pseudonym “Dariusz”.
Cecil b: Ich mache mit meinem großen Bruder ein Elektroprojekt, das “Strecker” heißt. Eine Mischung aus Deutsch Amerikanische Freundschaft, Depeche Mode, Muse und Beethoven. Es werden sehr lange, episch-musikalische Stücke werden.

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Timecut

Timecut: Ich suche noch immer einen Parkplatz – hoffentlich habe ich noch keinen Strafzettel. Nein aber echt – mein eigenes Zeug gehört in die Sparte Grime, Dubstep, Garage. Unter dem Namen bacmu (www.bacmu.de) mach ich auch noch Grafikgeschichten. Ansonsten hab ich noch ne Band the deinsectorsizers – wir spielen vor allem Acoustic und Electric, eine Mischung aus Beirut und Aphex Twin. Da wirds demnächst auch eine Platte geben.

KA.mpus: Jetzt darf jeder noch eine Botschaft an die Fans und den Rest da draußen richten. Ihr dürft gerne auch Grüße versenden.
Timecut: Ist voll schwer.
Sir Henry: Ich kann nicht auf Kommando, wenn jemand zuguckt.
Cecil b: Ich wünsche unseren Fans einen guten Rutsch ins neue Jahr.

KA.mpus: Vielen Dank für das Gespräch!

Mojique Herrmann
Offizielle Homepage von The Patricks: www.thepatricks.de/
The Patricks bei virb.com: www.virb.com/thepatricks
Mail to The Patricks: info@thepatricks

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