Mallorca – mehr als eine Partyinsel

mallorca-karte

Próxima Parada – Ballermann 6!? Nein, der nächste Halt muss nicht der Balneario 6 mit betrunkenen Teenies und Strohhüten oder grölenden Fußballmannschaften sein. Zugegeben, das Image Mallorcas ist nicht unbedingt positiv, doch das mit Abstand beliebteste Ziel des europäischen Sonnentourismus hat mehr zu bieten als Party bis zum Morgengrauen.
Der Sommer ist mittlerweile schon lange vorbei, aber wem Sonne, Strand und Meer auch so sehr fehlen, sollte unbedingt weiter lesen. Hier von mir einige Tipps, was für den nächsten Urlaub interessant sein könnte.

Mallorca liegt im westlichen Mittelmeer vor der spanischen Nordostküste und ist die mit einer Inselgröße von 3684 km² die größte Insel der Balearen-Gruppe.
Facettenreich zeigt sich Mallorca besonders bezüglich der Landschaft: von steilen Gebirgsketten der Serra Tramuntana über weite Sandbuchten und Kiesstränden bis hin zu verträumten Dörfern im Inselinneren hat Mallorca alles zu bieten. Von den rund 813.729 Einwohnern leben allein ca. 400.000 in der Hauptstadt Palma, dem kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Balearen.
Genau hier startet mein Rundgang: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es kein Problem in die Innenstadt Palmas zu gelangen, allerdings sollte man darauf vorbereitet sein, dass sich die Busfahrer nicht unbedingt an Buspläne halten und Verkehrsregeln nicht ganz so ernst genommen werden. Der Plaça d’Espanya ist der größte Umschlagplatz für Busse, Bahnen und Züge auf Mallorca. Die Hauptstadt wird von hier aus mit allen wichtigen Inselorten verbunden.
Bei einem Bummel durch die historische Altstadt mit spanisch- katalanischen und arabischen Einflüssen fallen mir nicht nur bedeutenden Kunstdenkmäler, sondern auch altertümliche Kräutergeschäfte, verlockende Schokoladenläden und kleine Kaffeestuben auf.

IMG_9041Kunst- und Kulturzentren verbergen sich hinter mächtigen Mauern alter Patrizierhäuser in zahlreichen engen Gassen, so z.B. das Museu d’Art Espanyol Contemporani. Der Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert beeindruckt mich bereits mit einer prunkvollen Marmortreppe im Eingangsbereich. Auf zwei Etagen kann man zusätzlich zu der Col.lecció March mit 70 Meisterwerken des 20. Jahrhundert, unter anderem von Picasso, Miró, Dalí oder Barceló, Wanderausstellungen ansehen. Wer also Lust auf Kunst und eine kleine Abkühlung in der Mittagshitze sucht, sollte sich den kostenlosen Besuch in dem klimatisierten Haus nicht entgehen lassen.
Zwischen einigen gotischen Kirchen enden die Gassen in sonnenbeschienenen Plätzen. Auf einem dieser Plätze, vor der Kirche Sant Miguel, beschert mir eine Straßenmusikerin mit ihrem Operngesang Gänsehaut. Viele weitere Passanten sind ebenso fasziniert und bleiben minutenlang wie erstarrt stehen.

Eine Unmenge an kleinen Schuh-, Schmuck- und Modegeschäften lockt gerade in der Sommerzeit mit Angeboten die Kunden an. Dort lohnt es sich auf jeden Fall zu stöbern. Wer gerne etwas mehr für das Shopping ausgibt, ist in der Avinguda de Jaume III mit Parfümerien, edlen Boutiquen und teuren Juwelieren gut aufgehoben.
Zu den schönsten Plätzen gehört sicherlich der Plaça Major mit seinem bunten Treiben. Da fallen mir auf der einen Seite die neugierigen Touristen ein, die sich von dem Können der unzähligen Straßenkünstler begeistern lassen, die Verkäufer des Kunsthandwerkermarktes, die euch gern in ein Gespräch verwickeln wollen und auf der anderen Seite die Einheimischen, die sich unbeeindruckt von dem Trubel einen Cappuccino in einem der zahlreichen Cafés schmecken lassen.
Auf dem Weg zur Kathedrale kann ich einen Abstecher in mein eindeutiges Lieblingsgeschäft Naturalmente empfehlen. Ganz in der Nähe der Kathedrale dreht sich alles um das Thema „Meer“. Effektvoll inszeniert finden sich hier Muscheln aus der ganzen Welt in verschiedensten Größen und Formen, außerdem Schmuckanhänger, Trockenblumen, Seesterne sowie Dekorationsartikel aus natürlichen Materialien.
Der Höhepunkt des Spaziergangs folgt mit dem Besuch der Kathedrale mit der größten Fensterrosette der Welt. Allerdings muss hier viel Geduld mitgebracht werden, denn La Seu, wie die Kathedrale auch genannt wird, ist eindeutig der Touristenanziehungspunkt Nr.1.
Nach dem Kirchenbesuch lohnt es sich einige Stufen hinunter zum Hafen zu gehen. Der Blick auf die im abgetrennten Bereich liegenden Yachten des Reial Club Náutic ist fantastisch. Von dort aus kommt man nach wenigen Minuten zu Fuß zu dem erst am 29.12.08 eröffneten Hard Rock Café.

Wie wär’s nach anstrengender Sightseeingtour mit etwas Anderem, zum Beispiel Karibik-Feeling pur mit kristallklarem Wasser und weißem Strand? Karibik und Mallorca, wie passt das zusammen fragt ihr euch sicher? Ganz einfach: Fahrt an den schönsten Naturstrand der ganzen Insel, Es Trenc. IMG_9085
Der bis vor wenigen Jahren noch als Geheimtipp gehandelte Strand mit herrlichem Dünengebiet befindet sich an der Südostküste der Insel. Allerdings muss man sich auf einen 25minüten Fußmarsch bei gefühlten 40°C einstellen, wenn man nicht auf ein sardinenartiges Nebeneinander mit Fremden steht. Denn erst im hinteren Teil des 3,5 km langen Strandes kann man sein eigenes, kleines Stück Paradies genießen.

Begeistert war ich ebenfalls von dem großartigen Naturpark La Reserva Puig de Galatzó im Südwesten, in Puigpunyent. Der seit 1992 zum öffentlichen Nutzen erklärte Naturpark bietet eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, bizarre Felsformationen, Grotten, Höhlen und mehr als 30 Wasserfälle.
Kleiner Tipp: Badesachen nicht vergessen, denn teilweise haben die Besucher Zutritt zu den Wasserfällen. Nach einem 3,5 km langen
neu1 297 Spaziergang auf naturbelassenen Wanderwegen kann man bei einem Barbecue die Umgebung genießen. Bärengehege und Greifvögelshows gehören außerdem zu den tierischen Attraktionen. Aber Vorsicht für alle, die ein Cappy tragen – die Vögel benutzen dieses gern als Landebahn!

Die restliche Insel wartet mit vielen weiteren tollen Ausflugszielen auf euch, wie beispielsweise dem Palma Aquarium mit fantastischen Unterwasserwelten in Can Pastilla. Der individuellen Urlaubsgestaltung sind also keine Grenzen mehr gesetzt.
Sobald es Budget und Zeit zulassen, empfehle ich Selbsterkundung anstatt gebuchter Touren. Eine Fahrradtour zum Beispiel entlang der Klippen zwischen den Pinienwäldern, vorbei an großen Villen mit Blick auf verlassene Buchten ist einfach traumhaft. Das ist nach dem üppigen Essen im Hotel nicht nur gut für die Figur, sondern gibt einem die Freiheit nach eigenem Belieben unterwegs zu sein.

Egal, ob ein Kurztrip mit Billigfluganbieter oder ein längerer Urlaub, überzeugt euch selbst von einer Insel, die trotz touristischer Überbeanspruchung mancher Regionen mit langer Geschichte und beeindruckender Kultur darauf wartet, entdeckt zu werden.

Rebekka Zajonc
Mehr Infos zu Mallorca findet ihr z.B. hier:
www.illesbalears.es
www.mallorca.de
www.polyglott.de

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