Strom sparen, Baby

Auch wenn die Welt einem stetigen Klimawandel unterliegt, ist das Thema Nachhaltigkeit aktueller denn je und wird heiß diskutiert. Da wird vom Abschmelzen der Polkappen, dem Anstieg des Meeresspiegels oder ähnlichen die Welt verändernden Szenarios gesprochen.
Unmittelbar mit der Materie verbunden ist die Entwicklung eines Bewusstseins für nachhaltigen Konsum. Aber was bedeutet das eigentlich und was beeinflusst, ob ich mich nachhaltig verhalte oder nicht?

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Mal ganz einfach gesagt und ein bisschen wie in der Schule definiert, bedeutet nachhaltiges Verhalten, dass die Ressourcen unserer Erde so genutzt werden, dass auch nach uns kommende Generationen diese Ressourcen noch genau so nutzen können wie wir es momentan tun.

Problematisch ist, dass sich die ab den 1980ern entstandene Nachhaltigkeitsforschung immer noch im Aufbau befindet. Außerdem leben wir in einer solch schnelllebigen Zeit, vor allem technisch betrachtet, dass ständig neue Maßstäbe angesetzt werden müssen, was denn nun nachhaltig ist. Ein heute neues und als umweltschonend verkauftes Auto wird in zehn Jahren sicher nicht mehr als nachhaltig betrachtet werden.
Bei Studien, die das Thema betreffen, ist zu beachten, von wem sie erstellt wurden. Wirtschaftliche und ökologische Interessen stehen sich oft gegenüber und so werden beispielsweise Greenpeace und Aral im Hinblick auf Öl sicher unterschiedliche Sichtweisen haben, die sich dann in den von ihnen in Auftrag gegebenen Studien niederschlagen.
Oft werden Konzepte, die der Nachhaltigkeit dienen würden, deshalb nicht verwirklicht, weil das Geld dafür nicht da ist beziehungsweise lieber für etwas Anderes ausgegeben wird.

Aus der Nachhaltigkeitsforschung stammen drei Strategien, durch deren Umsetzung ein nachhaltigerer Konsum möglich sein soll. Jede dieser drei Strategien stellt Forderungen an bestimmte Adressaten: an die Produzenten, die Konsumenten und die Wissenschaft.
Für letztere bedeutet das, grundlegend neue Technologien zu entwickeln; für erstere möglichst viel aus den Rohstoffen herauszuholen und Produkte langlebiger zu machen. Für die Verbraucher bedeutet das, sich maßvoller zu verhalten und ein Produkt nicht sofort durch ein neueres zu ersetzen, nur weil es nicht mehr absolut zeitgemäß ist.

Zu beachten ist auch, dass bei den Produzenten und Konsumenten die Gefahr von sogenannten Reboundeffekten besteht. Dies bedeutet, dass neue Produkte relativ betrachtet zwar meistens nachhaltiger, absolut gesehen jedoch oft größer sind und mehr Energie verbrauchen. Wenn ich mir zum Beispiel ein neues, sparsameres Auto kaufe, kann es leicht passieren, dass ich es öfter benutze als das alte und letztendlich mehr Energie verbrauche als zuvor.

Bei einer Einzelperson gibt es mehrere Faktoren, die beeinflussen, inwiefern sie sich nachhaltig verhält.
Gut vom Verbraucher angenommen werden nachhaltige Strategien und Produkte vor allem dann, wenn sie einen Nutzen zeigen, also zum Beispiel dabei helfen, Geld und Zeit einzusparen. Einen großen Einfluss auf unser Konsumverhalten haben natürlich auch Werbung, Trends und Gewohnheiten. Angesagte Sachen legen wir uns gerne zu, auch wenn wir sie im Grunde nicht wirklich brauchen und wenn wir dieses eine bestimmte Waschpulver immer hatten, fangen wir nicht allzu bereitwillig damit an, ein anderes zu kaufen, obwohl dieses vielleicht weniger umweltschädlich ist. Außerdem kann man total nachhaltig sein wollen, aber wenn dazu nicht die Möglichkeiten geboten werden, wird daraus nichts – wir können nur kaufen, was auch angeboten wird.
Dazu kommen noch viele weitere Aspekte wie das private Umfeld, die finanzielle Situation, der eigene Beruf und vor allem wie gut man selbst eigentlich informiert ist.
Hindernisse, die ein nachhaltiges Verhalten und die Entstehung eines Bewusstseins dafür erschweren, gibt es also reichlich.

Was kann ich jetzt als Einzelperson tun, um die Ressourcen unseres eigentlich ganz hübschen Planeten noch etwas länger verfügbar zu machen?
Konkrete Handlungsempfehlungen gibt es en masse – und es ist nicht gerade so, dass man noch nie von ihnen gehört hätte. Es sind Kleinigkeiten, die dabei helfen, die Umwelt und gleichzeitig auch noch den eigenen Geldbeutel zu entlasten. Das fängt beim Wassersparen an, denn dieses muss erstmal mit viel Aufwand aufbereitet und nach Gebrauch wieder geklärt werden. Beim Stromsparen ist angesagt, Geräte nicht im Standby-Modus zu lassen, beim Kochen den Deckel auf den Topf zu machen und Wasser im Wasserkocher vorzuheizen. Und Tatsache: Vegetarier sein ist nachhaltig, denn die Fleischproduktion ist sehr viel energie- und flächenintensiver als Pflanzenproduktion. So gut ein schönes Steak also auch schmecken mag – hin und wieder mal darauf zu verzichten ist kein Fehler. Die Empfehlungsliste geht weiter mit Klassikern wie Auto gegen Rad tauschen, Wege kombinieren, nachts die Heizung runter drehen und nicht zu oft mit dem Flugzeug unterwegs sein.
Wer nun glaubt, sein Gewissen mit Bio-Produkten beruhigen zu können, liegt leider nicht immer richtig. Nicht alle dieser Produkte wurden unbedingt umweltschonend und in einem nachhaltigen Sinne produziert. Ein Bio-Siegel kann der Bauer unter Umständen zum Beispiel schon dafür bekommen, dass er mit Bio-Diesel fährt, dabei ist der Rest nicht anders als bei Bauern, die kein Bio-Siegel auf ihre Produkte bekommen. Hier sollte man sich also gut informieren, was die einzelnen Siegel eigentlich genau bedeuten.

Leider muss jetzt nach wie vor das alte Klischee bedient werden, dass der Einzelne hier nicht über allzu viel Macht verfügt, zusammen aber durchaus etwas bewegt werden kann. Wie zu sehen ist, stehen einem nachhaltigen Konsum zwar diverse Hindernisse im Weg, die nicht ohne weiteres zu beheben sind, aber letztendlich müssen wir zur Einsicht gelangen, dass es eigentlich schon fünf vor zwölf ist und uns vor Augen führen, welche Folgen unser heutiges Verhalten haben kann. Ganz verloren ist aber noch nichts, denn trotz weitreichender Umweltzerstörungen kann immer noch Schadensbegrenzung betrieben werden. Jeder von uns kann ein Stückchen dazu beitragen, dass nach uns lebende Generationen auch noch in den Genuss einer grünen Welt kommen.

Sarah Säubert

 

Weiterführende Links:

http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/nachhaltigkeit/DE/Startseite/Startseite.html

Lexikon der Nachhaltigkeit:

http://www.nachhaltigkeit.info/

Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Uni Bremen:

http://www.artec.uni-bremen.de/

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