Musikrezension: “Blues Lounge” – Entspannung gefällig?

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Auf der Suche nach stimmungsvoller Musik und neuen, abwechslungsreichen Klängen? Da könnte das Musiklabel „Putumayo“ genau das Richtige sein, denn hier wird Musik aus aller Welt gesammelt und anschließend zu einem thematisch einheitlichen Album zusammengeschlossen. Im Album „Blues Lounge“ erwarten uns klassische Blues-Tracks, die mit elektronischer Musik gemischt wurden.

Im April 2008 feierte das Label sein fünfzehnjähriges Bestehen und blickt damit auf eine beachtliche Summe von über 150 veröffentlichten Alben zurück. Das Besondere an Putumayo ist die Ansammlung von meist unbekannten Songs aus allen fünf Kontinenten, woraus eine gelungene und spannende Mischung entsteht. Immer wieder überrascht die große Spannweite an Liedern aus anderen Kulturen, die den Zuhörer mit auf die Reise nehmen.

Das im Jahr 2004 erschienene Album Blues Lounge enthält zehn Songs, mit denen sich die Zuhörer an kalten, windigen Herbsttagen behaglich zurücklehnen können. Dj´s und Producer kramen klassische Blues-Hits aus der alten Schublade hervor und fügen neue Musikelemente hinzu.
Hinter dem Künstlernamen „Little Axe“ versteckt sich Skip McDonald, der weiß wie er den Zuhörer in Midnight Dream mit Mundharmonika, Tamburin und eingängigem Gesang in seinen Bann zieht. Durchzogen mit elektronischen Beats, lockeren Gitarrenklängen und Sprechpassagen lässt es sich bei diesem Lied wunderbar mitschwingen. Unter Mitwirkung von Adrian Sherwood, dem Pionier der industriellen Musik aus den 1980er und 90er, und dem Drummer Keith LeBlanc entsteht dabei eine gelungene Interpretation eines klassischen Blues-Songs.
Weiter geht es mit Scott Billingtons und Steve Reynolds Projekt Tangle Eye, die einen mit John Henry’s Blues in die Vergangenheit des Blues entführen. Grundlagen bilden dabei die Aufnahmen aus den 1940er und 60er Jahren des Musikethnologen Alan Lomax. Die gefühlvolle Stimme des Häftlings Ed Lewis ist Hauptbestandteil des Lieds, sie wird durch Klavier, Gitarre und Banjo begleitet. Im Hintergrund hört man noch immer das Geräusch der Säge, mit der Lewis gegen den Baum schlug, während er diesen afroamerikanischen Folk-Klassiker sang. Ein echter Leckerbissen!

Blues Lounge

Zu den drei folgenden Liedern lässt es sich gut abschalten: Banal Reality von Organic Grooves zeichnet sich durch messerscharfe Gitarrenklänge und sich wiederholende Elektrotöne aus. Im ruhigen, trägen Tempo vom Parchman Blues entfaltet sich die schwermütige, vibrierende Stimme von Henry Jimson Wallace. Auch Long Way to Go vermittelt einen etwas finsteren Eindruck.

Moby macht den Zuhörer mit schlagenden, rhythmischen Klavierklängen wieder wach. Die abwechselnd helle, dann dunkle Stimme und der wippende Rhythmus versetzen einen in gute Laune. Der siebte Track Gonna Be ist mit dem immer wiederkehrenden Beat teilweise etwas zu eintönig. Im nächsten Song Camioux erstreckt sich vor dem Hintergrund von gelassenen Trommelklängen und plätschernden Geräuschen Wayne Martins tiefe Stimme.
Wer bis jetzt noch nicht mit den Gedanken abgeschweift ist, wird dies spätestens bei den letzten beiden Liedern tun. In Pablo´s Blues erwarten einen traurige Gitarrenklänge und in Death Letter zunächst verzerrte Elektroelemente und anschließend energiegeladener Gesang.

Die CD Blues Lounge versetzt einen in eine entspannte Stimmung und trägt den Titel Lounge ganz zu Recht. Dabei handelt es sich nicht um langweilige oder monotone Hintergrundsmusik, denn vor allem die einfühlsamen und starken Stimmen heben das gesamte Album hervor. Ideal zum Chillen!

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