Muse – die Chamäleons des Rock

Das neue Album: "The Resistance"

Ein Hoch auf die Vielfalt! Das könnte das Motto der englischen Band Muse sein, deren lang ersehntes fünftes Studioalbum „The Resistance“ am 25. September dieses Jahres in Deutschland erschien. Die Band, welche es auch zuvor schon zuvor schaffte, aus sehr vielen verschiedenen Stilrichtungen in ihren Alben eine harmonische Einheit zu gestalten, hat mit ihrer neuen Platte ein weiteres Meisterwerk geschaffen.

Die Entwicklung ihrer Musik lässt sich auch an ihren vorherigen Alben nachvollziehen. Während bei ihrem ersten Album „Showbiz“, das bereits im Jahre 2000 erschien, mit Songs wie „Sunburn“ oder „Unintendend“ noch eher auf eine Verbindung von klassischen Elementen wie verträumt und nachdenklich anmutenden Klavier-Intros oder Akkustikgitarren-Parts mit harten Beats gesetzt wurde, klang das 2003 erschienene dritte Album „Absolution“ schon sehr viel Elektro-lastiger. Den auf diesem Album veröffentlichte Song „Time Is Running Out“ darf auch heute noch kein guter Alternative-DJ bei einer Party auslassen. „Black Holes and Revelations“, das vierte Album von 2006, machte diese Verwandlung perfekt. „Super Massive Black Hole“ ist eine der Single-Auskopplungen dieses Albums, die schon kurz nach ihrer Veröffentlichung großen Erfolg zu verbuchen hatte. Dabei ist auch sie etwas komplett anderes. Ja, sie wirkt schon fast wie eine Fusion aus R’n’B und Rock – mit großer Wahrscheinlichkeit eine noch nicht häufig mit so verblüffender Stilsicherheit ausgeführte Kombination. Allgemein wird das Genre, unter welches die Band fällt, New Prog genannt, eine Mischung aus Alternative Rock und Progressive Rock. Beim Progressive Rock soll die Rockmusik vor allem durch das Hinzufügen von für den Rock unüblichen Instrumenten und Harmonien abwechslungsreicher gestaltet werden. Eine Kunst, die Muse voll und ganz beherrscht.

Es wäre aber vermutlich auch gelogen, wenn man behaupten würde, das neue Album „The Resistance“ würde schon gleich beim ersten Anhören begeistern. Aber wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, um mal etwas genauer hinzuhören, tritt tatsächlich all sein Suchtpotential zu Tage! Einige Lieder, wie zum Beispiel „Uprising“, „Undisclosed Disires“ und „MK Ultra“ sind noch sehr vom Stil des vorhergehenden Albums geprägt. Nicht nur die enorme Vielfalt an Stilrichtungen, die Muse in sich vereint, sondern auch die unverwechselbare Stimme von Sänger Matthew Bellamy und zahlreicher Gesangschöre, die auf diesem Album zum ersten Mal einige Lieder stark dominieren, lassen schon fast einen Vergleich mit der legendären britischen Rockband Queen zu. Beispiele hierfür wären die Songs „Resistence“ oder „United States Of Eurasia/Collateral Damage“. Auch wenn es um den Bereich der klassischen Musik geht, bei dem Queen stets schon fast unerhörte Pompösität nachgesagt wurde, muss Muse den Vergleich nicht scheuen. Die letzten drei Lieder des Albums, zusammengefasst unter dem Titel „Exogenesis“, stellen eine komplette Symphonie dar, die insgesamt fast 13 Minuten lang ist und vorwiegend klassisch mit nur einigen wenigen Rockelementen komponiert ist, wenn auch eher sphärisch als pompös.

Reinhören lohnt sich – vielleicht auch zwei- oder dreimal…

Miriam Bußkamp
Link zu Muse http://muse.mu/

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