Kaishakunin und der neue deutsche Hardcore

„Sekunden werden Tage, Versprechen werden zu Spott…Mahnmäler meiner Selbst. Bitter schmeckt Enttäuschung, das Salz in meinen Wunden.“ (Ein Abschied)

"Kaishakunin" am 31.01.09 in der "Alten Hackerei" (Foto: Michael Gebhardt)

KAmpus: Wie würdet ihr selbst euren Stil beschreiben?
Michael: Andere Leute machen das besser als wir, nach jedem Konzert gibt es Vergleiche mit anderen Bands. Wir selbst sind natürlich geprägt von der Musik, die wir selbst schätzen. Dabei sind viele bewusste Einflüsse aus dem 90er Hardcore und Bands, die uns viel bedeuten, wie beispielsweise Catharsis, Botch, Converge, Morning Again, Loxiran und Refused.
Thomas: Metalcore wird uns oftmals nachgesagt, für mich ist es aber einfach New School-Hardcore.
Mirko: Unter anderem gibt es bei uns auch Screamo-Elemente. In der Band wird eine Vielzahl von Stilen vereint, die allerdings nicht da sind, um zu gefallen, sondern von jedem einzelnen Mitglied der Band so gefühlt werden.
Sebastian: Ich hatte zuvor eigentlich nichts mit dieser Musik zu tun. Ich habe vorher in der Melodicpunk-Band No Comply gespielt. Zur Band kam ich, weil ich ein alter Freund von Michael und Thomas bin.

Metalcore und Screamo
Auch der Metalcore kann als Abkömmling des Hardcore Punk gesehen werden. Allerdings sind hier vor allem zusätzliche Elemente des Metal zu finden.
Screamo wird als eine Spielart des Emocore (Überraschung – auch ein Subgenre des Hardcore Punk) verstanden, der sich seinerseits dadurch auszeichnet, Gefühle wie Trauer und Verzweiflung sehr stark zu betonen. Aus den Wörtern “scream” und “emo” wird screamo. Dieser Stil kennzeichnet sich vor allem durch das Herausschreien von Emotionen als Leadfunktion des Singens, das allerdings auch durch sehr ruhige, emotionale Parts unterbrochen wird.

KAmpus: Würdet ihr sagen, dass ihr die Intention habt, zu schocken?
Thomas: Schocken ist…
Michael: …kein Konzept.
Sebastian: Durch Tagesform und Intensität der Show kommt die Musik oft sehr kompakt und brachial rüber, was dann für die Leute zum Anlass wird, geschockt zu schauen, aber nicht intendiert ist.
Thomas: Also wir sind keine Band für tough guys oder bollos
Michael: Wir wollen mit tough guy-Bands nichts zu tun haben.
Sebastian: Es werden bewusst keine Parts für violent dancing geschrieben.
Thomas: Violent dancing unterbinden wir bei unseren Shows, die Leute sollen Spaß haben, aber sich gegenseitig zu verletzen, hat für uns nichts mit Spaß zu tun. Ganz im Gegenteil. Wer zuviel Energie und Wut in sich hat soll das bitte anders kanalisieren, aber nicht auf unseren Konzerten.

Violent dancing
Unter violent dancing versteht man das Einsetzen von Schlägen und hohen Tritten im Moshpit. Beim Moshen bildet sich üblicherweise ein Pulk von Leuten vor der Bühne, die sich gegenseitig schubsen. Dies ist besonders in den Subgenres des – was wohl? Richtig! – des Hardcore Punks zu finden. Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr wird das violent dancing von vielen Bands als unnötig und albern angesehen.

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Eine Reaktion zu “Kaishakunin und der neue deutsche Hardcore”

  1. Denis

    Gelungenes Interview für eine unglaublich gute Band:)

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