Den Bachelor in der Tasche – und was dann?

Ein Jahr Pause machen, um praktische Erfahrungen sammeln zu können, das haben auch Resi und Nina vor. Nach einer wohlverdienten Reise durch Europa werden sie mit Praktika beginnen: bei einem Verlag in München und bei einem Theater in Berlin. Darum haben sie sich schon zu Anfang dieses Semesters gekümmert – Praktikumsplätze sind begehrt – haben Bewerbungen geschrieben, Vorstellungsgespräche geführt, sich um Wohnungen gekümmert und Geld angespart.

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Ein sehr unerwartetes Problem tauchte erst später auf und wird wohl viele B.A.-Studenten treffen: Die Krankenkassen. Sie haben „das Bachelor-/Master-System noch nicht erfasst“, wie die Beratung einer gesetzlichen Krankenkasse erklärt und daher „fallen junge Leute mit abgeschlossenem B.A.-Studium unter die Kategorie ‚Sonstiges’. Als Student gelten sie dann erst wieder, wenn das Master-Studium beginnt“. Auch bei privaten Krankenkassen ist dies ähnlich.
Das bedeutet im Klartext sehr viel höhere Krankenkassenkosten als zuvor. Und das obwohl man bei Praktika ja sowieso schon kein Geld bekommt und auch nicht mehr BaföG berechtigt ist. Dieses Problem wird nicht nur B.A.-Absolventen treffen, die erstmal ein Praktikum machen oder arbeiten wollen, sondern auch die, deren Bachelor-Abschluss im Sommersemester ist und deren Master-Studium erst zum Wintersemester anfängt. Finanziell gesehen ist diese „Zwischenzeit“ zum Master hin sehr schwer: Bafög fällt weg, die Krankenkassenkosten erhöhen sich, neben einem meist unbezahltem Praktikum fehlt die Zeit für einen Nebenjob. Wer darauf nicht schon früh gespart hat oder keine gut verdienenden Verwandten hat, steht vor großen Geldschwierigkeiten.

Unsere beiden B.A.-Absolventen können trotzdem ein Jahr „Pause machen“, bis das Master-Studium weiter geht. Die finanzielle Unterstützung der Eltern spielt hierbei natürlich eine große Rolle. Aber ein passendes Masterstudium zu finden, das ist auch gar nicht so einfach. Mittlerweile gibt es eine sehr große Anzahl verschiedenster Studiengänge und es steht einem die Möglichkeit zu einem Masterstudium im Ausland offen. Nina überlegt nun, ihren Master in England zu machen, richtig entscheiden kann sie sich noch nicht. Teresa ist da auch noch nicht viel weiter, erstmal ist sie froh, ihren Abschluss geschafft zu haben und möchte sich mit ihren anstehenden Praktika über ihr Berufsziel klarer werden. Über mögliche Studiengänge hat sie sich natürlich schon informiert. Die Praktika sollen ihr jetzt nicht nur dabei helfen, sich für ein passendes weitergehendes Studium zu entscheiden. Oftmals sind verschiedene absolvierte Praktika auch Bewerbungsvorraussetzung. Aber egal, ob im Aus- oder Inland: erstmal muss man sich bewerben. Sprachkenntnisse mit Sprachtests nachweisen. Bewerbungstests durchführen. Auswahlgespräche führen. Und dann auf die erhoffte Zusage warten.

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Eigentlich ist die Situation nach dem B.A.-Abschluss ein bisschen so wie nach dem Abitur. Nina und Teresa freuen sich zwar über ihren Abschluss, gleichzeitig sind sie traurig über ihren baldigen Abschied aus der Stadt. In den drei Bachelor Jahren haben sie Freunde gefunden, sich eingelebt, die Studienstadt ist zur Heimat geworden. Nun geht es erstmal zu einem Praktikum in München und Berlin. Und dann? Wo studieren? Und was? Und wird man überhaupt angenommen?

Durch das Bachelor/Master System sind einem viele neue Möglichkeiten gegeben, gleichzeitig ist es aber auch nicht so einfach, sich zwischen den vielfältigen Wegen zurecht- und das richtige für sich zu finden.

Lea Scheffer
Du weißt nicht, was du nach Deinem Bachelor machen willst? Hier findest du vielleicht Hilfe:

Verschiedenste Angebote für Praktika werden hier aufgeführt.

Eine Auflistung aller Studienplätze findest du im Internet. Beachten musst Du bei Bewerbungen: Die Frist ist nicht überall gleich und für das Wintersemester teilweise schon im Februar!

Eine Beratung beim Arbeitsamt deiner Stadt kann auch beim Berufsziel helfen.

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