Den Bachelor in der Tasche – und was dann?

fotoandrea 14„Juchuu, ich habs geschafft, ich habe den Bachelor!!“ Die Sektkorken knallen und gefeiert werden sie, die beiden „Bacheloretten“ Teresa und Nina. Und das auch noch an einem super Datum: der 09.09.2009 ist nicht nur für Hochzeiten gut! Das wird gefeiert, schließlich sind sie die ersten aus dem Freundeskreis, die ihren Uni-Abschluss endlich haben. Ein großer Grund zur Freude also. Aber was kommt jetzt nach der Prüfung und den Partys?

Mit der Bologna-Reform wurde das Studium in zwei Abschnitte geteilt: Bachelor und Master. Ersterer soll den Studenten theoretisch schon fit genug für die Arbeitswelt machen, praktisch verlassen sich aber die wenigsten Studenten darauf und auch auf dem Arbeitsmarkt scheint der Abschluss noch etwas skeptisch gesehen zu werden. Auf der sicheren Seite ist man also, wenn man sich mit einem weitergehenden Masterstudium noch weiterbildet und –qualifiziert.
Zumindest unter den Geisteswissenschaftlern bleiben die Studenten selten ihrem B.A.-Studiengang oder ihrer bisherigen Universität treu. Schließlich bietet der Master nicht nur die perfekte Möglichkeit, nochmals die Stadt zu wechseln, es besteht auch die Chance, die Ausrichtung seines Studiengangs etwas zu ändern. Das ist das Tolle an dem System: man hat nach dem Bachelor sicher schon genauere Vorstellungen über das Berufsbild und kann sich seinen Master dementsprechend aussuchen.

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Dieser Vorteil ist aber auch gleichzeitig ein großer Unsicherheitsfaktor und erfordert zumindest einige Anstrengungen. Die Studenten der sogenannten „Bachelor of Science“-Fächern müssen sich zwar meist keine großen Gedanken darüber machen, in welchem Fach sie ihren Master machen werden – wer mit Maschinenbau anfing, wird auch Maschinenbau zu Ende studieren wollen. Doch ist da der Druck, gute Noten zu schreiben, während des Studiums noch größer als vor der Bologna-Reform, denn es gibt nicht so viele Master- wie Bachelorstudienplätze. Dadurch erhöht sich der Leistungsdruck enorm. Für außeruniversitäre Aktivitäten und die „für den Lebenslauf“ doch so wichtigen „soft skills“ bleibt kaum noch Zeit. Die 24h–Unibib ist als Lernraum schon Monate vor den Klausuren – also quasi das gesamte Jahr über – restlos ausgenutzt.

Für die „Bachelor of Arts“ ist der Druck für maximale Studienleistung vielleicht nicht so hoch – dafür müssen aber weitere „Berufsvorbereitende Qualifikationen“ erworben werden. Und das in Form von meist unbezahlten Praktika. Da die Geisteswissenschaftler, mehr als Studenten anderer Fächer, ihr Studium aus Interesse verfolgen, es ihnen wichtiger ist, das zu tun, was Ihnen Spaß bringt und sie weniger auf sichere Jobchancen und die Höhe des Gehalts achten (ZEIT campus), werden solche Dinge in Kauf genommen. Nach dem Bachelor-Abschluss folgt deswegen nicht immer sofort das Masterstudium, sondern es wird ein oder zwei Semester pausiert, um Praktika machen zu können. Diese innerhalb der Studienzeit zu absolvieren, ist wegen des straffen Aufbaus des Studiums und oft auch aus finanziellen Gründen nicht möglich – viele Studenten müssen nebenbei jobben, um sich ihr Studium leisten zu können. Die neu eingeführten Studiengebühren verschärfen diese Situation zusätzlich.

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