Auch in Karlsruhe brennt es!

In über 50 deutschen Städten wurde am Dienstag gestreikt. In vielen Hochschulen wurden die Proteste in den Hörsälen fortgesetzt. Auch in Karlsruhe sind am KIT zwei Hörsäle besetzt. Was fordern die Studierenden? Ein Interview vor Ort.

Noah Fleischer ist Pressesprecher der Besetzer und kümmert sich mit der Arbeitsgemeinschaft „Presse und Öffentlichkeitsarbeit“ um Pressemeldungen und Flyerproduktion.

Noah, welches sind die Ziele der Karlsruher Besetzer?
Unsere Ziele sind:

  1. Freie Bildung für ALLE statt Elitenförderung!
  2. Abschaffung jeder Form von Bildungsgebühren!
  3. Wiedereinführung der verfassten Studierendenschaft!
  4. Demokratisierung des Bildungssystems!

Wie versucht ihr diese Ziele durchzusetzen?
Wir wollen uns mit den Besetzungen Gehör verschaffen und politischen Druck auf die zuständigen Stellen ausüben, damit diese unsere Forderungen umsetzen. Wir sind es leid, von falschen Versprechungen enttäuscht zu werden.

Wie soll man sich als Außenstehender den Ablauf vorstellen?
Der Bildungsstreik zeichnet sich besonders durch seine basisdemokratischen Prozesse aus, das heißt, alle wichtigen Entscheidungen werden im Plenum getroffen. Dadurch erhalten unsere Forderungen und Beschlüsse eine besonders hohe Legitimation. Die inhaltliche Arbeit findet aber nicht nur im Plenum statt, sondern auch in Arbeitsgruppen und inhaltlichen Vorträgen – einem alternativen Vorlesungsprogramm.
Aber neben der inhaltlichen Arbeit gibt es auch ein breites kulturelles und soziales Angebot, zum Beispiel hat bereits ein Filmabend stattgefunden und es wird kleine Konzerte geben.

Gibt es schon erste Reaktionen auf die Besetzung? Wie wird es in Karlsruhe weitergehen?
Es gibt bereits deutliche Reaktionen auf die Besetzung. Sogar die KIT-Leitung hat sich solidarisch erklärt und stimmt den Studierenden in einigen Forderungen zu. Dementsprechend verhält sie sich auch sehr kooperativ bezüglich der Hörsaalnutzung. Auch das Medienecho hat uns sehr gefreut. Wir hatten bereits Kontakt zu allen größeren Karlsruher Medien und haben es heute Morgen auch auf die Titelseite der BNN geschafft. Dies zeigt uns deutlich, dass unsere Probleme in der breiten Gesellschaft anerkannt werden und lässt uns auf Besserung hoffen.

Ein Schlusswort?
Das Motto des Bildungsstreikes gilt: Wir machen weiter! Wir bleiben hier, bis unsere Forderungen erfüllt sind!

Vielen Dank für das Interview.

Silke Zimmer & Christophe Kopf

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