Shop till you drop!

Klar gehen wir gerne shoppen. Und logisch, unsere studentischen Geldbörsen sind notorisch leer. Die Lösung: Secondhands! … nur wo lässt sich was Kultiges für Fasching, was Chilliges für die Couch oder was richtig Schniekes für Omas 80. ergattern?
Wir haben für euch unsere Schatzkarte zur Hand genommen, uns ins Abenteuer gestürzt und auf die Suche begeben. Hier unser Reisebericht…

IMG_9650cut

Pepita

Yorckstr. 15
76185 Weststadt
Straßenbahnhaltestelle: Yorckstraße

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 13 Uhr und 14 – 18 Uhr

In der Yorckstraße befindet sich seit Oktober 1992 das „Pepita“. Seitdem findet frau hier Kleidung in den Größen 34 bis 46. Der Laden bietet die unterschiedlichsten Marken, laut den Verkäuferinnen sind Kleider von H&M, Esprit und S´Oliver wohl aber am häufigsten zu finden.
Im „Pepita“ sind die Klamotten, analog zu „normalen“ Bekleidungsgeschäften auf die Saison ausgerichtet. Die Ware verbleibt zwei Monate im Laden, nicht verkauftes geht dann an den Besitzer zurück. Wer hier seine Klamotten verkaufen lassen will, kann sich auf ein Drittel des Verkaufspreises freuen.
Im Laden finden sich, neben Hosen und Röcken, Kleidern und Tops auch Gürtel, etwas Schmuck, Hüte, Handtaschen, etwas Unterwäsche sowie Badeanzüge, Schals und Schuhe. Bei letzteren werden Frauen mit Schuhgröße 38-40 am häufigsten fündig.
Die Qualität der Kleidungsstücke überzeugt. Hier findet man zwar nichts sehr ausgefallenes oder flippiges, dafür sind die Teile sofort tragbar und weisen kaum bis keine Gebrauchsspuren auf. Auch das Preisniveau ist angemessen bis günstig.
Der Laden zeichnet sich durch seine einladende, freundliche Atmosphäre aus. Bei Hintergrundmusik aus dem Radio kann frau in Ruhe die nach Größen sortierten Klamotten durchstöbern. In einer der zwei gut beleuchteten und mit Spiegel ausgestatteten Kabinen kann dann das Fundstück anprobiert werden.
Der Laden erscheint im Ganzen bodenständig und sauber, auch die Verkäuferinnen sind freundlich und hilfsbereit. Die Kundschaft ist bunt gemischt und alle Altersgruppen sind vertreten. Die älteste Kundin, erzählen die Verkäuferinnen, besuche trotz ihrer 80 Jahre spätestens alle 14 Tage den Laden.
Fazit: Die freundliche und familiäre Atmosphäre im „Pepita“ macht das Stöbern in den Klamotten zu einer wahren Freude!

 

Hot Wollée (women´s designer 2nd hand)

Yorckstr. 24
76185 Weststadt/Mühlburg
Straßenbahnhaltestelle: Yorckstraße

Öffnungszeiten:
Di – Fr 10 – 12.30 Uhr und 15 – 18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr

Das „Hot Wollée“ gehört zum Urgestein der Secondhandläden in Karlsruhe, denn es besteht schon seit 27 Jahren.
Neue Klamotten werden hier drei Monate ausgestellt, der ursprüngliche Besitzer erhält 40 Prozent des Verkaufspreises der Teile.
Wie der Zusatz zum Namen schon sagt, finden sich hier Designerteile für Damen. Es befinden sich trotzdem ein paar wenige Teile für Herren im Geschäft. Bei den Marken finden sich Armani, Dolce & Gabbana, Louis Vuitton, Lezard, Riani, Ralph Lauren, Escada und ähnliche Konsorten. Bei Damen reichen die Größen bis etwa 42, also leider nichts für fülligere Personen, wie das bei Designern leider meist üblich ist.
Der Laden bietet Schuhe, Taschen, Hüte, Sonnenbrillen, eine große Auswahl an Ersatzknöpfen, Schals, etwas Schmuck und Gürtel. Vor allem sind viele Jacken und Mäntel im Laden zu finden.
Bei der Übersichtlichkeit setzt der Laden auf eine Sortierung nach Art und Farbe, aber doch scheint alles etwas durcheinander und konfus. Hosen und Röcke sind beispielsweise gemischt aufgehängt, aber nach Größen sortiert; auch die Abendmode (opulente Kleider mit vielen Pailletten) sind gesondert gehängt und nicht nach Größen sortiert, ebenso die Mäntel und Jacken.
Die Qualität der Stücke ist gut, teilweise auch sehr gut. Hier findet sich beispielsweise ein ungetragenes Jackett von Ralph Lauren für 85€ oder ein gut erhaltener Trenchcoat von Escada für 45€. In einer leider sehr kleinen, nicht beleuchteten oder mit Spiegel ausgestatteten Kabine kann der Kunde dann seine Beute anprobieren.
Der Laden hat einen ganz eigenen Charme. Hier befinden sich nämlich viele Vitrinen, Verkaufstische und Stühle aus den Fifties, was dem Laden einen kultigen Charakter verleiht. Ebenso finden sich Tische und Bänke, die mit Bergen von Kleidern bevölkert sind. Es scheint fast, als wäre man hier im begehbaren Kleiderschrank der schicken Tante, die man sich immer erträumt hat, abgetaucht…
Fazit: Ganz klar die richtige Adresse, wenn man ein schickes und trotzdem verhältnismäßig günstiges Designerteil sucht!

 

Chaplins

Schillerstr. 6
76135 Weststadt
Straßenbahnhaltestelle: Schillerstraße

Öffnungszeiten:
Mo – Sa 10 – 13 Uhr und Mo, Di, Do, Fr 14.30 – 18 Uhr

Das „Chaplins“ ist erst kürzlich aus der Jollystraße in die neuen Räumlichkeiten in die Schillerstraße umgezogen. Den Laden gibt es in Karlsruhe schon seit etwa 20 Jahren. Hier finden sich wiederum Klamotten für Frauen, vertreten in allen Größen zwischen 34 und 54. Auch hier stehen den Kundinnen zwei gut beleuchtete Kabinen mit Spiegel im hinteren Bereich des Ladens zur Verfügung. Eine Kaffeemaschine lädt zum gemütlichen Verweilen ein.
Leider muss man zum Stöbern im „Chaplins“ viel Zeit mitbringen, denn die Oberteile sind zwar nach Farbe und Art sortiert, die Größen sind jedoch bunt durcheinander gemischt. Nur die Hosen und Röcke sind nach Größen sortiert. Im Laden findet sich, dank einer größeren Verkaufsfläche und relativ enger Hängung, mehr Auswahl als im „Pepita“. Im Großen und Ganzen finden sich hier mehr unkonventionellere Teile, leider auch viel altbackenes. Auch bei der Qualität muss man etwas genauer hinschauen, hier finden sich auch etwas abgetragenere Teile. Das Preisniveau ist gut bis günstig und mit dem „Pepita“ vergleichbar. Im „Chaplins“ finden sich ebenfalls auch Schuhe, Gürtel und Handtaschen.
Als Verkäufer der eigenen Klamotten erhält man hier wiederum ein Drittel des Verkaufspreises.
Fazit: Bei dem vollen Laden lässt sich bestimmt das ein oder andere nette Teil finden. Aber Obacht, nicht in den Kleidermassen verschollen gehen!

 

Jacke wie Hose

Winterstr. 3
76137 Südstadt
Straßenbahnhaltestelle: Augartenstraße

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr

Der Laden „Jacke wie Hose“ nimmt eine besondere Stellung unter den Secondhandläden in Karlsruhe ein. Dieser Laden wird vom Diakonischen Werk Karlsruhe betrieben und alle Waren, die hier zum Verkauf angeboten werden, stammen ausschließlich aus Spenden von Privathaushalten.
Der erste Eindruck ist sehr positiv: im Eingangsbereich steht eine kleine Theke mit einer Kaffeemaschine mit Kaffee für 50 Cent bereit. Das „Jacke wie Hose“ wirkt eher wie ein kleines Kaufhaus denn wie ein kleiner Secondhandladen. Die Einrichtung mutet zwar eher etwas altertümlich an, der Laden ist aber sehr sauber. Den Kunden steht hier auch ein WC zur Verfügung.
Im „Jacke wie Hose“ finden sich neben Klamotten und den üblichen Schuhen, Handtaschen und Schmuck auch Bücher, wenige CD`s und Videos, Nippes und allerlei Küchen- und Haushaltshelfer. Sogar ausrangierte Brillen warten hier auf ihren neuen Besitzer, ebenso wie Kissen, Gardinen, Bettbezüge und Koffer.
Das „Jacke wie Hose“ wird von netten, ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männern betrieben. Sie sortieren die Spenden aus und hängen Gutes für vier Wochen im Laden auf. Danach wird nicht verkauftes zur Diakonie nach Ungarn gebracht und dort weiter bearbeitet, also landet nur wirklich Kaputtes, nicht mehr Tragbares im Abfall.
Im Laden herrscht ein reger Betrieb, Familien, Mütter mit ihren Kleinen und auch ältere Menschen kaufen hier ein. Den Kunden stehen sogar Einkaufswägen zur Verfügung, da der Laden eine sehr große Verkaufsfläche bietet. Hier sind die Artikel nicht auf die Saison ausgerichtet. Beispielsweise kann man hier auch im Hochsommer einen Skianzug oder einen dicken Wintermantel erwerben. Angeboten werden Damen- und Herrenkleider; im Laden „Rappelkischt“ gleich nebenan finden sich Kinderbekleidung und Spielzeug.
Den Kunden stehen fünf Kabinen mit eigener Beleuchtung und Spiegel zur Verfügung.
Die Klamotten sind im Laden nach Geschlecht und Art sortiert, jedoch nur selten nach Größe. Markentechnisch finden sich hier Shirts von Aldi oder Lidl ebenso wie Mäntel von Boss oder Joop und Hosen von Escada. Qualitativ überrascht das Sortiment. Die Mehrzahl der Teile hat kaum Gebrauchsspuren, dafür findet sich vieles mit dem Charme vergangener Jahrzehnte. Das „Jacke wie Hose“ ist also allemal eine Überraschung. Man sollte hier viel Zeit zum Wühlen und Stöbern mitbringen, dann finden sich auch nagelneue Oberteile von Esprit für 3€ oder Boss Trenchcoats für 20€.

 

Kashka

Karlstraße 90
76137 Südweststadt
Straßenbahnhaltestelle: Mathystraße

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr

Das ebenfalls vom Diakonischen Werk betriebene „Kashka“ ist wie der große Bruder vom „Jacke wie Hose“. Der Aufbau und die Sortierung ist die selbe, nur ist die Auswahl noch mal eine Nummer größer.
Im vorderen Bereich findet man den gesamten angebotenen Hausrat: Gläser, Teller, Lampen, Vasen und vieles mehr. Der hintere Bereich bietet dem Besucher eine große Auswahl an Kleidungsstücken für Damen und Herren und ähnliche Produkte, wie Decken, Handtücher, Knöpfe, Taschen, Hüte, Schuhe und so weiter.
Die Preise sind äußerst überschaubar, ein Oberteil kostet im Schnitt 1,50 – 3 €, Jacketts etwa 4,50 €.
In einem kleineren Extra-Raum sind Videos, DVDs und Bücher untergebracht. Das Spektrum ist hier ähnlich breit wie beim restlichen Sortiment.
Im Untergeschoss sind schließlich noch Möbel zu finden, in denen man die Wohnungseinrichtung unterbringen kann, die man sich hier zugelegt hat.
Fazit: Wer viel Spaß am Jagen nach Kultteilen hat, ist in den Läden genau richtig. Bei den Preisen sind die Secondhands auch ideal, wenn man noch schnell was nettes für eine Mottoparty oder ähnliches braucht.

 

Charisma

Jollystraße 17
76137 Südweststadt
Straßenbahnhaltestelle: Mathystraße

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr

Eine feste Second-Hand-Adresse, und nur einen Steinwurf vom „Kashka“ entfernt, ist das schon seit mehreren Jahren bestehende „Charisma“. Das Sortiment wird hier jeden Tag aufgefüllt und „wenn man was Bestimmtes sucht, lohnt es sich alle Woche mal reinzuschauen“, meint die Besitzerin.
Das Angebot beschränkt sich auf die weibliche Kundschaft, welcher hauptsächlich alle möglichen Oberteile angeboten werden, außerdem einige Röcke und Hosen. Der Stil reicht von jugendlich bis Oma – genau wie bei den Besuchern. Die Sortierung nach Größen und darin nach Farben ist sehr übersichtlich gestaltet.
Für die studentische Geldbörse ist der Laden durchaus geeignet, ein Esprit- oder S. Oliver- Oberteil bekommt man für etwa 6 Euro. Außer den normalen Klamotten gibt es noch Taschen, Schmuck, Gürtel, Badesachen und ein Regal mit Schuhen.
Die ausgewählten Sachen können in zwei Kabinen einem Test unterzogen und dann in großen Spiegeln betrachtet werden.
Auch ganz nett: Es gibt einen kleinen Tisch mit zwei Stühlen, wo man es sich mit einer Frauenzeitschrift gemütlich machen kann, wenn die Freundin gerade in der Umkleide verschwunden ist.
Wenn man selbst alte Sachen loswerden will, bringt man diese einfach vorbei und die Besitzerin wählt die Stücke aus, die sie für zwei Monate im Laden behält. Vom Verkaufspreis bekommt man wiederum ein Drittel.
Fazit: Hier mal vorbeizuschauen lohnt sich vor allem wegen der großen Vielfalt an Oberteilen!

 

Avantgarde Plus

Schückstraße 11
76131 Oststadt
Straßenbahnhaltestelle: Tullastraße / Rintheimer Straße

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr

Das „Avantgarde Plus“ in der Oststadt macht schon von außen einen guten Eindruck. Der Laden ist hauptsächlich auf Frauen ausgerichtet, den Männersachen wird lediglich ein Regal zugestanden.
Abgegebene Sachen werden wie üblich zwei Monate in Kommission behalten und man erhält ein Drittel des eingenommenen Geldes.
Die Qualität der Kleidungsstücke ist durchgängig ziemlich gut. Von den Marken her findet man neben den „Second-Hand-Klassikern“ H&M und Esprit auch schon mal hochwertigere Sachen, beispielsweise von René Lezard und Review. Letztere sind dann verständlicherweise auch im Preis etwas höher angesiedelt. Der Laden ist also in Angebot und Stil ähnlich wie das „Hot Wollée“ in der Weststadt.
Die Sortierung der Kleider lässt allerdings etwas zu wünschen übrig: Hosen, Röcke und Oberteile sind in einer Reihe nur nach Farben sortiert. Bis man dann also beispielsweise ein Oberteil in seiner Größe gefunden hat und damit zur Anprobe in der Kabine verschwinden kann, sind der Suche womöglich schon ein paar Nerven zum Opfer gefallen.
Abstriche muss man hier leider auch bei der Kundenfreundlichkeit machen. Hütet euch ein Teil falsch auf den Bügel zu hängen…
Ergänzt wird das Kleidersortiment durch Schuhe, Taschen, Gürtel, Badesachen, Schmuck und sogar Schminke und Parfum.
Einen kleinen Pluspunkt bekommt der Laden wieder für seine originellen Preisschilder. Die Kleidungsstücke schmückt eine farblich dazu passende „Gratis-Postkarte“ auf welcher der Preis vermerkt ist. Das macht echt was her!
Fazit: Ein etwas schickerer Laden mit Stärken und Schwächen – aber trotz seiner Schwächen auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Nun viel Spaß auf der Schatzsuche, und immer dran denken:
“Alles auf Erden lässt sich finden, wenn man nur zu suchen sich nicht verdrießen lässt.”

- Philemon, Fragmente -

 

http://ka.stadtwiki.net/Secondhandladen

Für den eventuell etwas enttäuschten männlichen Shopping-Willigen:
Das „Mann-O-Mann“ in der Weststadt

http://mann-o-mann.com/

Sarah Säubert, Daria Polanský

Bookmark Tools
  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Digg
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Add to favorites

Einen Kommentar schreiben