Dänemark rockt! Musikrezension: VOLBEAT

Elvis und Metallica passen nicht zusammen? Countrymusik und Rock harmonieren nicht miteinander? Die dänische Band VOLBEAT beweist energiegeladen das Gegenteil.

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Während Volbeat in ihrem Herkunftsland Dänemark längst die Massen erobert haben und bereits zum Mainstream zählen – wie erstrebenswert dies nun wirklich ist, sei mal dahin gestellt – bewegen sie sich hier noch in einem kleinen Hörerkreis, aber definitiv mit Potenzial zu mehr. Durch namhafte Festivals wie Rock im Park, Rock am Ring und dem Wacken Open Air konnten sich die Dänen schon in Ohr und Kopf von zahlreichen Rock- und Metallbegeisterten spielen. Größtenteils gilt Volbeat allerdings noch als Insidertipp.
Der Frontmann Michael Poulsen gründetet die Band 2001 in Kopenhagen. Abgesehen vom mehrmals ausgewechselten Gitarristen ist die Besetzung an Bass und Schlagzeug seit jeher gleich geblieben. Ihr Debütalbum „The Strength / The Sound / The Songs“ brachten Volbeat erst vier Jahre nach Beginn der Bandgeschichte heraus. Ihr zweites Album „Rock the Rebel / Metal the Devil“ folgte 2007, bereits ein Jahr später ihr drittes und derzeit aktuellstes Album „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“. Verglichen mit den Vorgängerscheiben möchte man meinen, Volbeat hätten auf ihrem neusten Album nun endgültig ihren Stil gefunden. Wobei erwähnt und auch betont werden muss, dass die Band es geschafft hat ihren völlig eigenen Stil aus verschiedensten Elementen zusammen zu basteln: der Elvis-Rockabilly-Metal-Country-(Hard-)Rock der vier Musiker wird durch die voluminöse, kräftige und markante Stimme von Michael Poulsen gekrönt. Eine Verknüpfung zu Elvis ist dabei durchaus nicht völlig abwegig.
Während das erste und zweite Album hauptsächlich rocken und auch gelegentlich schreddern, geht es auf dem dritten Album teilweise melodischer, gefühlvoller, ja sogar einmal fast „balladig“ zu. Bereits im kurzen Intro wird der Hörer auf die Country Einflüsse, die sich durch die ganze Platte ziehen, eingestimmt. Das folgende Lied greift den Albumname „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ wieder auf und eine kleine Geschichte beginnt; von einem Mann, der in seinem Cadillac – die 50er lassen grüßen – in der Wüste ermordet wurde und sich nun als Geist für das Verbrechen an den Tätern rächen will. Nicht alle Lieder auf der CD gehören zu dieser Erzählung. Manche Tracks stehen für sich, während wieder andere einen Bogen zu früheren Liedern schlagen: „Mary Ann’s Place“ schildert das Leid eines Familienvaters, dessen Tochter bei einem tragischen Unfall ums Leben kam (siehe erstes Album) und dessen Frau daraufhin Selbstmord beging. Bezeichnenderweise ist dies zudem das erste Volbeat-Lied, das von einer Frau begleitet wird. Allen Befürchtungen zum Trotz, bettet sich ihre Stimme hervorragend in den kraftvollen Sound ein und bringt eine willkommene Abwechslung. Außerdem neu und untypisch ist der Einsatz von Streichinstrumenten bei „Light a way“. Dank kräftiger Gitarre und Schlagzeug bleibt es aber hart genug um keine Ballade zu sein.
Highlight ist wohl die Coverversion „I’m so lonely I could cry“. Einst von Hank Williams, dann von Johnny Cash aufgenommen (im Original „I’m so lonesome I could cry“), geben Volbeat dem Track ordentlich Pfeffer und liefern ein ehrbares, auch weil in ihrem Stil selbstinterpretiertes, Cover ab.
Abschließend bleibt zu sagen, dass es noch weit mehr von den vier Dänen zu entdecken gibt. Volbeat schaffen es stets aufs Neue mit ihrer feurigen, tanz- und mitsingbaren Rock-Mischung zu begeistern. Und eines ist sicher: Volbeat rocken! Und das so richtig.

Lisa Theophil
VOLBEAT zum reinhören auf Youtube:
The Garden’s Tale
Still Counting
I’m so lonely I could cry

VOLBEAT zum sehen und hören:
MI 25.11.2009 20 Uhr, Capitol / Hannover
FR 27.11.2009 19 Uhr, Turbinenhalle / Oberhausen

Offizielle Webseite

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