Musikrezension:Paolo Nutini- Sunny Side Up

Paolo Nutini- Sunny Side Up

Sunny Side Up – das ist nicht nur die Bezeichnung für eine bestimmte Spiegeleier-Bratstufe, bei welcher das Ei nur einseitig gebraten wird, sodass das Gelbe flüssig bleibt, sondern in diesem Fall der Titel des zweiten Studioalbums des 22-jährigen Durchstarters Paolo Nutini.

Der junge Schotte mit italienischen Wurzeln besticht durch seine außergewöhnliche Stimme und sein großes Talent für das Songwriting. Bekannt geworden durch „Last Request“ oder „Rewind“ auf seinem ersten Album „These Streets“ verabschiedet sich Nutini nun von Schwermut und Melancholie und begibt sich mit seinen 12 Songs auf eine Reise durch die Vergangenheit und die verschiedenen Musikrichtungen.
Das neue Album überrascht mit einem Mix aus Blues, Charleston, Jazz, Jive, Country und Dixie-Musik. Kein Lied gleicht dem anderen, dies wird besonders durch die Vielzahl der verwendeten Instrumente wie Posaune, Mundharmonika, Akkordeon, Gitarre, Trompete, Orgel oder Geige hervorgehoben.

Den Auftakt macht heiteres Karibik-Feeling in „10/10“, bei dem Nutini einen Ausflug in die Ska-Richtung wagt und gewinnt. Erinnerungen an Ray Charles und die 60er Jahre kommen mit „Coming up easy“ auf.
Lagerfeueratmosphäre und Cowboyromantik entstehen durch die etwas ruhigeren Töne mit Akkordeon, Akustikgitarre und einem eingängigen Text in „Growing Up Beside You“.
Nach der Vorabsingle „Candy“, einer klassischen Midtempo-Rocknummer mit einprägsamen Text, klingt der nächste Track „Tricks Of The Trade“ eher langweilig. Das ändert sich jedoch schlagartig mit „Pencil Full Of Lead“, der mit Jazz-Jive Einschlägen, Schlagzeug und einer Hinterhoftrompete absolut überzeugend und mitreißend ist.
Für alle Liebesballaden-Fans ist „No Other Way“ genau das Richtige. Ein sanfter Chor erklingt im Hintergrund, während Nutini verzweifelt versucht seine Angebetete für sich zu gewinnen.
Flöten spielen in dem Song „High Hopes“ eine wichtige Rolle und erinnern an Nutinis Heimat Schottland, was allerdings auf Dauer etwas zu eintönig wirkt.
Die Vielfältigkeit in Paolo Nutinis Stimme zeigt sich in „Chamber Music“, ebenfalls mit Klängen aus seiner Heimat. „Simple Thing“ wirkt durch temperamentvolles Mundharmonikaspiel und abwechslungsreichen Rhythmus, der an Bob Dylans Musik erinnert, sehr unterhaltend. Der vorletzte Song „Worried Man“ vermittelt durch Streicher eine klagende, melancholische Stimmung.
Zum Ende der Weltreise von karibischen Klängen, über Cowboyhüte und Lagerfeuer, 60er Jahre-Feeling bis hin zu schottischen Kilts liefert das Album den sehr ruhigen Song „Keep Rolling“ mit dem Versprechen „I’ll be back to see you girl, should you return someday.“

Sunny Side Up – trotz der Anspielung auf dem Albumcover geht es um mehr als Spiegeleier. Paolo Nutini stellt hier sein musikalisches Können und seine Kreativität unter Beweis. Seine unbeschwert und lässig wirkenden Songs machen Lust auf Sonne, Tanzen und selbst Musik spielen.
Sonnenseite nach oben! Was für eine schöne Lebenseinstellung, die er mit seiner Musik auf jeden Fall glaubwürdig vermittelt.

Rebekka Zajonc

Mehr Infos über den smarten Musiker findet ihr hier:
www.paolonutini.com
www.myspace.com/paolonutini

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Eine Reaktion zu “Musikrezension:Paolo Nutini- Sunny Side Up”

  1. Lola

    Mit nur 22 Jahre er hat schon drei Album. “These Streets” (200&) gefällt mir am besten aber trotzdem muss ich sagen das “Sunny Side Up” hat eine sehr gute Produktion.

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