Einmal Pommes mit Ketchup, bitte!

Logo Pommes-Artikel 08-2009

Wer isst sie nicht gerne, die langen gelben Kartoffelstäbchen? Manch einer mag sie lieber mit Ketchup, ein anderer lieber mit Mayonnaise. Doch ganz egal, ob „rot“ oder „weiß“, wenn es mittags einmal schnell gehen muss, bieten sich Pommes frites als leckerer „Zwischendurch-Snack“ an. Wo man als Student in Campusnähe die besten Fritten für den schnellen Hunger bekommt, haben wir für euch getestet!

Fachgerecht bei zuerst 140°C und dann 170°C zwei Mal im siedenden Fett ausgebacken, sind Pommes frites ein wahrer Genuss – nicht einfach nur als Fastfood. Sowohl als Beilage zu einer Vielzahl von Gerichten als auch als selbständige Mahlzeit sind sie international bekannt und beliebt. Besonders in Belgien nimmt die Fritte einen besonderen Stellenwert ein. 175.500 kg Kartoffeln werden hier täglich in den Pommesbuden verarbeitet. Kein Wunder – denn jedes fünfte Essen, das der Belgier außer Hauses zu sich nimmt, sind „frietjes“. Diese sind schließlich auch das Nationalgericht und gehören zur Kultur des Landes untrennbar dazu. Ihnen ist in Brügge sogar ein eigenes Museum gewidmet, das „Frietmuseum“.

Seit einigen Jahren können sich die Belgier außerdem stolz zeigen, als das Herkunftsland der Kartoffelstäbchen zu gelten. Nach langem Streit darüber, ob diese nun aus Belgien, Frankreich oder doch den USA stammen, konnten die Belgier die Diskussion für sich entscheiden: Mit einem Manuskript, das der belgische Historiker Jo Gérard vor einigen Jahren im Nachlass seiner Familie fand. In der aus dem Jahr 1781 stammenden Schrift hatte einer seiner Vorfahren unter dem Titel „Curiosités de la table dans les Pays-Bas Belgiques“ beschrieben, dass die Bewohner der heutigen Provinz Namur im Winter, wenn das Fischen in der Maas zu gefährlich wurde, statt Fisch Kartoffelstücke in heißem Fett ausbrieten. Der Verfasser beschreibt diese Zubereitungsweise als mindestens hundert Jahre alt. Damit ist die Existenz der Pommes frites in Belgien bereits für das Jahr 1680 belegt.

Auch bei uns in Deutschland sind Pommes sehr beliebt. Mit knapp 300.000 Tonnen verkauften Tiefkühlfritten gehören die gelben Stäbchen zu den meistgekauften Tiefkühlprodukten in Deutschland. Doch da die Tiefkühlvariante für die Studentenküche nicht immer geeignet ist – die obligatorische Familienpackung ist für einen Einpersonenhaushalt schlicht und einfach zu groß und erfordert obendrein mindestens einen Backofen für die Zubereitung – muss man seinen Heißhunger auf Pommes außerhalb stillen. Wenn man aber sein rares studentisches Essensbudget schon angreift, möchte man wenigstens auch etwas Gutes für sein Geld bekommen. Wo soll man da bloß hingehen? Pommesbude? Studentenkneipe? Dönerladen? Und dann auch noch in Uninähe? Wir zeigen, wo es was gibt:

American Diner „Yes we can“ am Kronenplatz

Hier haben wir unsere Testreihe mit hohen Erwartungen gestartet. Schließlich handelt es sich um einen American Diner, in dem Burger mit Pommes ein Standardgericht ist. Nur Pommes gibt es hier natürlich auch und zwar als M-, L- oder XL –Portion, wer also mehr Hunger hat, ist hier richtig.
Wir haben uns für die M-Version für 2,00€ entschieden und bekamen eine normal große Portion, die auf dem Kuchenteller, auf dem sie serviert wurde, doch etwas verloren aussah.
Die Pommes wurden allerdings frisch gemacht und waren schnell fertig. Leider waren sie wohl nicht lange genug abgeschüttelt worden, denn sie waren noch etwas fettig. Gewürzt wurden sie mit Salz und Paprika.
Die Pommes frites sahen gut aus, eher hell, relativ dünn und knusprig. Leider schmeckten sie nicht ganz so gut, wie sie aussahen. Sie hatten relativ wenig Geschmack, obwohl sie ja gut gewürzt aussahen. Außerdem war ein großer Teil von ihnen ziemlich „angedatscht“ und hätte durchaus knuspriger sein können. Auch fehlten für unseren Geschmack die kleinen extraknusprigen Pommesstückchen (= „Schnurpseldinger“).
Pluspunkte gab es für die große Auswahl an verschieden Saucen, Ketchup und Majo, zwischen denen man wählen und die man selbst dosieren konnte. Allerdings fehlte uns auch an dieser Auswahl das typisch Amerikanische.
Wer früher schon einmal bei Wok Man war, der erinnert sich vielleicht, dass es dort nicht wirklich gemütlich war und man eher auf schnellen Service Wert gelegt hat. Das hat sich mit dem neuen Restaurant nicht wirklich geändert, sehr gemütlich und zum längeren Aufenthalt einladend ist es immer noch nicht. Dafür kann man bei schönem Wetter draußen sitzen und schließlich hat man in der kurzen Mittagspause ohnehin wenig Zeit.

Pommes_2-5Fazit: Trotz Schnelligkeit und großer Saucenauswahl fällt das Urteil eher schlecht aus. Das typisch amerikanische Flair fehlte uns ein wenig und vor allem haben wir definitiv schon bessere Pommes gegessen!
2 von 5 Pommes

Ballermann

Als nächstes haben wir uns den Ballermann, die Imbissbude am Campus schlechthin, vorgenommen. Dort bekamen wir eine typische Schale Pommes für 2,00€, allerdings mussten wir für den Ketchup noch mal 20 Cent drauflegen.
Die Schale hat den Vorteil, dass man sie praktisch mitnehmen und sich ein schönes Plätzchen zum futtern suchen kann, denn gemütlich ist es beim Ballermann zumindest außen nicht wirklich, es stehen eben nur die obligatorischen Stehtischchen zur Verfügung.
Die Pommes wurden frisch gemacht und waren auch hier wieder schnell fertig. Die ordentliche Portion bestand hauptsächlich aus großen, dicken Pommes, die außen recht knusprig und innen weich waren. Leider gab es sehr wenige extraknusprige Stückchen. Dafür sahen die übrigen Fritten nicht nur schön golden aus, sie schmeckten auch ziemlich gut, waren mit Salz und Paprika gewürzt und hatten etwas von Hähnchennuggetswürze. Nicht unbedingt üblich, aber auch kein Nachteil.
Ein Problem gab es allerdings, das wahrscheinlich jeder kennt: Die Bedienung hatte großzügig Ketchup über den Pommes verteilt, so dass ein Teil davon ziemlich aufgeweicht und labberig wurde.

Pommes_4-5Fazit: Wer die großen Pommes, die innen weich und außen knusprig sind, bevorzugt ist hier an der richtigen Adresse, die Pommes schmecken sehr lecker und preislich liegen sie im normalen Rahmen.
Punktabzug gibt es allerdings für den Aufpreis für Ketchup oder Majo.
4 von 5 Pommes

Grill Haus Kani

Kaum hatte das Restaurant am Kronenplatz drei Tage geöffnet, standen wir schon auf der Matte, um deren Pommes zu testen. Natürlich zwischen 13.00 und 14.00 Uhr, als die Schlange an Kunden etwa 5m lang und die Angestellten am Rotieren waren. Nachdem etwa zwanzig Leute vor uns Döner mit und ohne „scharf“ bestellt hatten, kamen wir an die Reihe, wollten unsere Portion Pommes für 2,00€ und haben damit die arme Bedienung fast aus dem Konzept gebracht.
Zum Glück waren schon ein paar Pommes fertig, die noch einmal kurz in die Friteuse kamen und uns dann in einem kleinen Warmhalteschälchen mitgegeben wurden.
Es war allerdings eine ziemliche Überwindung, im Dönerladen unsere Pommes zu bestellen, denn das ist fast, als würde man beim Italiener ein Wiener Schnitzel essen. Aber zum Glück haben wir uns dazu durchgerungen, denn mit den Pommes waren wir eigentlich recht zufrieden.
Der zweite Friteusendurchlauf hat die Pommes noch einmal knuspriger gemacht und sie haben eine schöne Farbe bekommen. Sie waren gut durchgebacken und gut gewürzt. Leider waren sie stellenweise ein bisschen datschig, eine Minute länger in der Friteuse und sie hätten richtig klasse geschmeckt. Tatsächlich sahen sie besser aus, als sie dann geschmeckt haben, aber es war alles in allem ganz in Ordnung.
Schön war außerdem, dass es viel Platz zum hinsetzen gab, sowohl drinnen als auch draußen und wir, obwohl es wirklich sehr voll war, noch ein Plätzchen gefunden haben. Es ist aber auch kein Problem, die Pommes zum Mitnehmen zu bestellen.

Pommes_3-5Fazit: Bessere Pommes, als erwartet. Wer also Lust auf Pommes hat, aber alle anderen lieber einen Döner wollen, der kann sich hier gut eine Portion bestellen. Man sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass zu den Stoßzeiten die Wartezeit recht lang werden kann.
3 von 5 Pommes

Oxford

Das Oxford, gegenüber dem Haupteingang der Universität, durfte natürlich bei unserem Test nicht fehlen. Schließlich sind wir dort immer wieder gerne, wenn auch eher wegen der Burger.
Diesmal haben wir uns aber nicht hinreißen lassen, sondern standhaft wirklich nur eine Portion Pommes für 2,30€ bestellt und auch bekommen, auf einem Teller, der verdächtig nach Mickey Mouse aussah.
Das war unsere bisher größte Portion, die wir auch nur mit Müh und Not komplett verputzt haben. Ketchup und Majo gab es beides reichlich ohne Aufpreis dazu und war in jeweils eines der Mickey Mouse Ohren gefüllt. Das freut das innere Kind natürlich!
Die Pommes sahen dünn, knusprig und lecker aus und genau so haben sie auch geschmeckt. Gewürzt waren sie sehr gut, wieder mit Salz und Paprika. Es gab viele extraknusprige Stückchen und hat einfach super geschmeckt. Wer allerdings eher die großen Pommes bevorzugt, ist hier an der falschen Adresse.
Wer schon einmal im Oxford war, weiß, dass es ziemlich gemütlich ist. Obwohl wir sehr schnell bedient wurden und unsere Pommes schleunigst bekamen, sollte man im Oxford sicherheitshalber Zeit mitbringen, da es eben ein Restaurant ist und deshalb nicht so sehr auf Schnelligkeit ausgerichtet ist wie die Imbissbuden.

Pommes_4,5-5Fazit: Unser persönlicher Testsieger, klasse Geschmack, klasse Preis-Leistungs-Verhältnis. Klasse Ambiente! Wer jedoch wenig Zeit hat und nur eine kleine Schale Pommes zum Mitnehmen möchte, sollte vielleicht doch woanders hin gehen.
4,5 von 5 Pommes

Karthago

Wieder einmal haben wir uns überwunden und in einem Dönerladen Pommes frites bestellt. Diesmal am anderen Ende des Campus, am Durlacher Tor. Das Karthago erinnert ein wenig an ein kleines Dönerrestaurant in dem vom Kebab über die Pide bis zur Pizza alles frisch zubereitet wird. Auch die Pommes. Entsprechend lang sind dafür allerdings die Wartezeiten mittags, wenn viel los ist. Wer aber etwas Zeit mitgebracht hat, wird belohnt von einer großen und leckeren Portion Pommes. Diese ist mit Salz gewürzt und wird knusprig gold-gelb auf einem voll beladenen Teller serviert. Ketchup oder Mayo gibt es ohne Aufpreis dazu. Besonders gefallen hat unserem Testteam die große Anzahl der kleinen knusprigen Frittenstückchen in der Menge der großen dünnen Kartoffelstäbchen.

Pommes_4-5Fazit: Wer gerade an diesem Ende des Campus ist und Lust auf Pommes hat, ist hier sicher nicht falsch! Für seine 2 € bekommt man leckere Pommes frites geboten. Abzug gibt es aber wegen der, für einen Imbiss wirklich langen, Wartezeit.
4 von 5 Pommes

Claudia Brändle & Silke Zimmer

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2 Reaktionen zu “Einmal Pommes mit Ketchup, bitte!”

  1. Bjrn

    “Schnurbseldinger” ….. süß ;-)

  2. PI

    “Schnurbseldinger” ….. süß ;-)

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