Wieder mal Theaterfestival

Auffällig war, dass man auch als Außenstehender merken konnte, dass die Kollegialität und Integration der verschiedenen Theatergruppen vor und während dem Festival erfolgreich verlaufen ist. Erkennbar war dies vor allem am Bezug zwischen den einzelnen Theaterstücken, wie es bei „Warten auf Godot“ und bei „Le Grand Macabre“ der Fall gewesen ist. So konnte der große Nekrozotar in einer Szene von „Warten auf Godot“ eine Erwähnung finden, während auch mal bei den „Le Grand Macabre“ auf Godot gewartet wurde.
Die Vernetzungen wurden zuvor auch vom Organisationsteam räumlich vorgenommen, indem alle Gastspieler vor dem Festival in der universitären Turnhalle untergebracht wurden. „So spiegeln sich diese spitzfindigen Einfälle als Ergebnis dieser Vernetzung in den Stücken wieder“, meinte Sabine Reißer von Festivalteam.

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Szene aus dem Stück „Le Grand Macabre“

Für musikalische Abwechslung und einen aufregenden Partyabend sorgten die Bands „THE PATRICKS“ und „QUICK TO THE MONSTERCAR“. Bis spät in die Nacht wurde in der Halle des Festsaals wild getanzt und Bier getrunken. Trotz einer lang durchzechten Partynacht fand auch das Matinee am nächsten Sonntagmorgen regen Zulauf.

Auch die zwei Werkstattworkshops, die bisher unverzichtbarer Bestandteil in jedem stattfindenden Theaterfestival waren, waren gut besucht. “Vor allem die Sprechwerkstatt war bereits eine Woche vor Festivalbeginn völlig ausgebucht“, erzählt Sina Flubacher vom Organisationsteam. Für alle Neugierigen ergab sich durch die Workshops die Gelegenheit, ins Theaterleben reinzuschnuppern. Dazu hatte Sabine Reißer aus dem Festivalteam für den ersten Workshop einen reichlichen Programminhalt aus dem Physikerchor und aus den vergangenen Workshop-Ergebnissen zusammengestellt.

Das absolute Highlight des Theaterfestivals kam natürlich am Schluss: die Karlsruher Improvisationsshow „Schmitz‘ Katze“, die sich mit regelmäßigen Auftritten im Studentenhaus, im Jubez und in der Stadtmitte schon bewährt und auch über die karlsruher Stadtgrenzen hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt hatte. An diesem Abend hatten die Zuschauer Probleme überhaupt einen Sitzplatz zu finden. Die Art der Handlungssequenzen wurde meist von den Moderatoren vorgegeben und die kuriosesten Szenen von den Zuschauern vorgeschlagen. Für jeden Szenenvorschlag bekam man von den Moderatoren als Belohnung ein Schokobonbon zugeschmissen. Das war der Anlass, warum das ganze Publikum durch lautes Zurufen aktiv mitmachte.

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Szene aus der Improvisationsshow „Schmitz‘ Katze“

So kamen die skurilsten Szenen zustande, zum Beispiel ein Blinddate auf dem Fischmarkt oder die Therapie eines impotenten Kunden durch einen Medizinmann, wobei die Behandlung nicht den gewünschten Effekt sondern ein steifes Bein und einen steifen Hals hervorbrachte. „Es war im wahrsten Sinne des Wortes zum Kaputtlachen“, meinten Jürgen und Kerstin, zwei Studenten aus dem Publikum, „echt Klasse was hier dargeboten wird“. Viele Zuschauer hatten noch nach der Show einen roten Kopf und breite Mundwinkel als Ergebnis eines grenzenlosen Lachkrampfs.

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