Wieder mal Theaterfestival

Was lange „spielt“ wird endlich gut

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Festivalplakat mit der “Regina von Kresswitz”

Das Unitheater Karlsruhe (e.V.) ist unter dem Vorstand von Michael Quednau ein gemeinnütziger Verein mit derzeit 80 Mitgliedern. Gegründet wurde es als Dachverband für verschiedene Theatergruppen, die zu dieser Zeit auf dem Campus aktiv waren. Das Festival „Theater oder so…!“ ist seit elf Jahren eine Plattform für den Austausch zwischen Amateurtheatergruppen in ganz Deutschland. Künstlerische Erfahrungen werden ausgetauscht, neue Impulse gegeben und Freundschaften geknüpft. Neben der einheimischen Theatergruppe „Die Physiker“ und dem Improvisationstheater „Schmitz’katze“ wurden beim diesjährigem Festival die auswärtigen Theatergruppen „WIR BONI“ aus Tübingen und „NICHTS ALS THEATER“ aus Koblenz eingeladen.

Getreu dem Motto ihrer Theaterkollegen aus Tübingen „Was lange wärt, wird endlich gut“ hat das Unitheater Karlsruhe „Theater oder so“ vom 07.05 bis 10.05.09 für ein abwechslungsreiches und berauschendes Theaterfestival im Festsaal gesorgt.

Die ganze Planung des 11. Theaterfestivals lief schon bereits im November letzten Jahres an. Die Organisation und der Aufbau des Events waren für das sechsköpfige Organisationsteam ein nicht zu unterschätzender Kraftakt: Angefangen von der Versorgung, Unterkunft und Verpflegung der ganzen Theaterkollegen aus Tübingen und Koblenz bis zum Sponsoring und intensiver Öffentlichkeitsarbeit. Denn die breite Masse sollte von dem Festival schließlich auch was mitbekommen. So wurden Broschüren, Flyer und Plakate der farbenprächtigen Regina von Kresswitz aus dem vergangenen Theaterstück“ Gefecht in fünf Gängen“ als Eyecatcher an jeder Ecke des Campus ausgelegt und ausgestellt.
In der Tat berichteten zu Beginn des ersten Premierestücks viele Theaterfans, dass sie von den Broschüren, den Plakaten und natürlich von dem reichlichen Angebot so visuell angetan waren, dass sie sich das Festival nicht entgehen lassen wollten.

Hexenjagd 4

Szene aus dem Stück “Hexenjagd”

Bereits das Premierenstück „Hexenjagd“, durfte sich gleich am ersten Festivalabend eines regen Besucherandrangs erfreuen. Jung und Alt drängelten sich in einer langen Warteschlange vor dem Einlasstor, in der Hoffnung einen der besseren Plätze zu ergattern. Eröffnet wurde das Stück mit einer wilden Tanzszene junger Mädchen im Wald aus dem Stück “Hexenjagd” von Arthur Miller, ein im 17. Jahrhundert angesiedeltes Drama, das auf wahren Begebenheiten basiert. Mit reichlichem Szenenwechsel und drastischen Schlüsselszenen wurde veranschaulicht, wie eine scheinbar demokratische Gemeinschaft mit den Mitteln ihrer eigenen Ordnungs- und Rechtsprinzipien zerstört wird und wie die Verteufelung einer anderen Weltanschauung den eigenen Fundamentalismus mit Intrigen und Machtspielen freilegen kann.
Nach der Vorstellung erläuterte die Darstellerin Sylvia Schreiber (alias Mary Warren), dass sie nach anfänglichen wöchentlichen Treffen unmittelbar vor den letzten Tagen des Festivalbeginns die komplexen Schlüsselszenen bis zu 10 Stunden intensiv geprobt hatten. Auch die Theaterzuschauer waren im Nachhinein sehr beeindruckt. „Sie haben eine vorzügliche Auswahl getroffen, da vieles was sie darstellen mit unserer gegenwärtigen und politischen Situation völlig übereinstimmt“, so die Statements von den Theaterzuschauern Julia und Felix.

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