Hach ja, das liebe Geld…

Eine kleine Erfolgsgeschichte in skurrilen Fakten.

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Unglaublich, wie sich die Dinge ändern können. Das Geld hat die Welt revolutioniert. Es ist eine der bahnbrechendsten und nachhaltigsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte. Doch was macht das Geld so besonders? Wie kommt es, dass ein Tauschmedium – gedacht, um das Leben zu vereinfachen – nun eine so große Bedeutung hat, dass es unseren gesamten Alltag dominiert? Jeder will es, keiner hat es und außerdem kann man eh nie genug davon haben.

Seinen Durchbruch erlebte das Geld schon in der Antike. Seitdem ist es der Star bei allen Verhandlungen: eine Diva, der einjeder alles recht machen möchte, ein Visagist, der so manche Missstände unserer Gesellschaft zu überschminken vermag und auch der Manager, ohne den einfach mal gar nichts läuft. Stets umworben, heiß geliebt und auf den Tod verhasst, wie es eben heute ist und damals war, legte das Geld schon früh eine beneidenswerte Karriere hin!

Die Kinderstube des Geldes befindet sich in Anatolien und Mesopotamien. Ursprünglich ging es dabei um den Tausch von heiß begehrtem Metall, das zur Herstellung von Waffen benötigt wurde. Bronze, Zinn und Eisen bereisten die Welt, um auch Völkern, die keinen direkten Zugriff auf diese Rohstoffe hatten, eine erfolgreiche Kriegskunst zu ermöglichen. So kam es, dass den einzelnen Metallbarren bald ein großer Wert beigemessen wurde, der in Gewicht abgeschätzt wurde. Auch heute lässt sich diese Entwicklung noch nachvollziehen, wenn man beispielsweise an das englische „pound“, Pfund, denkt, wobei es sich eindeutig, zumindest des Begriffes nach, eher um eine Gewichtseinheit als um eine Währung handelt. Mit der Zeit musste jedoch auch das Geld einige Veränderungen durchleben. Metallbarren wurden zwar durch ihr Gewicht zu einer vereinheitlichten Währung und hatten auf langen Reisen den Vorteil, dass sie weder verderblich noch leicht zerstörbar waren, jedoch befand sie das reisende Volk auf Dauer für sehr unhandlich. Und so wurde die Münze geboren, die ihrerseits wieder standardisiert und mit einem zugesprochenen Wert versehen wurde.

Später entwickelten sich die alten Griechen mithilfe von Schrift und Geld zu einer Hochkultur. Tatsächlich sind die ältesten überlieferten Schriftstücke Rechnungen und Schuldscheine. Geld und der Luxus, den es ermöglichen und mit sich bringen kann, waren und sind auch heute noch Voraussetzungen für das Entstehen und den Fortschritt in Kunst, Literatur, Musik und Wissenschaft. Diese Errungenschaften konnten sich die Griechen durch die Schifffahrt und den damit verbundenen Seehandel mit griechischen Kolonien rund ums Mittelmeer leisten. Der Handel war nicht länger ein Tausch von Waren, sondern ein Kaufen und Verkaufen. So kam das gemünzte Geld in ganz Griechenland zu großer Bedeutung. Ganz Griechenland? Nein. Eine kleine, aber nicht unbedeutende Region bot dem Vormarsch des monetären Handels die Stirn. Sparta. Schon um 550 v. Christus wurde hier das Münzgeld verboten. Man besaß zwar weiterhin die doch schon etwas aus der Mode gekommenen alten Eisenbarren, aber Handel und Gewerbe waren in dem alten Kriegerstaat verboten und auch dem Luxus wurde keine allzu große Bedeutung beigemessen. Zum Glück besaßen die spartanischen Vollbürger aber noch ihre helotischen Sklaven, die sie als Tauschobjekt verwenden, verpachten oder zur Festsetzung eines Wertes benutzen konnten.

Schon damals zeigte das Geld sich nicht nur von seiner Schokoladenseite. Sklaverei und Prostitution im großen Stil beispielsweise waren Phänomene, die erst mit dem Geld Einzug in die Geschichte hielten. Natürlich gab es sie auch schon vor der Einführung des Geldes, allerdings nicht in einem so großen Ausmaß. Traurig, aber wahr – das Geld vereinfachte auch den Menschenhandel. Das Geld setzte seine Erfolgstournee fort. Sehr bald schon entdeckten auch die Römer seine Vorzüge. Ja, sogar durch die bitterkalt-finsteren Nadelwälder der von den Germanen bewohnten Gebiete schaffte es das Geld und auch hier wurde es immer wichtiger.

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