Sind wir nicht alle „Lieblingsmenschen“?

Neues vom UniTheater

Fünf Studenten, die kurz vor ihren wichtigsten Prüfungen stehen, die lernen und leben, sich zum Feiern treffen, per SMS in Kontakt bleiben und ihre Bettpartner immer mal wieder austauschen. Sie stehen kurz vor dem ‚Ernst des Lebens’ und sind doch noch nicht wirklich erwachsen – kommt einem doch irgendwie bekannt vor; so oder so ähnlich sieht es eigentlich bei vielen Studenten aus.

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Über diese „Lieblingsmenschen“ geht es in dem gleichnamigen Stück, das bald beim UniTheater Karlsruhe zu sehen ist. Aber nicht nur inhaltlich geht es um das Studentenleben, auch die ‚Macher’ sind Studenten:  Die Schauspieler, die Technik, die Regie, die Werbung…
Nina Schuster hat das Stück ins Leben gerufen: sie hatte nicht nur die Idee für die Inszenierung, sondern führt auch Regie und kümmert sich zeitgleich noch um alles Organisatorische.
Aber wie geht das eigentlich, ein Stück zu inszenieren? Was muss alles gemacht werden, damit bei der Premiere alles steht? Viele Dinge, von der Konzeption über die Dramaturgie bis hin zu den Requisiten müssen bedacht werden – und vor allem die Lust und Liebe zum Theater vorhanden sein!

Theater ist schon lange Ninas Leidenschaft und Hobby: Bereits in der Schule spielte sie selber Theater und neben dem Studium hat sie noch weiter fleißig Erfahrungen gesammelt: in den Semesterferien war sie Regiehospitantin beim Stadttheater Baden-Baden und beim Schauspielhaus des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Hierbei konnte sie lernen, was es bedeutet, bei einem Theaterstück Regie zu führen: die Proben müssen organisiert, die Requisiten verwaltet, die Kostüme angepasst und die Schauspieler bei Laune gehalten werden… Dies alles neben der „eigentlichen“ Arbeit, nämlich der Inszenierung und Einstudierung des Stückes.

All diese Aufgaben übernimmt sie nun selber in ihrer eigenen Inszenierung. Die Idee dazu kam ihr erst nach und nach: als Theaterbegeisterte liest sie auch regelmäßig die in Deutschland einflussreichste und meistgelesene Fachzeitschrift für Theater:„theater heute“, in der nicht nur die Theater/ Schauspieler/ Inszenierungen des Jahres ausgezeichnet werden, sondern auch neue Talente vorgestellt werden. So werden dort regelmäßig neue Stücke junger Autoren abgedruckt, wie 2007 das Stück „Lieblingsmenschen“ von Laura de Weck. Die damalige Studentin schrieb das Theaterstück über die letzte Zeit des Studiums kurz vor ihrem eigenen Abschluss an der Schauspielschule. Das moderne Drama erzählt von den „Lieblingsmenschen“ – Anna, Jule, Lili, Darius und Sven – die kurz vor ihrem Schritt in das ‚richtige Leben’ dieser Situation etwas ratlos gegenüberstehen. Mit Humor wird ihre Studentenzeit und ihre verqueren Beziehungen zueinander dargestellt – wobei „der manchmal bittere Ernst des Studentenlebens“ immer wieder durchscheint.
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Dieses Theaterstück begeisterte auch Nina Schuster. Und je mehr Erfahrung sie in und über das Theaterleben sammeln konnte, desto mehr kam in ihr die Idee auf, selber ein Stück auf die Bühne zu bringen. Thematisch passten die „Lieblingsmenschen“ gut, denn auch Nina steht kurz vor ihrer Bachelor-Prüfung.
Bereits Ende 2008 begann sie mit der Planung des Stückes. Sie informierte sich zunächst beim UniTheater und trat diesem auch bei. Der Verein hat etwa 100 Mitglieder, die alle unterschiedliche Talente und Fähigkeiten besitzen und nicht nur als Schauspieler, sondern auch als etwa Regisseure, Techniker und Bühnenbildner tätig sind. In diesem „Kreativpool“ entstehen dann die vielen Inszenierungen, die im Festsaal des Studentenwerks zu sehen sind.

Bevor die Proben beginnen konnten, musste Nina erstmal Aufführungstermine abklären und festlegen. Danach ging die Arbeit erst richtig los: Die Stückrechte für die Aufführung mussten bei dem zuständigen Verlag beantragt und danach ein Stücksatz gekauft werden – also für jeden Schauspieler jeweils einen Druck des Stücks.
Apropos Schauspieler: ohne die funktioniert Theater natürlich nicht. In einem dreitätigem Casting fand Nina die richtigen Schauspieler für ihr Stück.
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Anders als beim ‚richtigen’ Theater ist es an und neben der Uni den Studenten aber nicht möglich, sechs Wochen am Stück jeden Tag intensiv zu proben. Seit Beginn des Sommersemesters trifft sich die „Lieblingsmensch“-Gruppe nur ein– bis zweimal wöchentlich im Proberaum des UniTheaters. Deswegen war es besonders wichtig, dass die Proben schon von vornherein gut geplant und organisiert waren, denn bis zur Premiere soll ja alles stehen.
Gut also, dass Nina das Konzept zu dem Stück schon lange im Kopf hat. Auch zu dem ‚Drumherum’ hat sie klare Vorstellungen und darum kümmert sie sich um das Bühnenbild, die Kostüme und die Requisiten, das heißt, die Läden durchforsten, die Sachen besorgen, ausprobieren… Finanzielle Unterstützung erhält sie auch hier vom UniTheater.

Bis zur Premiere des Stücks sind es nur noch 2 Wochen,  sodass es in die Endphase geht und nun intensive Pressearbeit auf dem Plan steht! Die Probenfotos werden von einer professionellen Fotografin angefertigt, alle wichtigen Veranstaltungskalender und Ansprechpartner rechtzeitig informiert  und auch die Herstellung der Plakate organisiert Nina.
Ganz schön viel also, was sie da alles machen muss, um ihr Theaterstück umzusetzen! Da muss man schon ein Organisationstalent sein und die Nerven bewahren können, vor allem wenn parallel auch noch ein Hiwi-Job ausgeführt und der Lernstress bewältigt werden muss.
Aber Nina sieht dies alles nicht als Arbeit an. Ihre Leidenschaft für das Theater merkt man auch den „Lieblingsmenschen“ an, alleine schon einige geprobte Szenen sprechen für sich und lassen eine rundum gelungene Inszenierung erkennen.
Und steckt nicht auch in jedem von uns eine Lili oder ein Sven? Find’s heraus!

Lea Scheffer
Premiere: Samstag, 11.07.2009
Weitere Aufführungen: Sonntag, 12.07.2009
Mittwoch, 15.07.2009
Donnerstag, 16.07.2009
Samstag, 18.07.2009
Jeweils um 20:00 im Festsaal des Studentenhauses, Adenauerring 7, 76131 Karlsruhe

Der Vorverkauf beginnt am 02.07. in der Mensa am Adenauerring der Universität Karlsruhe. Auch im Internet unter www.unitheater.de können Karten reserviert werden. Diese kosten im Vorverkauf 6€/ erm. 4€ und an der Abendkasse 7€/ erm. 5€.

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