Was du zahlst, das nehm’ ich mir?

Oder: Wie die Studiengebühren an der Hochschule Karlsruhe verteilt werden

Das Thema Studiengebühren ist ein sehr weites Feld. Jeder Student bezahlt, doch viele wissen nicht wohin die Gelder fließen oder wie man sie einsetzt. An der Hochschule Karlsruhe wurde der Arbeitskreis “Studiengebühren” ins Leben gerufen um einen vernünftigem Umgang mit diesem Thema zu ermöglichen.

Tobias Deißler und Martin Dührkop sind dieser Arbeitskreis und geben einen kleinen Einblick wie dieses System funktioniert und wer wie davon profitieren kann und soll.

”’Was ist der „Arbeitskreis Studiengebühren“?”’

”Tobias”: Der Arbeitskreis Studiengebühren der HS Karlsruhe setzt sich aus Mitgliedern des AStAs zusammen und hat die Aufgabe, die interne Kommunikation an der Hochschule zum Thema Studiengebühren zu betreiben und repräsentative Arbeit nach außen zu leisten.

”’Wann wurde der Arbeitskreis Studiengebühren ins Leben gerufen?”’

”Tobias”: Der Arbeitskreis wurde zum Wintersemester 2008/09 gegründet. Als Schnittstelle zwischen Fachschaften, Professoren, Rektorat und um Kontakt mit der Öffentlichkeit herzustellen. Der Arbeitskreis dient dem AStA als direkter Ansprechpartner zu Thema Studiengebühren.

”’Was sind die genauen Aufgaben des Arbeitskreises?”’

”Tobias”: Unsere Aufgabe ist es alle Informationen zum Thema Studiengebühren zu sammeln und diese dann der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Wir bringen zum Beispiel die Mitglieder des AStA in den Sitzungen auf den neuesten Stand der Dinge. Stehen Behördengänge an oder z.B. Gespräche mit dem Rektorat sind ebenfalls wir beide zuständig, diese Termine wahrzunehmen. Wir bereiten auch alle Daten die zu diesem Thema zur Verfügung stehen für die Allgemeinheit der Studenten auf. Da wir diesen Arbeitskreis erst zu diesem Semester ins Leben gerufen haben, ist es natürlich eine weitere Hauptaufgabe diesen Arbeitskreis in der Öffentlichkeit überhaupt publik zu machen. Diese Öffentlichkeitsarbeit gestaltet sich z.B. in Form von Infoveranstaltungen.

”Martin”: Um nochmal zu verdeutlichen das nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle spielt, es ist eben sehr wichtig diese Vernetzung zwischen den Studenten und dem Rektorat und umgekehrt herzustellen und zu optimieren. Dass die Gespräche und Informationen aus dem Rektorat an die Studenten weitergeleitet werden.

”Tobias”: Ja vor allem die Informationen der Studenten an das Rektorat weiterzugeben und diese eben dann umzusetzen und einzubeziehen.

”’In Puncto Transparenz des Finanzhaushaltes. Können die Studenten denn sozusagen die Rechnungen einsehen, also welches Geld wohin geflossen ist?”’

”Tobias”: Ja diese Sache ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die Einsicht natürlich möglich, auf der anderen Seite basiert diese ganze Abrechnung natürlich auf einem BWL-Programm das für den Normalverbraucher nicht verständlich ist. Auf diesen Formularen sind Beträge und Rechnungsnummern aufgeführt, damit kann man natürlich nichts anfangen. Man kann mit einem erhöhten Aufwand natürlich grobe Aufschlüsselungen durchführen, wenn man meint auf ein Problem gestoßen zu sein, um das dann eben nachvollziehen zu können. Unser Bestreben ist es am Ende jedes Haushaltsjahres einen gesamten Bericht über die Nutzung der Studiengebühren, der für jeden nachvollziehbar ist, rauszubringen.

”Martin”: Um aufzuzeigen welche Fakultät wie viel für was ausgegeben hat, könnte man ins Rektorat gehen und diese Berichte einsehen.

”Tobias”: Wenn der Eindruck entstünde, es würde Unfug getrieben mit den Geldern, dann könnte man das über uns im Rektorat einsehen lassen und wir würden das dann nachprüfen.

”’Könnten Studenten zu euch kommen die eine Idee für eine sinnvolle Anschaffung haben und ihr würdet euch dann für diese einsetzen?”’

”Tobias”: Das ist jetzt nicht ganz so einfach. Es ist in der Hinsicht schwierig, dass es zweierlei Pots gibt aus denen die Studiengebühren ausgezahlt werden können. Zum einen bekommt jede Fakultät jedes Haushaltsjahr, also jedes Semester, einen bestimmten Betrag der Studiengebühren zugeteilt. Diesen Betrag kann die Fakultät mehr oder weniger verwalten, wie sie möchte, natürlich unter Absprache mit der Fachschaft. Das Rektorat bzw. der AStA haben mit der Verwendung dieses Geldes im Prinzip nichts zu tun, da von der Hochschule gewünscht wird, dass sie unabhängig voneinander sind. Also kann sich ein Student mit einem Anschaffungswunsch zuerst an die Fachschaft wenden, die dann mit der Fakultät zusammen diese Anschaffung aus dem zur Verfügung gestellten Pot zahlen kann. Sollte dieser Pot nicht ausreichen kommt der Arbeitskreis Studiengebühren wieder ins Spiel und es kann ein Pro-Studiums Antrag gestellt werden. Aber der normale Weg führt zuerst über die Fachschaften und dann zu uns. Manche Fachschaften haben auch ihren eigenen Studiengebührenreferenten und der würde sich dann wiederum an uns wenden. Wir halten eher den Kontakt zu den Fachschaften als zu den Studenten.

”’Seid ihr zufrieden mit der Verteilung der Studiengebühren und dem Verfahren an der Hochschule Karlsruhe?”’

”Tobias”: Abgesehen davon, dass ich die Studiengebühren nicht für gut heißen kann, läuft es mit dem System der Hochschule Karlsruhe sehr gut, ich könnte mir kein besseres vorstellen.

”Martin”: Man kann mit der Verteilung doch zufrieden sein, da die Gelder eben gut aufgeteilt sind. Alle Fakultäten zusammen bekommen eine Million Euro und er Rest wird eben auf, zum Beispiel, die neue Bibliothek verwendet oder auf Pro-Studium.

”Tobias”: Jedes Geld das von den Studiengebühren ausgegeben wird, wird entweder über die Fakultäten mit den Fachschaften oder mit dem Rektorat und dem AStA geklärt. Es wird kein Geld ausgegeben ohne Rücksprache mit irgendeinem Studenten sozusagen. Dazu hat sich die Hochschule Karlsruhe selbst verpflichtet, obwohl sie es gesetzlich nicht ist.

”’Habt ihr noch Punkte an denen ihr weitere Verbesserungen ansetzen würdet?”’

”Martin”: Ja, eben die Tatsache, dass die Fachschaften in ihren Fakultäten besser kontrollieren, ob die Gelder auch wirklich sinnvoll ausgegeben werden. In den Fakultäten funktioniert es eben noch nicht so gut. Meiner Meinung nach sollten die Fachschaften volles Mitspracherecht haben und voll in den Prozess involviert sein.

”Tobias”: In mancher Hinsicht ist auch der Informationsfluss etwas schlecht. Die Verantwortlichen erzählen manchmal Sachen, die so nicht ganz stimmen. Die Studenten tragen das Gehörte natürlich weiter und somit entstehen oft Missverständnisse und Unwahrheiten. Das mag aber einfach auch an der Aktualität liegen, dass das alles einfach noch nicht so lange da ist, dass es jeder auch wirklich mitbekommen hat. Da sehen wir als Arbeitskreis Studiengebühren einfach auch unsere Aufgabe, dass man diesen Informationsfluss verbessert. Sodass zum Schluss auf dem Campus keiner mehr rumrennt, der keine Ahnung hat was es bedeutet Studiengebühren zu haben.

Tobias Deißler, Maschinenbau, 24 Jahre

Martin Dührkop, Wirtschaftsinformatik, 22 Jahre

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