Theater: Shakespeare – Was ihr wollt

Die erste KA.mpus Theaterrezension beschäftigt sich mit der Shakespeare-Inszenierung “Was ihr wollt” des Badischen Staatstheaters.


Ein Schiffbruch. Unter den Überlebenden ist Viola, die ihren Zwillingsbruder Sebastian ertrunken glaubt und daher als Caesario verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino tritt. Sie wird als Liebesbote zur Gräfin Olivia geschickt und hat ungewollten Erfolg. Olivia verliebt sich in Caesario, Viola in Orsino. Die Komödie kann beginnen.

Peter Wittenberg inszeniert Shakespeares „Was ihr wollt“ als bunten Reigen exzentrischer Figuren. Illyrien ist ein poppiges Kunstrasenparadies, allein ein pinkfarbener Zaun trennt Olivia von Orsino (Robert Besta), der sich gelangweilt-lasziv auf seiner Chaiselongue räkelt. Annika Martens wechselt mit Baskenmütze zwischen einem kecken Caesario und einer verliebten Viola, scheint jedoch weder die eine, noch die andere Rolle richtig zu finden. Die Wechselhaftigkeit der Rollen und des Begehrens durchzieht die gesamte Inszenierung. Orsino und Caesario stellen ebenso eine mögliche Konstellation dar, wie Violas Bruder Sebastian und dessen Begleiter. Homosexuell, hetero, bi – wie der Narr am Ende singt: „Es ist alles eins“. Nach einer zähen Auflösung sinken sich die vermeintlich richtigen Paare auf dem frisch gegossenem Kunstrasen in die Arme. Die Künstlichkeit der Gefühle und Rollen der leicht verdaulichen Inszenierung bleibt jedoch bis zum Schluss.

Sina Flubacher

Bookmark Tools
  • email
  • Facebook
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Digg
  • Netvibes
  • StumbleUpon
  • Add to favorites

Einen Kommentar schreiben