Film: Schmetterling und Taucherglocke

Ein Buch wird verfilmt und zeigt, was eine Literaturverfilmung leisten kann.


Einen passenderen Titel hätte es für diesen Film nicht geben können. Basierend auf dem gleichnamigen Roman erzählt er die wahre Geschichte von Jean-Dominique Bauby (Mathieu Almaric), einem Journalisten mittleren Alters und ehemaligen Chefredakteur der ELLE. In Folge der Wiederbelebung nach einem Hirnschlag ist er in seinem völlig gelähmten Körper gefangen – wie in einer Taucherglocke. Sein Geist jedoch ist völlig lebendig. Körperlich zur Unbeweglichkeit verdammt, geht er statt dessen in seiner Phantasie auf Reisen – wie ein Schmetterling.

Dabei begegnet er seinen Träumen und Wünschen, Erinnerungen und vor allem den Menschen, die ihm wichtig sind: Freunden, seinem Vater (Max von Sydow), seiner Geliebten, seinen Kindern und deren Mutter (Emmanuelle Seigner). Der Regisseur Julian Schnabel, dessen eigentliche Profession die Malerei ist, findet dafür eine immer überzeugende, aber nie überwältigende Bildsprache. Mit gekonnten Pinselstrichen malt er ein Tableau dessen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Dem herzhaften Galgenhumor des Protagonisten ist es zu verdanken, dass diese Erkenntnisse mit der nötigen Leichtigkeit daher kommen. Diesen Film würde man vermissen, auch wenn man gar nicht wüsste, dass man ihn verpasst hat.

Carolin Knorr

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Eine Reaktion zu “Film: Schmetterling und Taucherglocke”

  1. fragebögen

    Ich finde den Film fantastisch. Das gefangen sein im eigenen körper
    wurde wirklich eindrücklich vermittelt. Wie er dann den eigentlich
    einzigen Ausweg fand,indem er auf geistige Reisen ging,konnte ich gut
    nachvollziehen. Sehenswert !

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