Die Schlüssel zum Erfolg

In einer globalen, sich rasch wandelnden Wissensgesellschaft reicht das Fachwissen eines Studienganges allein nicht mehr aus. Wer im Berufsleben erfolgreich sein will, braucht weitere Kompetenzen. Als eine Schaltzentrale für Schlüsselkompetenzen wurde im November des vergangenen Jahres das House of Competence (HoC) gegründet. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer des HoC, Dr. Michael Stolle.

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Interview mit Dr. Michael Stolle, Geschäftsführer des House of Competence

Herr Dr. Stolle, welche Leistungen bietet das HoC den Studierenden?

Der zentrale Auftrag des HoC ist es, ein Schulungsangebot für Schlüsselkompetenzen zu koordinieren oder selbst zu schaffen, das heißt, wir bieten den Studierenden Seminare, die das Fachstudium ergänzen. Schlüsselkompe­tenzen gibt es viele: Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) empfiehlt die Förderung von Führungsstärke, Projektarbeit, Teamfähigkeit, aber auch von interkultureller Kompetenz, sicherem Auftreten und Lernbereitschaft. Das HoC bündelt bestehende Veranstaltungen, die beispielsweise vom ZAK (Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale), vom Fernstudienzentrum, vom Sprachenzentrum oder der kww (Kontaktstelle für wissenschaftliche Weiterbildung) angeboten werden. So werden wir zur Anlaufstelle und zum Ratgeber in Sachen Kompetenz­entwicklung.

Schlüsselkompetenzen lassen sich in ein Drei-Säulen-Modell untergliedern. Was genau versteht man darunter?

Erstens geht es darum, Basiskompetenzen auf- und auszubauen: Selbst- organisation, Präsentationsfähigkeiten, analytisches Denken und Informationskompetenz gehören dazu. Zweitens wollen wir darüber hinaus Praxisorientierung anbieten und so bereits in den Lehrveranstaltungen einen möglichen Anwendungsbezug zu Beruf und Gesellschaft vermitteln. Drittens legen wir Wert auf Orientierungswissen. Damit meint man die Ausprägung von Fähigkeiten jenseits des Fachwissens, um sich auch fachfremden Gegenständen wissenschaftlich anzunähern.

Sie ordnen diesen drei Säulen verschiedene Schulungsangebote zu.

Richtig, wir sprechen hier von additiven und integrativen Angeboten sowie von Tutorenprogrammen. Additive Angebote ergänzen das Fachstudium, vor allem bezüglich der so genannten „soft skills“. Integrativ heißt, Kompetenzen fachnah zu vermitteln. In den Tutorenprogrammen erläutern wir den Leitern die didaktischen Grundlagen im Umgang mit einer Lerngruppe, damit sie die Inhalte optimal vermitteln und schwierige Situationen gut lösen können.

„Motiviert und zielgerichtet studieren“ lautet der Titel des ersten Coaching-Programms für Studierende, das seit November 2007 läuft. Welche Rückmeldungen haben Sie dazu erhalten?

Das Programm wurde verhältnismäßig gut angenommen, dafür dass wir es erst kurz vor Beginn bekannt machen konnten. Die Rückmeldungen zeugen von einer hohen Akzeptanz der Inhalte und einer hervorragenden Selbst- und Eigenverantwortung der Teilnehmer. Sie lernen sowohl Selbstmanagement als auch kollegiales Coaching als Instrument kennen. Der erste Kurs endet im April und wird im Anschluss ausgewertet. Wie alle Angebote des HoC ist auch dieser Kurs kostenlos.

Welche Entwicklung, meinen Sie, wird das HoC in kommenden Monaten nehmen?

Im Jahr 2008 werden wir für die Studierenden als wahrnehmbare Einrichtung auftreten und zunehmend mit attraktiven Angeboten präsent sein. Wir verstehen uns als Motor und Antreiber, der die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen stets im Bewusstsein hält. Wir bitten die Studiengänge, für deren Vermittlung genügend Platz und Zeit zur Verfügung zu stellen, um so den Aufbau von Schlüsselkompetenzen in Studium und Lehre zu verankern.

Jessica Binder und Björn Fitzner

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