Coach Me!

Vom Erfolg eines einzigartigen Bauwerks

7-hoc-aussen.jpgEs ist eines der Pfunde, mit der die Fridericiana das Rennen zur Exzellenz-Universität gewonnen hat: Das House of Competence (HoC). Seinerzeit aufgenommen in das Zukunftskonzept der TH, ist es eine bisher einmalige Hochschuleinrichtung in Baden-Württemberg, die sich der Vermittlung und Erforschung von Schlüsselkompetenzen verschrieben hat.


Studium bedeutet mehr als das reine Erlernen von Fachwissen, davon ist man in Karlsruhe seit Generationen überzeugt: Allgemeinbildenden Unterricht gab es bereits im 19. Jahrhundert am Polytechnikum und große wissenschaftliche Innovatoren wie Ferdinand Redtenbacher förderten gezielt den Dialog über Fachgrenzen hinweg. In dieser Tradition sieht sich das House of Competence: Es geht um den fachübergreifenden Erwerb von Schlüsselkompetenzen, ohne die die Absolventen eines Studienganges in der heutigen Berufswelt nicht mehr weit kommen dürften (siehe Interview auf Seite 6). Das HoC ist Teil des Zusammenschlusses der Universität mit dem Forschungszentrum zum KIT (Karlsruhe Institute of Technology). Unter seinem Dach vereint es das Fortbildungszentrum Technik und Umwelt am „Campus Nord“ (Forschungszentrum) sowie neun Einrichtungen des „Campus Süd“ (Uni): das Fernstudien- und das Sprachenzentrum, das Institut für Berufspädagogik und das Institut für Sport und Sportwissenschaft, das Forschungszentrum für Schulsport, das Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK), den Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und den Lehrstuhl für Soziologie sowie die Kontaktstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (kww) der Universität.

1,5 Millionen Euro Starthilfe

Die Idee für ein House of Competence geht auf Überlegungen von Frau Prof. Robertson-von Trotha, Leiterin des ZAK, Herrn Prof. Bös und Herrn Prof. Gidion zurück. Im Jahr 2005 benannten sie „erste strategische Ziele und schufen den Grundstein für ein transdisziplinär ausgerichtetes, innovatives Forschungsprogramm und Lehrangebot“, so der Geschäftsführer des HoC, Herr Dr. Stolle, in seiner Eröffnungsrede am 14. November 2007. Das Landesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst war von den Plänen für dieses „hoch interessante, interdisziplinäre Projekt“ so fasziniert, dass es die Gründung des House of Competence mit einer fünfjährigen Anschubfinanzierung von insgesamt 1,5 Millionen Euro unterstützt. Ministerialdirektor Julian Würtenberger erklärt dazu: „Die Zusammenarbeit der verschiedenen Ein- richtungen ergibt ein interdisziplinäres Netzwerk, das eine Vorbildfunktion für ähnliche Einrichtungen im Land einnimmt.“

Dynamischer Selbstläufer

Die weitere Entwicklung des HoC gewann schnell an Fahrt: Es wurde in den Förderantrag zur Exzellenz­initiative aufgenommen und stärkte somit die Position der Universität im Auswahlverfahren. Mit der erlangten Auszeichnung „Elite“ und der Dynamik des KIT wurde das House of Competence zum Selbstläufer. Allen am KIT beteiligten Personen – Studierenden, Wissenschaftlern und Mitarbeitern – soll es optimale Programme zur persönlichen Qualifizierung und Weiterbildung bieten. Aber auch Externe, wie zum Beispiel Lehrer an öffentlichen Schulen, gehören zur Zielgruppe der Schulungsangebote. Neben der Koordination und Leitung sämtlicher Schulungsmaßnahmen, gehört die Betreuung der Schlüsselqualifikationen von B.A.- und M.A.-Studiengängen sowie die Doktorandenförderung zum Aufgabenbereich des HoC. Jedoch will das House of Competence nicht bloß Weiterbildung anbieten, sondern forscht auch eigen­ständig in so genannten „Research Groups“ auf dem Gebiet der Schlüsselkompetenzen und deren Ver­mit­tlung. So wird zur Zeit etwa der Zusammenhang von Bewegung und Lernen in der Research Group „Body and Mind Coaching with Electronic Support“ untersucht. Ergebnis soll ein innovatives Coachingverfahren sein, das die neuesten Erkenntnisse aus Psychologie, Pädagogik und kognitiver Bewegungsforschung mit einem EDV-System verbindet.

Weg mit den Motivationsräubern!

Ein erstes Coaching-Programm für Studierende läuft bereits seit November 2007, wird im April abgeschlossen und soll im kommenden Sommersemester wiederholt werden. Wie die anderen Schu­lungsangebote des House of Competence ist auch dieses für Studierende und Mitarbeiter der Hochschule kostenlos. Im Team werden unterschiedliche Methoden zu Selbstmanagement und kollegialem Coaching vermittelt: Stärken und Fähigkeiten aktivieren und gewinnbringend in Studium und Alltag einsetzen, die Balance zwischen Studium und anderen Zielen finden, im Austausch mit Gleichgesinnten an der Umsetzung eigener Ziele arbeiten sowie Motivationsräuber identifizieren und zu Helfern der Zielerreichung machen – solch ein Workshop-Angebot kann eigentlich kein Studierender ausschlagen!

Björn Fitzner

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