Happy Birthday!

KA.mpus feiert seinen ersten Geburtstag

Seit einem Jahr geben Studierende der Fridericiana das Magazin KA.mpus heraus, was bedeutet: Zwölf Ausgaben, die in durchwachten Nächten mit viel Herzblut und noch mehr Kaffee geschrieben wurden. Zum Jubiläum gewährt die Redaktion einen exklusiven Einblick in den hektischen Arbeitsalltag eines Journalisten.

Es ist der 26. November 2007, genau 10.30 Uhr. Wir sitzen am Küchentisch in Julias Wohnung. Eigentlich war 9 Uhr geplant, glücklicherweise haben wir beide verschlafen. Brötchen sind gekauft, die Kaffeemaschine läuft. Bereits zum dritten Mal. Nach den ersten beiden Tassen stehen Titel, Untertitel und Teaser. Wir sind stolz – und haben immerhin noch zwei Wochen Zeit, um einen umwerfenden, Pulitzer-Preis verdächtigen Artikel über die KA.mpus-Redaktion (also uns) zu schreiben. Kein Ding. Also, fangen wir an.

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Das Team der ersten Ausgabe

KA.mpus-Genesis

Am Anfang war die Idee. Wie alle wohl durchdachten Projekte ist auch dieses nicht vom Himmel gefallen, sondern entstand aus der Überlegung heraus, die Studiengänge „Angewandte Kulturwissenschaft“ und „Multimedia“ zu komplettieren und das Angebot abzurunden. Schließlich soll das Studium auf die späteren Berufsmöglichkeiten ausgerichtet sein und eine möglichst große Nähe zur Praxis bieten. Neben Seminaren im Bereich der Museologie, der Thea­ter- und Arbeitswissenschaft fehlte es an Möglichkeiten, sich journalistisch und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auszuprobieren. So entstand das Hochschulmagazin, um einerseits die Schreibtheorie praktisch umzusetzen und andererseits auch ein Grundwissen in Graphik und Design zu vermitteln. Petra Haubner, die damals Hiwi am Studienzentrum Kulturarbeit (SZK) war, gab den entscheidenden Impuls: Durch ihre Arbeit bei Extrahertz hatte sie bereits Kontakt zu Professor Walter, der an der Hochschule Karlsruhe den Bereich Trimediale Produktionen betreut. So vermittelte sie zwischen den beiden verantwortlichen Professoren, Herrn Krause und Herrn Walter, sodass die Allianz zwischen Uni und HS schnell geschlossen wurde, die den Studierenden viele Vorteile bietet: Das HitStudio der Hochschule ist bis unter die Decke mit modernsten Computern und sonstigen „Spielereien“ ausgerüstet – nicht zu vergessen die wahrscheinlich bequemsten Stühle, die ein Hochschulstudio je besessen hat. Also fehlte zum perfekten Seminar nur noch ein ebensolcher Dozent. Und wie es der Zufall so will, lernte Petra zu diesem Zeitpunkt auf einer Konferenz im ZKM Moritz „Mo“ Sauer kennen, einen freiberuflichen Journalisten, Buchautor und Internetfreak aus Köln. Der reist nun regel­mäßig ins schöne Badener Land, um lernwillige Studierende in die Kunst der Recherche und des journalistischen Schreibens einzuführen.

So, das reicht erst einmal. Immerhin ist es jetzt schon 14 Uhr. Zeit fürs Essen, bisschen Small-Talk mit den anderen Mitbewohnern. Noch mal Käffchen. Und dann an die Uni. Immerhin haben wir noch zwei Wochen für den Artikel. Alles easy.

Oh nein… So ein Mist. Heute ist der 9. Dezember 2007. Redaktionsschluss. Das Magazin muss morgen im Druck sein. Wie konnte das passieren? Okay, ganz ruhig. Jetzt bloß nicht stressen lassen. Wir sind ja quasi schon Profi-Journalisten. Und die müssen auch mit Deadlines arbeiten, müssen flexibel und spontan und kreativ sein. In einer halben Stunde steht der Artikel. Ganz sicher. Na dann: Los!

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How to make a Magazin

So war das Seminar „Redaktion und Gestaltung“ geboren, in dem 6 ECTS-Punkte, Praktikumsbescheinigungen und jede Menge Wissen erworben werden können. Im Wintersemester 2006/2007 fand es zum ersten Mal statt und hatte gleich eine Hand voll engagierter und interessierter Teilnehmer, von den vier das Grundlayout der Zeitung entwarfen: Seit dem ist die von Peter Klement, Patrick Borgeat, Heiko Körnich und Julia Wolf gestaltete Vorgabe verbindlich, was die Arbeit der nachfolgenden Gruppen extrem erleichtert hat. Die Anzahl und Art der Artikel sind vorgegeben, ebenso der Platz, an denen sie stehen müssen. Alles andere ist jedoch frei wählbar. Jede der monatlich erscheinenden Ausgaben – in der Regel eine, manchmal aber auch gleich mehrere hintereinander – wird von einer drei bis sechs Studierenden starken Gruppe gestaltet, die gemeinsam ein „Überthema“ der Ausgabe festlegt. Dann werden die Artikel verteilt, jeder sucht sich ein Thema und ein Format aus, das ihm am meisten liegt. Und dann beginnt die Arbeit, die zum größten Teil über ein Wiki abläuft. Auf dieser Plattform werden alle geschriebenen Artikel und die Bilder veröffentlicht, alle Beteiligten können sich dazu äußern, Feedback geben, und mögliche Fehler können sofort verbessert werden. Das vermeidet zum einen ein überquellendes Postfach, zum anderen aber kann auch Moritz Sauer von Köln aus die Artikel korrigieren und sich von der Arbeit der jeweiligen Gruppe überzeugen.

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Nach Redaktionsschluss

Alles nur noch virtuell?

Natürlich ist es eine tolle Sache, so viel wie möglich über eine Internetplattform von zu Hause aus zu machen, aber natürlich müssen viele Dinge auch „face-to-face“ ausdiskutiert werden. So gibt es ein wöchen­tliches Treffen, an welchem die Mitglieder einer Ausgabe beteiligt sind. Sie tauschen sich aus, besprechen aktuelle Probleme und geben sich gegenseitige neue Impulse. Wenn alle Artikel stehen, kommt die Arbeit am PC, die im HitStudio stattfindet. Die Artikel müssen mit dem Programm InDesign ins Layout eingefügt werden, was noch einmal volle Konzentration erfordert: Da muss gekürzt oder verlängert, auf die Ästhetik und die journalistische Vertretbarkeit geachtet werden. Um ehrlich zu sein: Das ist der Hauptteil der Arbeit, der schon mal bis in die frühen Morgenstunden dauern kann. Und immer irgendwie etwas Besonderes ist. Einmal im Monat wird die Große Redaktionssitzung einberufen, bei der alle Seminarteilnehmer des Semesters zugegen sind. Hier werden organisatorische Dinge besprochen, Verbesserungsvorschläge gemacht und natürlich wird vor allem die neueste Ausgabe kritisch beäugt, die zu diesem Zeitpunkt komplett fertig als PDF vorliegen muss, um dann schließlich in den Druck zu gehen. Oft haben Dritte, die also gerade nicht aktiv an der Ausgabe mitarbeiten, einen objektiveren Blick als die Gruppe selbst, die den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. So werden also kurz vor Schluss noch schnell alle Fehler ausgemerzt, um den Lesern eine rundum perfekte Ausgabe zu bieten.

Wow, geschafft. 6400 Zeichen. Nur noch 500. Schaffen wir. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Schlusssatz. Gut sollte er klingen, alles noch einmal zusammenfassen und irgendwie auch abrunden. Hmm… Ah, okay. So vielleicht:

KA.mpus bietet also für jeden etwas: Journalistische Arbeit, Recherche, Schreiben, aber auch die Arbeit am PC mit speziellen Grafikprogrammen. Wer sich also schon immer dafür interessiert hat, wie eine Zeitungsredaktion arbeitet, kann das hier ausprobieren und dabei alle notwendigen Bereiche kennen lernen. Das bedeutet natürlich einiges an Arbeit, aber die Erfahrung ist unbezahlbar.

Julia Knifka
Katharina Strobel
Comic

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