Es wird heiß – oder doch nicht?

Eine feine Sache, der Sommer! Sonne, Wärme und im Kollektiv eine durchweg gute Stimmung, gefördert durch Baggersee, Biergarten und Barbeque. Gäbe es da nicht diese bösartige Maschinerie, die es schafft, uns regelmäßig die sommerliche Situation vergessen zu lassen: Die gemeine Klimaanlage!


Während draußen Temperaturen um die vierzig Grad Celsius herrschen, ist in den universitären Hörsälen Eiszeit angesagt. Hatte man sich morgens noch voller Vorfreudefür die zierlichen Zehensandalen entschieden, scheint dies wenig später eine große Fehlentscheidung, die sich, je weiter der Minutenzeiger voranschreitet, auch noch als starke Gesundheitsgefährdung herausstellt. Und wem haben wir das zu verdanken? Dem extremistisch veranlagten Kühlungsapparat, der all seine Energien darauf verwendet, durch permanente Eingefrierung der Menschheit die Weltherrschaft an sich zu reißen. Keine Frage, dass ihnen dies auch gelingen wird, denn kaum ein technisch interessierter Student, geschweige denn der Dozent, fühlt sich in der Lage, diesen eisigen Zeitgenossen in seine Schranken zu weisen. Die maßlose Enttäuschung und die bedinglose Kapitulation ist jedem Kommilitonen anzusehen: Strickjacke und Wollsocken als absurdes Sommerensemble. Kaum verlässt man den Hightech-Hörsaal, verlässt einen auch die Antitranspirationsformel. Ein schiefer Blick, eine gerümpfte Nase und gleichzeitig völliges Unverständnis auf Seiten der Betrachter gegenüber dem wärmenden Wollschal.

Während die Luft in den akademischen
Sälen immer kälter wird, wird der Boden unter den Füßen immer heißer. Der Planet hatte bereits vor Jahrmillionen eine kleine Oberflächenveränderung vorgenommen, ohne dass der homo sapiens etwas daran hätte ändern können. Auf dieser Teilnahmslosigkeit wollte man sich natürlich nicht ausruhen und entschied sich zur gegebenen Zeit, einen Betrag zur globalen Erwärmung zu leisten. Angefangen von blähenden Rinderherden, die die Methanmessung massiv in die Höhe steigen ließen, bis hin zu dem durch Powerhaarsprays produzierten FCKW, das wiederum die Ozonschicht ausdünnt. Doch sobald spießige Ökoaktivisten von Erderwärmung schwafeln, ist wohl nichts einfacher, als die Kühlanlagen hochzudrehen und diese Probleme schlicht zu ignorieren, frei nach dem Motto: Ozonloch? Hab noch keins gesehen!

Neben dem grünen Daumen sollte
der erhobene Zeigefinger jedoch keineswegs außer Acht gelassen werden. Eine Skizzierung des Katastrophen- Kollapses sollte an dieser Stelle genügen. Wer hat schon gerne Aufnahmen von Matschlawinen und Monsterwellen? Zukünftig wird es möglich sein, dank der Air Condition im Sommer zu frieren und im Winter aufgrund der Klimaerwärmung zu schwitzen. Doch dafür gibt es ja das Deospray.

Annika Karpowski und Anna Redeker

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Eine Reaktion zu “Es wird heiß – oder doch nicht?”

  1. Urheber

    Ich hasse Klimaanlagen, sind die reinsten Bazillen schleudern, … :(

    danke!

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